Konzertberichte

Cargo City + Élysée + Just Us And Jonas, Münster, AMP, 30. Mai 2009

Hinreißend, das ist wohl eines der Worte, das perfekt das Cargo City Konzert im AMP beschreibt. Simon Konrad war zum Tourabschluss blendend aufgelegt, seine Backing-Band ebenso, das Publikum war in Tanzlaune und die Support-Bands waren auch jeweils auf ihre ganz eigene Weise speziell. Die erste davon betrat bereits um kurz vor halb 10 die Bühne des AMP. Ungewöhnlich, weil Konzerte im AMP zwar immer um diese Zeit beginnen sollen, aber meistens doch noch 45 Minuten vergehen, bis es wirklich soweit ist. Just Us And Jonas hießen die und stammen aus dem schönen Münster. Im Programm hatte das Quartett schrammeligen Indie-Pop mit treibendem Rhythmus und englischen Texten.

Als nächstes sollten die Kölner Indie-Popper von Élysée auf dem Programm, die Cargo City bereits auf der gesamten Tour begleiteten. Die machten kurzweiligen Indie-Pop mit deutschen Texten und akustischer Gitarre, der vom Ausdruckstanz einiger mit der Band befreundeter junger Damen begleitet wurde. Die Songs waren alles andere als zwingend, machten aber Laune und hielten das anwachsenden Publikum bei der Stange. Das bezifferte sich dann, als Simon Konrad mit seinen Mitstreitern um 23 Uhr die Bühne betraten auf knapp 50. Die sollten wie bereits erwähnt einen blendend aufgelegten Simon Konrad erleben, der ab dem ersten Takt und das gesamte Set hindurch Sympathie pur ausstrahlte. Dazu trugen natürlich auch die Songs bei, denn von Sympathie allein lebt ein Set noch nicht. Eröffnet wurde das Cargo City Set vom „On.Off.On.Off.“ Opener „Hold On In The Rye, Holden“, das mit gefühlvoller Stimme und sanftem Gitarrenspiel vorgetragen wurde. Durch die zweite Gitarre gestalteten sich alle Songs dann ein wenig druckvoller und insgesamt wirkten Cargo City so auch mehr nach einer gewachsenen Band, als nach ein paar Background-Musikern um Frontmannn Simon Konrad. Auch durch den kurzzeitigen Ausfall des Pianos ließen sich die Musiker nicht aus der Ruhe bringen. Durch den live noch viel organischeren Band-Sound wirkten alte und neue Stücke wie aus einem Guss und ließen kaum Unterschiede zwischen den Alben erkennen. Als besonders schön entpuppten sich dabei die Stücke „When I Sleep I Disappear“, „Hospitals And Flowershops“ und das tänzelnde „Ode To No One“, die alle durch die sehr direkte Stimme von Simon beeindruckten. Nach knapp 50 Minuten guter Laune und toller Songs war das Set auch schon beendet. Die Party-Gänger drängten bereits ins AMP, die Band aber auch noch für eine letzte Zugabe auf die Bühne, nach der es viel verdienten Applaus für einen tollen Tour-Auftakt im schönsten Club Deutschlands gab.

Fotos: Ariane WhiteTapes

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