Konzertberichte

Crooked Hands – Theater die Wohngemeinschaft, Köln, 12. September 2013

Crooked Hands

Seit Ende 2011 sind die Briten von Crooked Hands gern gesehene Gäste auf unserer Seite. Viel länger gibt es die Band auch nicht wirklich, denn Ende 2011 war auch etwa die Zeit, als Songwriter Christopher Brown sich entschloss, aus dem Soloprojekt ein Quintett zu machen. Mittlerweile hat die Band eine Gratis-EP mit Demos und zwei reguläre Singles veröffentlicht, die ihr alle über die Suche nach „Crooked Hands“ hier bei uns findet.

Seit sich Brown entschlossen hat, Crooked Hands zu einer Band zu machen, erlangt der Name auch immer mehr Bekanntheit, dass die fünf Musiker aus Newcastle und Glasgow jedoch mit nur zwei Singles im Gepäck auf Tour nach Deutschland kommen würden, damit hatten wir so früh nicht gerechnet, gefreut haben wir uns natürlich trotzdem.

So waren wir dann auch gern beim Abschluss der Deutschland-Tour in Köln dabei, wo das Quintett in einem kleinen Nebenraum der Wohngemeinschaft spielte, die gleichzeitig Café / Bar, Theater und Hostel ist. Der kleine Theaterraum in der Wohngemeinschaft mit kleiner Bühne zwang die Band dann an ihrem letzten Abend in Deutschland zu ein wenig mehr Improvisation. Da in der linken Ecke ein altes Klavier stand, wollte das Schlagzeug einfach nicht auf die Bühne passen und so mussten Crooked Hands ein stripped back Set spielen.

Crooked Hands

Dafür opferten sie ihren gesamten Nachmittag, um die Stücke in reduzierten Versionen zu proben. Das Ergebnis konnten die zahlreich erschienenen Besucher dann schon kurz nach Einlass erleben. Neben Sänger Chris Brown nahmen noch der Gitarrist und der Drummer der Band auf zwei Sesseln neben ihm Platz. Gemeinsam übernahmen sie den Background-Gesang und reicherten die Stücke noch mit rhythmischem Klatschen und einem Schellenkranz an.

Brown beeindruckte von Beginn an durch seine helle, klare Stimme, die auch live genau so viel Volumen, wie auf den Aufnahmen hat.

Die reduzierten Versionen der Stücke erzeugten eine besonders intime, einzigartige Stimmung, von der die gut 100  Besucher sich sehr beeindruckt zeigten und nach jedem Stück laut und lange klatschten. Nach ein paar Stücken wurde die Band noch ergänzt durch ihren Keyboarder. In dieser Besetzung gelang es Crooked Hands ihre aktuelle Single „The Stream“ trotz reduzierter Mittel extrem druckvoll vorzutragen und für große Augen, offene Münder und die ein oder andere Gänsehaut zu sorgen. Wunderschön war auch die ruhige Version der ersten Single „Under“.

Neben den sechs bekannten Stücken von der Gratis-EP und ihren Singles spielten Crooked Hands ebenfalls einige neuere Stücke von einer EP, die sie nach der Tour aufnehmen werden. Nach nicht ganz 40 Minuten war die Band leider auch schon fertig mit ihrem Set und die Musiker verabschiedeten sich höflich.

Frontmann Christopher Brown kam nach kurzer Zeit, begleitet von tosendem Applaus, noch einmal allein auf die Bühne zurück und erklärte mit einem Glitzern in den Augen, wie sehr ihm dieser Abend gefallen hätte. Dann entschuldigte er sich, dass er keine Songs mehr übrig habe und deshalb ein Cover spielen würde. Dabei entschied er sich für „Re:Stacks“ von Bon Iver, einem seiner Lieblingskünstler. Kurz vor Schluss des Stücks kamen sogar noch zwei weitere Gäste auf den letzten Drücker, um Crooked Hands zu sehen. Zwar blieben ihnen nur knapp zwei Minuten, aber selbst die verzauberten und unterstrichen unseren Eindruck, dass das Warten auf die nächste EP sich auf jeden Fall lohnen wird und Crooked Hands nach diesem tollen Abend sicherlich gern gesehene Gäste in Köln sein werden.

Fotos: Ariane WhiteTapes, mehr hier


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