Konzertberichte

Bon Iver, Köln, Gebäude 9, 30. September 2008

Magie ist ein Wort, das nicht gerade selten im Zusammenhang mit dem Debütalbum „For Emma, Forever Ago“ von Justin Vernon’s Soloprojekt Bon Iver gebraucht wurde. Jetzt wo dieses Wort auch durch den Film „Krabat“ durch die Gazetten schwirrt, fand sich Justin Vernon mit seiner Band im Kölner Gebäude 9 ein, um zu zeigen, was echte Magie von Kinomagie unterscheidet. Schon im Vorfeld war klar, dass das Kölner Gebäude 9 die ideale Kulisse für ein Bon Iver Konzert ist und so schaffte Justin es mit seinen Mannen den abgewrackten Club im Kölner Hinterhof in seine Waldhütte in Wisconsin zu verwandeln, in der die Aufnahmen zum Album statt fanden.

Aber eins nach dem Anderen. Nachdem wir etwas verspätet das Gebäude 9 erreichten und eine Dame mit quäkender Stimmer gerade die letzten Takte auf ihrer Gitarre spielte begann die kurze Umbaupause für Bon Iver, ein paar Stühle wurden bereit gestellt, das Schlagzeug noch einmal geprüft und kurz darauf betraten Justin Vernon und Kumpanen die Bühne des Gebäude 9. Schon mit den ersten Takten des Albumopeners „Flume“ waren alle Anwesenden gefangen im Zauber der Musik, die durch die Interpretation mit der Band noch einiges an Kraft hinzugewann. Schon die Bandinterpretation der Stücke bei der Myspace-Transmissions EP (hier im kostenlosen Download) sorgte für eine wohlige Gänsehaut, live und in Farbe ist das noch eine Spur beeindruckender.

Die Anwesenden im sehr gut gefüllten Gebäude 9 wurden quasi Gefangene der gefühlvollen, spärlich instrumentierten Stücke. Besonders Songs, wie „Lump Sum“ und insbesondere „Skinny Love“ (hier auch im kostenlosen Download) woben eine Atmosphäre, die sich wohlig über das mucksmäuschenstille Gebäude 9 legte. Spätestens bei „The Wolves (Act I And II)“ dürften auch dem Letzten angenehme Schauer über den Rücken gelaufen sein, als sich Justin mit Band in ein so beeindruckendes und bewegendes Getöse steigerte, dass es fast schon unerträglich schön war. Bei „Re:Stacks“ durfte Justin dann auch noch einmal solo ran, um kurz darauf nach 60 Minuten voller Magie, mit der gesamten Band und einem Cover von „Lovin‘ For Fools“ das Publikum in die kalte Nacht zu verabschieden.

Fotos: Myspace des Künstlers

Iain WhiteTapes

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