Konzertberichte

God is an Astronaut + Junius + Butterfly Explosion, Alter Schlachthof, Wiesbaden, 18. Mai 2010

Drei Männer zeigen, dass man auch als kleine Band eine große Show abliefern kann. Diesmal ohne Projektionen, dafür mit bunter Lightshow. Im Interview sagten God Is An Astronaut, sie wollten es denen beweisen, die nicht an eine gute Performance ohne die Visuals glaubten. Dieses Ziel ist geglückt.

Doch erst gehörte die Bühne den Vorbands Butterfly Explosion, die auf God Is An Astronauts Label Revive Records unter Vertrag stehen und Junius. Live wirkten die jungen Iren von Butterfly Explosion fast schüchtern als sie ihren teils instrumentellen, teils gesanglich unterstützten Postrock-Shoegaze-Sound aus ihrem Debütalbum „Lost Trails“ darboten. Der Funke schien durch die müde Performance nicht überzuspringen, obwohl musikalisch Potenzial zu erkennen war.

Zuvor betraten bereits die Amerikaner von Junius die Bühne. Allesamt schwarz angezogen und eingehüllt in rotes und dunkelblaues Licht, spiegelten sie perfekt die mystische Stimmung auf ihrem Album „The Martyrdom Of A Catastrophist“ wider. Nicht nur optisch, auch musikalisch eine eingespielte Truppe; mit einem Schlagzeuger, der wie ein Tier und barfuß auf sein Instrument einschlug und der charakteristischen Stimme von Sänger Joseph E. Martinez. Leider ging sein Gesang unter der doomigen Soundschwade viel zu unter.

God Is An Astronaut stehen auf dramatische Einleitungen. So erklommen sie den Schauplatz erst einige Minuten nach dem Einsatz von Licht und Sound. Der Klimax zog sich dann über das ganze Konzert hindurch. Mit technischer Perfektion und menschlicher Hingabe gaben die Iren alles, was aus drei Personen herauszubekommen möglich ist. Zugegeben, für Epileptiker wären die unzähligen, blinkenden, Farbe wechselnden Lichter nichts gewesen, verliehen der Show jedoch eine gewisse Würze – fast eine Partystimmung. Gepaart mit dem Nebel, der die Musiker nur schemenhaft erkennen ließ, kam eine mysteriöse Stimmung zustande.

Eine kleine Band zu sein ist auf der Bühne nicht sehr einfach, so mussten die Kinsella-Brüder oft von ihren Gitarren zu Keyboards und wieder zurück wechseln. Ja, vieles von der Musik kam aus Laptops, aber auch das muss gut eingesetzt werden wie die drei Iren es tun. Der maschinelle Sound passt sowieso gut zu der Musik. Von der Energie nahm das jedoch nichts.

Fotos: Asiye WhiteTapes

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