Konzertberichte

Beat!Beat!Beat!, Druckluft, Oberhausen, 12. Oktober 2010

Es ist schon interessant wie sich eine Band innerhalb von einem halben Jahr entwickeln kann. Nachdem ich Beat!Beat!Beat! im April in Osnabrück live gesehen hatte, war ich wirklich gespannt, ob sie es diesmal schaffen würden mich zu überzeugen.

Gut… damals hatten sie zugegebenermaßen wirklich kein leichtes Spiel, da sich der Veranstalter mit Miyagi einen Support ausgesucht hatte, der ja bereits ein Album auf den Markt geworfen und ein zweites in Planung hatte. Wäre die Abfolge anders herum gewesen, also Beat!Beat!Beat! als Support für Miyagi, hätte ich den Auftritt bestimmt ganz anders wahrgenommen.

Aber es geht ja jetzt nicht um Osnabrück, sondern um den Auftritt der Viersener in Oberhausen.

Ich erwartete ehrlich gesagt viele junge und kreischende Mädels unter denen ich mir mit Sicherheit ziemlich alt vorgekommen wäre. Umso überraschter war ich, einem (was das Alter angeht) recht breit gefächerten Publikum im Druckluft zu begegnen.

Der Support, eine Band namens Champions aus Koblenz, hatte leider mit einigen technischen Problemen zu kämpfen. Bereits vor Beginn des Konzertes fiel der Strom aus. Als alles wieder lief, konnte es dann losgehen und die Jungs spielten bis… zum nächsten Stromausfall. Diesmal erloschen leider mitten im Set alle Lichter. Als es nach einer gefühlten Ewigkeit endlich weitergehen konnte, waren alle Einstellungen des Mischpultes weg. Ärgerlich. Das führte natürlich zur Verwirrung im Publikum. Während des Stromausfalles gingen einige nach draußen und danach ärgerten sich einige, dass Sänger Dennis nicht mehr zu hören war. Dafür kann die Band natürlich nichts. Nach ein paar Minuten und einigen ziemlich fiesen Rückkopplungen klang alles wieder gut und der Strom blieb für den Rest des Abends an. Wie praktisch.

Die Champions aus Koblenz erinnerten mich sehr an die Kilians aus dem beschaulichen Dinslaken – ein bisschen zu sehr für meinen Geschmack. Sänger Dennis könnte man mit geschlossenen Augen auch für Simon den Hartog halten.
Ein wenig mehr Eigenes würde den Jungs ganz gut tun. Aber insgesamt konnten sie mich als Support und Anheizer überzeugen. Um allerdings mal als Hauptact auf einer Bühne stehen zu können, würde ich persönlich an der Individualität des Sounds noch etwas arbeiten. Da ich aufgrund der ein oder anderen persönlichen Erfahrung kein Freund der Kilians bin, zog ich kurzerhand einfach einen Austausch der beiden Bands in Erwägung. Kopfkino ist doch immer wieder erfreulich.

Nach einem kurzen Umbau und einigen „Moritz“-Kreischern aus der ersten Reihe, eroberten dann Beat!Beat!Beat! die Bühne. Die gesammelte Erfahrung auf diversen Festivals und Konzerten und bestimmt auch bei der Aufnahme ihres kürzlich erschienenen Albums „Lightmares“ (hier zur Review) machte sich sofort bemerkbar. Irgendwie schwang eine gewisse Authentizität mit, die mir im April in Osnabrück noch gefehlt hat. Plötzlich hatte ich eine Band vor mir, die wie selbstverständlich ihre Songs zum Besten gab. In dem halben Jahr schienen die Jungs sich selbst ein wenig mehr gefunden zu haben. Die Setlist des Abends fand ich unglaublich gut zusammen gestellt. Songs wie „Fireworks“ und „You’re Designer“ wurden bewusst aufgehoben und erst zu fortgeschrittener Stunde gespielt. Also wurde nicht sofort das Pulver verschossen, sondern gezielt über den Abend verteilt. Bei „You’re Designer“, meinem persönlichen Highlight des Abends, übernahmen die Fans kurzerhand die Zweitstimme im Refrain, genau wie bei „Fireworks“. Einen Chor brauchen die vier Jungs wohl nicht zu engagieren, um die mehrstimmigen Effekte der Studioversionen auch live wiederzugeben.

Nach dem Abklingen des letzten Songs stand für mich fest, dass ich „Lightmares“ direkt an diesem Abend am Merchstand der Band käuflich erwerben werde und so wurde das Erstlingswerk von Joshua, Marius, Moritz und Tim auf der Rückfahrt auch direkt angespielt.

Fazit: Überzeugt! Sowohl live als auch auf Platte.

Fotos: Chiara WhiteTapes

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