Konzertberichte

ClickClickDecker + Gregor McEwan, Glanz & Gloria, Osnabrück, 9. April 2011

Es dauert nicht mehr allzu lange bis zur Festival-Saison. Damit beginnt auch für viele gleichzeitig die spannendste Zeit des Musikjahres, denn für die gehören Bier aus Plastikbechern, überfüllte Zeltplätze und Platzregen im freien zum kollektiven Musikerlebnis. Die Indoor-Festivals im Frühjahr und Herbst bieten dazu ein schönes Kontrastprogramm. In meist kleinen Locations werden über eine Stadt verteilt Musiker gefeiert. Den Start in die Saison der Indoor-Festivals machte nun in seiner zweiten Auflage das Osnabrücker Popsalon. Im letzten Jahr gab es in der Friedensstadt mit Miyagi, Beat!Beat!Beat!, Enno Bunger und Eagle Seagull eine ganze Reihe Highlights über drei Tage und drei Locations verteilt. Auch 2011 wurde mit unter anderem Slut, An Horse, WhoMadeWho und auch Gregor McEwan wieder ein tolles Line-Up zusammengestellt. Leider mussten We Were Promised Jetpacks vorher absagen, was die Vorfreude ein wenig trübte.

Mit dem Konzert von Gregor McEwan und ClickClickDecker im Glanz & Gloria war aber ein Event geblieben, das wir auf jeden Fall sehen wollten. Punkt 21:30 Uhr stand der Wahl-Berliner mit dem schottischen Künstlernamen auf der Bühne des Glanz & Gloria. Dabei hatte er ebenfalls seine Band bestehend aus Cellistin, Keyboarder, Bassist und Drummer. Das machte den ruhigen Songwriter-Pop seines Debüts „Houses & Homes“ nicht undedingt lauter, dafür aber deutlich voller. Gefühlvoll trug Gregor seine Songs vor, insbesondere das Cello gab dem Live-Set eine besondere Gänsehaut-Note.

Leider herrschte während des Sets eine allgemeine Unruhe im vollen Glanz&Gloria, die sich durch konsequentes Schnattern vieler Grüppchen auszeichnete, die wohl offensichtlich nur für ClickClickDecker anwesend waren, so dass man für uneingeschränkten Hörgenuss schon ganz vorne sein und selbst dort noch tolerantes nachvornhören betreiben musste. Gregor nahm das allerdings nur mit dem ein oder anderen Witzchen hin und spielte unbeirrt durch. Nach etwa fünfzig Minuten verließ er kurz die Bühne, kam aber schnell genug noch zurück, um den Tonmann für eine letzte Zugabe zu unterbinden, der bereits Pausenmusik einspielen wollte. Nach dieser letzten Zugabe nur von Gregor und seinem Pianisten war dann leider auch Schluss und ClickClickDecker stand auf dem Programm.

Nach kurzer Umbaupause stand Kevin Hamann, der vor Kurzem sein viertes Album als ClickClickDecker mit dem Titel „Du Ich Wir beide zu den Fliegenden Bauten“ veröffentlichte auf der Bühne. Das Publikum zeigte sich nun deutlich aufgeschlossener und feierte zusammen mit ClickClickDecker kleine Popperlen voller Wortwitz und je nach Song mit einer ordentlichen Portion guter Laune, oder auch Schwermut. Den Besuchern des Konzerts war anzusehen, dass ihnen auch eher der Sinn nach Party an einem Samstagabend stand, als nach nachdenklichem Songwriter-Pop. Das wusste Kevin zu bedienen und erntete auch entsprechenden Applaus. Am Ende stand die Gewissheit, dass das Popsalon Festival auch in seiner zweiten Auflage wieder ein schönes Event war und die nördlichste Stadt des Münsterlands immer mehr als beliebte Konzertstadt prägt.

Fotos: Ariane WhiteTapes, mehr hier

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