Konzertberichte

Eagles Of Death Metal + The Black Box Revelation, Bochum, Matrix, 03. März 2009

Weinende Mädchen, mit Bier um sich schmeißende Kerle, Blut und schlechte Liebesbekundungen auf Deutsch. Hört sich nach einem wundervollen Abend in der Matrix zu Bochum an, in der die Eagles of Death Metal spielen. Ist es auch gewesen. Letzten Dienstag begann die Bande um Jesse Hughes ihre Deutschland Tour in der fast ausverkauften Bochumer Matrix.

Bevor es zu herzerweichenden Szenen kam, spielten erstmal The Black Box Revelation vor. Das Duo aus Belgien, mit einer Mischung aus Garage und Bluesrock, heizten schon einmal ordentlich ein und ernteten lauten Applaus vom noch zurückhaltenden Publikum, das heute buntgemischt war. Der Punker mit seinem Irokesen stand neben den etwas älteren Herren, kreischenden Frauen und Bier trinkenden Rock’n’Rollern. Nach etwas mehr als einer halben Stunde bedankten sich die Beiden artig und verließen die Bühne.

Und dann kam er auf die Bühne. Jesse Hughes. Der Mann, den die Männer beneiden und die Frauen anhimmeln. Er kann einfach nichts falsch machen, er wird gemocht, der Junge, mit seinem wundervollen Oberlippenbart, den langen Haaren und der Pornosonnenbrille. Noch kein Wort gesagt, noch kein Takt gespielt, aber die Halle tobt! Es ist eng in der Matrix, es ist laut in der Matrix, der Schweiß tropft die Wände runter und es ist eine pure Rock’n’Roll Show ab der ersten Sekunde. „I only want you“ eröffnet schon den Track und still stehen kann niemand mehr. Es wird getanzt, gemosht, gepogt und geschrien. „Don’t Speak“, vom zweiten Album „Death by Sexy“ und so manch einem bekannt aus der Werbung eines Sportartikelherstellers wird direkt hinterher geschossen. Ein wilder Mob bildet sich vorne und man darf berechtigt Angst haben, dass die Matrix heute in ihre Bestandteile zerlegt wird. So schlimm war es dann aber doch nicht. 3. Album – eine Setlist. Für manche Bands ein schweres Unterfangen eine gute Mischung zu finden, die Eagles haben es jedoch bravurös unter Beweis gestellt, dass es geht.

Jesse und die Frauen, auch ein Kapitel was hier zu erwähnen ist. Ein junges Mädchen hat in vorderster Front einen Abkommen und verliert die eine oder andere Träne, von den Securities Backstage gebracht um sich zu beruhigen, unterbricht Jesse erst einmal die Show um sich nach dem Mädchen zu erkundigen. Erst als er weiß, dass es ihr besser geht, geht es weiter. Mit „Boy’s Bad News“ verabschieden sich die 4 nach knapp einer Stunde zum ersten und einzigen Break. Frontmann Jesse Hughes kommt nun alleine auf die Bühne. Steht er sonst schon einzig und allein im Mittelpunkt dieser Band, so ist jetzt auch wirklich auch das letzte Auge auf ihn gerichtet. Nur er und seine Gitarre spielen Songs wie „Cherry Cola“ oder „Midnight Creeper“. Er zieht sie alle in seinen Bann, selbst mit seinen Liebesbekundungen auf Deutsch. Er kann einfach alles der gute Mann. Zum Abschluss kommen noch einmal alle Bandmitglieder auf die Bühne und spielen die Single „Wannabe in L.A.“ vom aktuellen Album „Heart On“, bevor nach „Kiss the Devil“ endgültig Schluss ist. 1Stunde und 30min und man will keine einzige eines großartigen Abends Sekunde missen.

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