Konzertberichte

Farin Urlaub Racing Team + Pit Stop, Münster, Halle Münsterland, 25. November 2008

Man sah nach Links und da waren sie. Man sah nach rechts und man sah sie. Man sah in einen Spiegel und auch da war eines. Glücklichen Gesichter nach einem tollen Konzert. 2 Stunden spielten die Ärzte – Gitarrist Farin Urlaub und sein Racing Team in der Halle Münsterland und es war wild.

Studioalbum Nummer Drei „Die Wahrheit übers Lügen“. Platz 2 der deutschen Albumcharts. Und nun die Tour „Krachgarten“ mit Pit Stop in Münster (haha, Racing- Team und Pit Stop…). Nicht ganz ausverkauft, dennoch ordentlich gefüllt war die Halle Münsterland an diesem Tage. Die erste Single-Auskopplung „NichtImGriff“ leitete die zwei Stunden lange und vor allem schweißtreibende Show ein. Und der erste große Pluspunkt gleich zu Beginn. Der Vorhang. Der fällt nicht einfach, er gleitet sanft nach unten, bleibt auf halber Strecke stehen um dann stillvoll nach oben zu gleiten. Und die Sicht auf das 12 köpfige Team um Farin Urlaub frei zu machen.

Natürlich haben sie direkt alles im Griff. Die Publikum springt, schreit, klatscht und jubelt. Nicht auf Befehl sondern aus freien Stücken. Es folgt „Unsichtbar“ vom zweiten Soloalbum „Am Ende der Sonne“. Zwischendurch redet Farin Urlaub wie gewohnt viel, er ist dabei auch nie um einen Spruch verlegen. Ihm gelingt eine gekonnte Mischung aus Späßchen und Spielen. Zum Glück kommt das Spiel dabei nicht zu kurz und dominiert die Show, aber auch so manche Slapstickeinlage kann sich Farin nicht verkneifen. So tanzt er bei „IFDG“ vor dem Münsteraner Publikum, die Anwesenden sind jeoch auch erleichtert, dass er das nur in seltenen Ausnahmefällen tut, auch wenn die Menge lauthals jubelt. Das neue Album dominiert an diesem Abend natürlich die Setlist („Gobi Todic“, „Leiche“, „Krieg“ uvm.). Aber auch alte Songs finden Platz und sorgen für maßlose Begeisterung. Manch einer brüllt sich die Wut aus dem Leib bei „OK“. Andere tanzen wie wild bei „Glücklich“. Das erste Set wird mit dem Song der perfekter für Festivals und Konzerte nicht sein könnte beendet: „Zehn“. Selbst die Tribünen klappern und drohen Zusammen zufallen und niemand steht still.

Und schon wieder ein Vorhang, dahinter wildes Treiben und Umbaustress. „Insel“, eine Dancehall Nummer in bester „Peter Fox“ Manier wird zelebriert. Mit einem trommelnden Racing Team und einem breit grinsenden Farin Urlaub. „Trotzdem“, eine schnelle Skapunk Nummer, beendet dann auch schon das erste Zugabenset, bevor die Band sich noch einmal letztes Mal ausgelassen feiern lässt. „Wo ist das Problem“ und „Abschiedslied“ bringen jeden Anwesenden endgültig in aller höchste Feier-Laune, bevor der zweite Teil von „Zehn“ final das Set beendet.  Eine rundum gelungene Show, Kritik gibt es trotzdem zu äußern! Nicht an Farin oder seinem Racing Team, man fragt sich nur, müssen die etlichen Walls of Death sein? Auf Dauer ist das doch sehr ermüdend und langweilig, vor allem bei Stücken, wo niemand so wirklich zu wissen scheint, wann man denn jetzt los rennen soll? Dennoch, „Münster, die einzige Stadt, in der man vom Fahrrad überfahren werden kann“ (O-Ton: FU), hat mal wieder einen schönen Abend erlebt. Danke dafür Herr U. + RT.

Fotos: Erik Weiss (Pressefreigabe)

Martin WhiteTapes

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