Konzertberichte

Ghost of Tom Joad + The Making Of, Druckluft, Oberhausen, 09. März 2011

Eine Woche nach dem Release des dritten Albums der Münsteraner Band Ghost of Tom Joad starteten die Drei auf große Tour durch die Republik. Nach dem Tourauftakt in Köln und einem Gig in Trier zog es die Geister am Mittwoch nach Oberhausen ins Druckluft.

Als Support waren The Making Of aus Dortmund geladen, die ich bis auf einen akustischen Soloauftritt von Sänger Maurice leider vorher noch nicht live erlebt hatte. Ärgerlich, wo ich doch in der gleichen Stadt wohne. Praktischerweise konnte ich am Mittwoch gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.

Leider blieb die Anzahl der Gäste eher überschaubar, was wohl daran lag, dass das Konzert innerhalb der Woche stattfand. Dazu kamen noch angekündigte Bahnstreiks. Kein Wunder also, dass einige dann wohl gar nicht erst losgefahren sind. Schade selbstverständlich, denn sie haben wirklich was verpasst.

The Making Of, eine ziemlich gute Mischung aus irgendwas zwischen Snow Patrol und Editors, kann und will ich eigentlich gar nicht in eine Schublade stecken. Einflüsse aus den gerade genannten Bands sind erkennbar, aber dennoch begeisterten die vier Dortmunder mit einem ganz eigenen Sound das Publikum in Oberhausen. Neben einigen Songs ihrer alten EP, gaben sie auch ganz neue Titel zum Besten, die sie zusammen mit Dennis Scheider von Richard Mohlmann Records in Berlin aufnahmen. Die Neuen klangen richtig gut, gehen für mich noch einen Schritt weiter Richtung Individualität. Ich bin wirklich gespannt auf das Release der neuen EP und werde es in Zukunft hoffentlich häufiger zu Konzerten der vier schaffen. Einen vom Stil her besser passenden Support hätten sich Ghost of Tom Joad gar nicht wünschen können.

Die drei Geister betraten sichtlich gut gelaunt die Bühne und starteten mit einem Song, mit dem wohl niemand gerechnet hatte und der alle Fans der ersten Stunde sofort mit riss – „Renegades of Love“. Alles, was sie mit dem neuen Album bei mir nicht so ganz geschafft haben, konnten sie innerhalb von ein paar Sekunden wieder gut machen. Live haben sie es einfach drauf. Da kommt die Gitarre wieder ins Spiel und vereinsamt nicht in irgendeiner Ecke und muss sich hinter Synthies verstecken. Wohl portioniert wechselte Henrik immer mal wieder von den Saiten an die Orgel, aber die Saiten überwiegten.

„Black Musik“ live ist einfach eine richtig gute Mischung aus allen drei Alben der Münsteraner. Die neuen Stücke entfalteten zwischen den alten Songs eine komplett andere Wirkung. Natürlich durfte auch „Into the Wild“ nicht fehlen. Und kurz vor Ende des Songs sang das ansonsten etwas stille Publikum im Druckluft jedes Wort mit. Ein wirklich krönender Abschluss. Es folgte noch ein ruhigerer Titel von „Black Musik“ und dann verabschiedeten sich Ghost of Tom Joad von der Bühne.

Ich freue mich nun noch mehr auf den 26. März, wo die Jungs ja zusammen mit Beat!Beat!Beat! und Manuel Kant in Münster zu Gast sind beim Richard Mohlmann und Freunde Gig. Wochenende und Heimspiel werden wohl für eine volle Sputnikhalle sorgen… hoffentlich.

Fotos: Chiara WhiteTapes mehr hier

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