Konzertberichte

Bloc Party + Delphic, Köln, Palladium, 17. Februar 2009

Foto: Ariane WhiteTapes

Keine 2 Wochen ist es her, da rissen Bloc Party im Cineplex in Münster die Leute aus den Sitzen (Wir berichteten). An diesem Abend im Palladium wurde niemand aus den Sitzen gerissen, denn das Palladium in Köln ist bekanntermaßen eine reine Stehlocation. Fasziniert ist man trotzdem vom vielen bunten Lichtern und einer gut gemischten Setlist.

Es ist 20.00 Uhr in Köln und man erblickt vor der Halle kilometerlange Schlangen – die sollen und wollen alle ins Palladium? Es ist ausvekauft mit 4000 Besuchern, aber gefühlt sind es mehr , betrachtet man die Schlange an der Schanzenstraße. Auf der Homepage wird die Parkplatzsituation rund ums Palladium und E-Werk als gut bezeichnet, die Praxis zeigt jedoch eine andere Wahrheit. Ein zu kleiner Parkplatz, für den bezahlt werden muss (…) ist bereits nach wenigen Minuten voll und rund ums Palladium befinden sich so einige Park/Halteverbote. Dies verhindert so manchen Besucher auch rechtzeitig da zu sein um die Vorband zu sehen. Im diesem Fall verzichten wir also über einen Bericht zu Delphic und empfehlen euch mal selbst diese Band anzuhören und zu urteilen, anderes blieb uns leider auch nicht übrig.

Es ist 21.00 Uhr und Bloc Party betreten die Bühne mit ihrer aktuellen Single „One Month off“. Ein Lichtspektakel erwartet die Besucher an diesem Abend, das seinesgleichen sucht. Stimmig – zu jedem Song die passende Lichtshow, anders der Sound, der zieht sich leider nicht durch das ganze Palladium und so wirkt das Schlagzeug relativ weit hinten sehr dünn. Dafür ist der Gesang umso besser. Es ist eine Kunst, live so zu singen, dass es sich wie auf den Aufnahmen anhört, aber man im gleichem Atemzug einfach spürt, dass es trotzdem live gesungen ist. Sänger Kele beherrscht diese Kunst. Die recht spärlich gesäten Ansagen an diesem Abend jedoch werden vom Publikum nicht so gut angenommen. Es mag am Cockney liegen, dem Londoner Akzent von Herrn Okereke. So beschränkt sich Sänger Kele mehr darauf zu fragen, wie es den 4.000 Zuschauern geht, denen geht es gut und sie feiern ausgiebig diese Party, auch wenn sie recht kurz ist. Mitreißen können Bloc Party bekanntlich sehr gut und die Stimmungskurve steigt während des ganzen Konzertes stetig. Schön ist dabei auch immer wieder der Übergang bei „Song for Clay“ in „Banquet“, ohne Gitarre, dafür mit Effektgerät spielend, zeigt Sänger Kele bei Mercury, dass er Rhythmus im Blut hat. Ein roter, dramarturgisch schöner Faden zieht sich durch die Setlist, für diejenigen, die bereits in Münster waren, fehlt wahrscheinlich die Abwechslung, da dies jedoch nur ein kleiner Teil ist, fällt es nicht so schwer ins Gewicht. Insgesamt gab es eine gute Mischung aus allen drei Alben, wobei die Songs vom erstem Machwerk Silent Alarm immer noch diejenigen sind, die am Besten angenommen werden. Mit „The Prayer“ ist der erste Teil des Abends beendet. Nach knapp einer Stunde verabschieden sich die vier Briten für eine kurze Verschnaufpause hinter der Bühne. Nicht aber ohne, wie es sich für große Rockstars gehört, noch einmal die Bühne zu betreten um 4 weitere Songs zu spielen, bevor nach „Helicopter“ und 2 weiteren Zugaben dann endgültig Schluss war und die Lichter angingen. Schön war es und jeder verlässt das Palladium ohne im Hinterkopf zu haben, dass die großzügige Parkplatzsituation eine schnelle Abreise verhindern wird und man noch so einige Zeit, vielleicht ja mit Bloc Party im CD-Player, im Auto verbringen darf.

Fotos: Ariane WhiteTapes, vom Konzert in Münster, noch viele mehr hier

Discussion

Comments are closed.

Archive