Konzertberichte

Eaves – Blue Shell, Köln, 19. Mai 2015

Eaves – Blue Shell, Köln, 19. Mai 2015

Bereits seit Januar 2014 begleitet uns der britische Singer-Songwriter Joseph Lyons alias Eaves. Nach einigen Songstreams, der EP „As Old As The Grave“ und einem Auftritt beim Reeperbahn Festival, veröffentlichte er Mitte April endlich sein Debüt „What Green Feels Like“. Ein Album, auf dem er Einflüsse von Neil Young und Nick Drake mit dem Sound von Jeff Buckley und seiner Vorliebe für Metal-Bands, wie Mastodon verband. Eine optimale Mischung, mit der er das angestaubte Bild des klassischen Singer-Songwriters aufpolieren konnte.

So freuten wir uns natürlich sehr, dass Eaves kurz nach dem Release nun auch für die erste Headline-Tour nach Deutschland kam und auch seine Band dabei hatte. Der Abend versprach also etwas lauter zu werden, als es die Debüt EP vielleicht noch vermuten ließ.

Eaves – Blue Shell, Köln, 19. Mai 2015

Ein Versprechen, das Eaves in Bandbesetzung dann auch direkt beim Opener „Mad Rag“ einlösten. Ein noch unveröffentlichter Song, der mit druckvollen Gitarren und einer dichten Stimmung glänzt und einen fesselnden Einstieg in das Set darstellte.

Das Stück ging direkt in das anschließende „Dove In Your Mouth“ über, mit dem die Stimmung noch weiter verdichtet wurde. Der Song, der auch eines der Highlights auf dem Debüt ist, konnte auch live überzeugen. Insbesondere durch den Wechsel zwischen ruhigen Momenten und dem lauten Refrain, in den sich Joseph und seine Band besonders reinknieten. Damit sorgten Eaves für die erste wohlige Gänsehaut und ernteten im Anschluss den ersten tosenden Applaus des Abends. Zwar waren nur knapp 30 Besucher anwesend, – wohl auch, weil die Gitarren-Popper von Vierkanttretlager nur 50 Meter entfernt im Luxor spielten – dafür war der Applaus aber umso ehrlicher.

Mit „Honeycomb“ lieferten Eaves im Anschluss einen weiteren neuen Song. Ein Stück, das ein wenig vertrackter ist, als die restlichen Songs von Joseph und einen etwas ruhigeren Zwischenteil eröffnete, in dem besonders das wunderschöne „As Old As The Grave“ mit seinem pompösen Chor glänzte. Mit „Drawing Demons“ spielten die Musiker im Anschluss noch einen neuen Song, bevor sich Eaves nach der Ballade „Alone In My Mind“ auf die Zielgerade im Set begaben.

Eaves – Blue Shell, Köln, 19. Mai 2015

Die drei Songs am Ende zeigten dann auch noch einmal die ganze Vielfalt des Eaves Sounds. Der Album-Opener „Pylons“ ist ein astreiner Popsong, der in der Live-Version noch eine Spur dringlicher und emotionaler wirkte. Mit dem live auf zehn Minuten ausgedehnten „Purge“ lieferten Eaves im Anschluss wohl das Highlight des Abends.

Die Band bewegte sich in einem ausgeprägten Klangkosmos aus Rock, Jazz, Americana und Pop, in dem Joseph stimmlich zwischen den Extremen umhersprang, Zeilen beinahe flüsterte und sich im nächsten Moment mit vollem Stimmvolumen in den Refrain kniete.

Ein einzigartiger Livemoment, den wohl nur wenige Künstler in so jungen Jahren auf die Bühne bringen können.

Den Abschluss des Sets bestritt Joseph dann solo mit einer elektronischen Gitarre und dem Stück „Creature Carousel“, bei dem er den Geist von Jeff Buckley zelebrierte. Ein berührender Song mit ruhigem Gesang und sanftem Gitarrenpicking, der trotz fast sieben Minuten Länge viel zu schnell vorüber war. Das Ende des Songs bedeutete auch das Ende des Sets, denn nach kurzem Applaus ging schon das Licht im Blue Shell an, das wegen des Albumtitels „What Green Feels Like“ das ganze Set über in grellem grün strahlte, und Joseph verließ sichtlich zufrieden die Bühne.

Setlist: Eaves – Blue Shell, Köln, 19. Mai 2015

Mad Rag
Dove In Your Mouth
Honeycomb
As Old As The Grave
Drawing Demons
Alone In My Mind
Pylons
Purge
Creature Carousel

Fotos: Ariane WhiteTapes

Video zu „Pylons“


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