Konzertberichte

Eight Legs + Sunday Chocolate Club, AMP, Münster, 17. April 2010

Unfassbar, ganze fünf Jahre ist es bereits her, dass wir den Sunday Chocolate Club das erste und das letzte Mal live gesehen haben. Damals noch als Quartett im Vorprogramm des wunderbaren Gus Black im ebenfalls wunderbaren Gleis 22. Aber so ist das wohl mit lokalen Bands, manchmal kreuzen sich die Wege doch ziemlich selten. Mittlerweile spielte die Band aus Münster und Bielefeld natürlich einige Konzerte in Münster und hat mit Klubgrün noch ein Nebenprojekt gegründet, dass wir ebenfalls mehr als empfehlen können. Fünf Jahre nachdem wir den sonntäglichen Schokoladenverein also das letzte Mal gesehen haben, hatten wir nun Gelegenheit, im Münsteraner AMP einmal zu sehen, wie sich die Band in der Zwischenzeit entwickelt hat. Natürlich sollten sie wieder den Support geben, dieses Mal für die deutlich jüngeren Eight Legs.

Das sollte auch das Publikum deutlich jünger halten, so dass wohl die wenigsten, die an diesem Abend im AMP waren Sunday Chocolate Club kannten, von Gus Black ganz zu schweigen. Das führte zu verhaltener Begeisterung der Anwesenden zu Beginn des Sets, in dessen Verlauf aber immer mehr, der auf die Eight Legs wartenden Konzertbesucher sich vom zackigen Indie-Rock des Sunday Chocolate Club begeistern ließen. Bei einigen wurde aus zunächst zurück haltendem Mitwippen sogar ein ausgelassenes Tanzen. Die Laune der Band stieg in gleichem Maße, wie die Begeisterung der Besucher. Kein Wunder eigentlich, dürfte doch die Mischung aus Indie- und Brit-Rock, irgendwo zwischen den Kaiser Chiefs, The Futureheads, Pulp und The Smiths genau nach dem Geschmack der heutigen Indie-Szene sein. Da war es natürlich um so großartiger, dass das Trio nach knapp 30 Minuten Set vom Publikum noch einmal für eine Zugabe auf die Bühne zurück gefordert wurden, die sie natürlich auch wahr genommen haben.

Die anschließende Umbaupause dauerte länger als erwartet, der Eight Legs Tourmanager ließ sich Zeit, die Mikros auszurichten, die Gitarren aufzubauen, das Drum-Kit umzubauen, Bier bereit zu stellen und die Set-Lists auszulegen. In der Zwischenzeit wurde auch der seitliche Vorhang der Bühne geöffnet, damit auch alle Anwesenden etwas von der Bühne sehen konnten. Immer ein gutes Zeichen, denn das bedeutet natürlich gute Besucherzahlen, für die die Eight Legs bei ihren Besuchen im AMP eigentlich auch immer sorgen.

Irgendwann betraten die vier Eight Legs dann auch endlich die Bühne und sorgten beim Publikum, wie auch bei ihren bisherigen Besuchen im AMP wieder für ausgelassene Tanzstimmung. Dabei waren es vor allem wieder die Songs des Debüts „Searching For The Simple Life“, die für die größte Begeisterung sorgten. Die Eight Legs haben wir zwar schon deutlich ausgelassener und Bewegungsfreudiger erlebt, aber von einfach runter gespielt war das auch weit entfernt und für gute Samstagabend-Stimmung reichte das allemal. Mit noch ein bisschen mehr Jubel, als beim Sunday Chocolate Club wurden die Eight Legs dann nach ihrem Set in die AMP Party-Nacht entlassen, bei der sie sich dann auch wieder einmal am DJ-Pult verdingt haben. Auch das, ein Ritual, das sie bei keinem Besuch im AMP auslassen.

Fotos: Ariane WhiteTapes

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