Konzertberichte

Field Music, Luxor, Köln, 29. April 2010

Am Donnerstag war Europa League (so heißt nun scheinbar der UEFA-Cup). Ein englischer Club traf auf einen deutschen Club, den Hamburger SV. Ebenfalls traten im Kölner Luxor die britischen Field Music in einem deutschen Club an, bevor sie am nächsten Tag nach Hamburg reisen sollten. Auf dem Weg von Berlin nach Hamburg hätten sie die falsche Ausfahrt genommen und landeten auf der falschen Raststätte scherzte David Brewis während des Sets. Galgenhumor, denn an diesem Abend hatte König Fußball eindeutig die Nase vor und Field Music spielten vor gerade einmal dreißig Leuten.

Eine deutliche Steigerung im Vergleich zum Konzert von David Brewis mit seinem Projekt School Of Language im Mai 2008, aber immer noch viel zu wenig für eine gefeierte Band, wie Field Music. Gefeiert aber anscheinend nur von der Presse, nicht aber von der Szene. Mit ihrem wieder einmal gefeierten Album „Field Music (Measure)“ fanden sie sich jedenfalls zwei Jahre nach ihrem letzten Abstecher nach Deutschland wieder auf hiesigen Bühnen wieder.

Aufgrund des nicht gerade riesigen Besucheransturms wurde der Beginn des Sets um eine halbe Stunde nach hinten verschoben. Eine halbe Stunde, in der sich die Zahl der Besucher tatsächlich auf die dann dreißig Anwesenden verdoppelte. Diejenigen, die dann doch Field Music den Vorzug vor Fußball gegeben hatten, bekamen ein tolles Set geboten. Begleitet von Ian Black und Kev Dosdale an Bass und Gitarre eröffneten die Gebrüder Brewis ihr Set mit neuen Stücken vom dritten Album. Zunächst stand noch Peter vorn an Gitarre und Mikro, wechselte aber nach kurzer Zeit mit seinem Bruder David zu den Drums. Hier bot sich auch die erste Überraschung, denn kaum übernahm David den Platz in der ersten Reihe, stimmte er mit „Rockist“ einen Song aus seinem School Of Language Album „Sea From Shore“ an. Das nahm auch das Publikum mit kurzem Szenenapplaus zur Kenntnis. Der Wechsel zwischen David und Peter gehörte ab dann auch zum festen Bestandteil des Programms.

Das führte zum ein oder anderen Lacher, weil Peter mal vergaß das Mikro wieder runter zu drehen, oder die richtige Gitarre einzustöpseln. Lockerte aber auch noch mehr das Verständnis zwischen Band und Publikum und machte aus einem bereits tollen Konzert ein großartiges Erlebnis. Field Music merkte man an, dass sie, obwohl nur vor dreißig Leute spielend, großen Spaß an der Sache fanden. Das sorgte für ein beinahe 90 minütiges Set, inklusive Zugaben, aus anspruchsvollem, gut gelauntem und abwechslungsreichem Pop. Bei König Fußball gab es am Ende eine Enttäuschung für deutsche Fans, in Köln nicht, dort verließen deutsche Fans mehr als glücklich das Kölner Luxor.

Foto: Pressefreigabe

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