Konzertberichte

Chuck Ragan + Nicholas Müller (Chinaski Jugend), Düsseldorf, Stone im Ratinger Hof, 30. Januar 2009

Foto: Martin WhiteTapes

Stone im Ratinger Hof – Geburtsstätte für Bands wie die Toten Hosen. Heute singt hier für Sie: Chuck Ragan. Der Mann der normalerweise seine Stimme für Hot Water Music hergibt ist nun wieder in Deutschland auf Solotour. Mit einer Mischung aus erfrischendem Singer / Songwriter Pop, Punk und vielen Folk-Einflüssen begeistert er die Massen. So auch heute im ausverkauften Stone. Auch wenn der schönste Platz der Erde für ihn die Heimat, so versichert er es uns in einem Gespräch vor de Konzert, so ist er gerne auf Tour in Deutschland. Und es kommt gut an, denn draußen ist über dem Eingang das berüchtigte „Ausverkauft“-Schild zu sehen, das so manch einem die Hoffnung raubt. Weiterhin bestätigt er das neue Album, dass bald erscheinen soll. Nach der Tour wird es eingespielt und soll dann so schnell wie möglich erscheinen.

Foto: Martin WhiteTapes

Trotzdem brennt die Frage nach Hot Water Music. „Wir machen uns nicht verrückt. Wir gehen alles ganz ruhig an und genießen es so, wie es ist. Ab und zu einige Shows zu spielen macht Spaß, aber wir wollen nichts überstürzen. Wir lassen uns Zeit.“ Chuck verneint auch nicht, dass sie bald in Europa einige Konzerte spielen. Man darf gespannt sein. Support heute: Nicholas Müller. Hä? Die Frage sei berechtigt. Wenn man dann Chinaski Jugend sagt, so erlischt so manches Fragezeichen und spätestens beim Statement, der Sänger von Jupiter Jones wird es allen klar. Direkt aus dem Studio von den Aufnahmen zum neuen Jupiter Jones Album ins Stone auf die Bühne. Es gibt technische Probleme. Wer es jedoch schafft diese so sympatisch zu lösen, hat gewonnen. Ein guter Auftritt und ein würdiger Support für Chuck Ragan. Beifall.

Nun aber zum Wesentlichen. Ganz alleine steht er nicht auf der Bühne, der gute Chuck. Jon Gaunt an der Geige und Digger Barns am Bass stehen im zur Seite. Aber sie sind alle nur wegen Chuck gekommen. Zwei Stunden, eine Setlist bunt gemischt und auch in minimaler akustischer Ausführung abwechslungsreich. Egal ob die Songs alt sind, erst einmal geprobt wurden oder bekannte Songs von Hot Water Music, dem Publikum gefällt es. Und es zollt lauten Respekt: lauter Applaus, lautes mitsingen, laute Zwischenrufe, und das ist wohl das einzigartige an so kleinen Locations wie dem Stone. Diese Spannung, die zwischen Publikum und dem Artisten steht, das sich gegenseitige Aufpuschen, das miteinander sein und das Intime. Shows in großen Locations haben zwar auch ihren Reiz, werden jedoch nie das Gefühl eines Clubkonzertes erreichen. Die letzte Zigarette rauchte Chuck vor zwei Monaten und so manch einer fürchtet um den rauen Klang seiner Stimme, die die Gänsehaut beim Hörer inklusive hat, auch wenn er nicht jeder Ton getroffen hat, auch wenn der eine Verspieler hier war und so manche neuen Lieder noch nicht perfekt sitzen, so hat der gute Herr an diesem Abend wieder einmal nichts falsch gemacht. Nach zwei Stunden, sichtlich gerührt vom lauten Applaus, war dann aber auch Ende mit Chuck Ragan.

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