Konzertberichte

Bad Religion + AFI + Sum 41 (Telekom Extreme Playgrounds), Landschaftspark Nord, Duisburg, 25. April 2010

„More than just a Punkrock-Song“. Eine wohl treffende und würdige Beschreibung für Bad Religion. Seit nun mehr 30 Jahren stampfen sie über die Bühnen der Welt und werden kein bisschen leise und vor allem nicht langsam. Ihren einzigartigen Sound gab es bei den diesjährigen Extreme Playgrounds der Telekom, wo sie zusammen mit AFI und Sum 41 für die musikalische Untermalung des Skatefestivals gesorgt haben. Mehrfach ließen Festivalfreunde sich die Saison durch dieses Event einleiten, auch dieses Jahr fanden 4500 Zuschauer den Weg in den Landschaftspark Nord in Duisburg.

Zur Eröffnung fanden Sum 41 Platz auf der Bühne. Lang ist es her, als sie mit Teeniepunk für Highschool Filme für Zuhörerkundschaft sorgten. Wild, laut und dreckig. Alles was eine wilde Punkrock-Show zu bieten haben sollte, findet man bei Sum41. Inklusive Sänger mit tiefen Rändern unter den Augen. 45 Minuten lang gab es neben alten Hits wie „Into deep“ und „Fat Lip“ auch grandiose Punkrock-Songs der letzten Alben zu hören. Wenn sie sich irgendwann mal ganz von dem „Fat Lip“ Image reißen können, werden sie noch zu den Großen des Punkrocks gehören.

Früher wilder Emocore, heutzutage düstere Popsongs mit Schreifaktor. AFI haben sich gewandelt. Auch Sänger Davey Havok. Die lange dunkle Strähne, die sein Gesicht zierte, ist nun weg. Das holt das Männliche hervor, was vom Bart unterstrichen wird. Die Mädels in den ersten Reihen freut es. „Crash Love“, das letzte Album der 4 Amerikaner, ging hier im Gegensatz zum Vorgänger „Decemberunderground“ unter, trotzdem wurde es wild in den ersten Reihen.

Bad Religion. Die Institution im Punkrock-Business. 30 Jahre, kein bisschen leise. Diese Band geht ihren Weg, unbeirrt von allem, immerhin den Zeigefinger erhoben und das Schlechte in der Welt an mahnend. So manch einer sagt, es klingt alles gleich, aber es ist einfach der unverkennbare Sound der Band, die harmonierende Stimme vom Professor Graffin und das unüberschaubare Repertoire an großartigen Songs. Auch dieses Mal ist bei dem einzigen Deutschland Auftritt im Frühjahr alles dabei. Die Altpunks von früher freuen sich über „We´re only gonna die“, Fans der glorreichen Zeit freuen sich über den „Punkrocksong“ und die Jungen Schwingen bei „Sorrow“ mit. Und immer der gehobene Finger von Greg Graffin, der die Menschheit mahnt. Auf die nächsten 30 Jahre!

Wer die Altmeister verpasst hat, darf sich freuen. Im Sommer 2010 sind die auf so einigen Festival- und Clubbühnen des Landes zu finden
4.6. Rock im Park
6.6 Rock am Ring
7.6. Bielefeld
8.6. Berlin
9.6. Hamburg

Bildmaterial: Telekom

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