Konzertberichte

Ghost of Tom Joad + Beat!Beat!Beat! + Manual Kant, Sputnikhalle, Münster, 26. März 2011

Foto: Chiara WhiteTapes

Und so unverhofft traf ich innerhalb eines Monats ein weiteres Mal auf Ghost Of Tom Joad… Geladen hatte Richard Mohlmann seine Freunde plus seine und deren Anhängerschaft zu einem Fest in der Sputnikhalle in Münster.

Als erstes betraten Manual Kant die Bühne. Leider konnten sie bei mir keinerlei Begeisterung entfachen. Wie gerade so viele Bands versuchen sich diese vier Jungs aus Bayern an der deutschen Sprache. Ich persönlich finde, dass man gerade, wenn man in der Heimatsprache singt, doch ein ziemlich großes Augenmerk auf die Qualität der Texte legen sollte. Manual Kant feilen wohl eher an ihren Melodien als an ihren Texten und leider präsentierten sie ihre Songs ziemlich gelangweilt und desinteressiert dem Publikum. Scheint wohl ihr Stil zu sein. Kann man mögen, muss man aber nicht. Dem Großteil des Publikums schienen sie aber zu gefallen.

Foto: Chiara WhiteTapes

Umso mehr freute ich mich als Beat!Beat!Beat! an der Reihe waren. Das letzte Mal sah ich sie vor einem halben Jahr. Die ersten Klänge von „Hard to cherish“ zogen mich auch live mal wieder direkt in ihren Bann. Die vier sind inzwischen so unfassbar gut geworden, dass es fast schon schade war, dass sie am Samstag nur Support sein durften. Sie gaben ihr komplettes Debütalbum „Lightmares“ zum Besten. Selbst der tolle Hidden Track, der durch seine Andersartigkeit besticht, schaffte es auf die Bühne.

Foto: Chiara WhiteTapes

Fast unerträglich war es auf meine bisherigen Live-Highlights und auch Favoriten vom Album zu warten – „Fireworks“ sollte inzwischen jedem ein Begriff sein und „You’re Designer“ wirkt live vor Allem durch die Unterstützung des Publikums. Die beiden Titel sparten sich Beat!Beat!Beat! bis kurz vor Schluss auf. Das war im Hinblick auf ihre Support-Position natürlich sehr clever. So waren die Zuschauer für Ghost Of Tom Joad in bester Stimmung.

Die vier durften sogar noch eine Zugabe spielen und wählten dafür den Titel „Too short to bide“. Einen besseren Abschluss hätten sie sich gar nicht einfallen lassen können. Im Mai darf übrigens auch London unsere drei Beats mit Ausrufezeichen bewundern. Dazu kann man ihnen eigentlich nur gratulieren. Verdient haben sie es sich allemal.

Foto: Chiara WhiteTapes

Als Ghost Of Tom Joad danach die Bühne betraten, hatte das Gedränge in den ersten Reihen ein kleines bisschen nachgelassen. Die drei freuten sich sichtlich nach einem Monat Reiserei durch ganz Deutschland zum Tourabschluss in ihrer Heimat angekommen zu sein. Wie auch in Oberhausen starteten die Geister mit „Renegades of love“ vom ersten Album. Direkt im Anschluss gab es „The waves call your name“ vom zweiten und so ging es Querbeet weiter mit Songs aus allen drei Alben. Toll waren auch diesmal die kleinen Einschübe à la „Roxanne“ von The Police oder auch „You’ve got the look“ von Roxette. Vor allem letzterer verursachte bei Einigen erst das berühmte Fremdschämen, sorgte dann letztendlich aber doch für ein lachendes und mitsingendes Publikum.

Immer wieder umwerfend gestaltet sich live „Into the wild“. Kurz vor dessen Ende legten die Geister eine kleine Pause ein, die die Vorfreude auf den deutschen Part in dem Song ins Unermessliche steigerte. Vom neuen Album konnten „Black Musik“ und „Midnight Marauder“ punkten, aber auch Titel, die für mich auf der Platte nicht besonders wirken, setzten die drei in ein ganz neues Licht.

Es ist mir immer wieder eine Freude Ghost Of Tom Joad live zu erleben und ich hoffe wirklich, dass sie sich bis zu den nächsten Konzerten in der Nähe nicht wieder so viel Zeit lassen.

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