Konzertberichte

Friska Viljor + Lena Malmborg, Gleis 22, Münster, 17. Februar 2010

Die Konzerte der schwedischen Indie-Band Friska Viljor sind legendär, da stets einzigartig und zumeist schweißtreibend. Diesen Beweis versuchte die Band um Daniel Johansson und Joakim Sveningsson auch bei ihrem Besuch im Gleis 22 in Münster am 17. Februar zu erbringen.

Nach der Ankunft an der Hafenstraße 34 musste ich kurzzeitig ein wenig schmunzeln. Safety first – so lautete wohl das Motto der Veranstalter. Denn unmittelbar vor der Bühne des Gleis hatten sie doch tatsächlich einen Wellenbrecher aufgestellt. Nun ja, vielleicht hatte da allerdings auch das umtriebige Münsteraner Ordnungsamt seine Finger im Spiel. Man weiß es nicht…

Den Abend eröffneten Lena Malmborg samt drei weiteren schwedischen Musikantinnen. So wurde das Konzert mit angenehmen Blues- und Soulstücken eröffnet. Durchaus empfehlenswert und mal wieder ein Beweis für die scheinbar nie zu Ende gehende Quelle an hervorragenden schwedischen Bands. Aber dies schrieb ich bereits in anderen Artikeln schon mal.

Nach dem Auftritt wartete das restlos ausverkaufte Gleis sehnsüchtig auf den Auftritt von Friska Viljor. Und wartete… und wartete, trank ein Kaltgetränk seiner Wahl und wartete weiter. Wie der geneigte Leser spitzfindig herauslesen kann, hätte eine kürzere Wartezeit nicht unbedingt geschadet.

Fairerweise sei an dieser Stelle erwähnt, dass Sänger Joakim Sveningsson kränkelte und sich daher sichtlich mitgenommen auf die Bühne schleppte. Medizin in Form von diversen alkoholischen Getränken hatte ihn zumindest soweit aufgepäppelt, dass er den Weg zur Bühne fand – wenn auch mit reichlich Verspätung.

Das Konzert entschädigte das Publikum dann jedoch auch für die lange Wartezeit. Die zumeist recht jungen Konzertbesucher zeigten, dass sie durchaus in der Lage sind zu tanzen und – dem Wellenbrecher sei Dank- gingen dabei durchaus entschlossen zu Werke.

Friska Viljor überzeugte mit großer Spielfreude und mit Songs aus ihrem neuen Album „For New Beginnings“, indem u.a. die Hamburger Wohlwill Straße euphorisch besungen wird.

Höhepunkt des Abends war ein waghalsiges Klettermanöver von Joakim Sveningsson, dem die Medikamente wohl ein wenig zu Kopf gestiegen waren. So testete er jedenfalls munter die Tragfähigkeit der Heizungsrohre im Gleis. Ein gelungener Abend mit einer Band, die den Beweis erbrachte, auch mit angeschlagenen Frontmännern einen Saal zum Kochen zu bringen.

Fotos: Johannes Wallat

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