Konzertberichte

Arctic Monkeys + 1000 Robota, E-Werk, Köln, 22. Juni 2011

Nach mehr als einem Jahr der letzten Tour kamen die Arctic Monkeys für zwei Konzerte nach Deutschland, nach Berlin zwei Tage zuvor war also nun Köln an der Reihe, und zwar im E-Werk. Das war natürlich ausverkauft und so kommt die Frage auf, warum die Monkeys sich nicht direkt zu Beginn für das gegenüber liegende Palladium entschieden haben, was mit Sicherheit auch ausverkauft gewesen wäre. So scheint es, als waren die vier Jungs aus Sheffield auf eher „intime“ Konzerte ausgelegt und nicht auf eine ausgiebige Hallentour, auch wenn im E-Werk schon um die 2000 Leute Platz finden. Das Album zur Tour ist das mittlerweile vierte Album, „Suck it and see“, der Nachfolger von „Humbug“, das bereits gespaltene Kritiken erhielt da der Unterschied zum ersten und zweiten Album auf der Hand liegt.

Opener war nicht wie in Berlin Miles Kane, sondern die Hamburger Band 1000 Robota. Diese begannen ihr Set nicht wortlos mit dem ersten Song, sie richteten sich zunächst an das Publikum mit den Worten, dass sie selbst als Konzertgänger meist auch keine Lust auf Vorbands hätten, baten jedoch darum, trotzdem zuzuhören und das kurze Set zu überstehen. Mit diesen Wort ging man schon ganz anders an die Sache heran, so kamen einem die paar Songs auch gar nicht so lang vor. Die eher rocklastigen Songs mit deutschen Texten heizten denen, die noch nicht auf die Arctic Monkeys eingestimmt waren, auf eben diese ein.

Kurz nach 21 h und mehrmaligen Setlistwechseln ging das Licht aus und die Arctic Monkeys betraten die Bühne. Das Jubeln hielt nicht lange, denn sie legten sofort mit dem zu Beginn eher ruhigen „Library Pictures“ los, das aber nicht so ruhig bleibt und sich nach ein paar Sekunden zu einem rockigen Stück entwickelt. Das Publikum war, wie die Band auch, in einer sehr guten und ausgelassenen Stimmung, klatschte und rockte seit der ersten Minute mit, in den ersten Reihen wurde geschwitzt und gedrückt was das Zeug hielt. Dies ging konsequent bis „Brick by brick“ so weiter, dann beruhigten sich die begeisterten Konzertbesucher wieder ein wenig, vor allem bei der Ballade „Cornerstone“. Doch dann ging es wieder los, mit dem Song, der den Arctic Monkeys die erste Aufmerksamkeit schenkte: „I bet you look good on the Dancefloor“ . Die aktuelle Single kündigte Alex Turner auf deutsch an und sang den Satz auch im Song selbst auf deutsch, was mit seinem Sheffielder Akzent besonders gut bei den Zuschauern ankam.

Nach einem weiteren Publikumsliebling, „When the sun goes down“, und einer kurzen Pause folgten drei Zugaben, „The hellcat spangled shalalala“ vom neuen Album, „The view from the afternoon“ und natürlich „Fluorescent Adolescent“ . Ohne große Worte verließen die vier die Bühne auch wieder, aber das sollte man als eingefleischter Fan gewohnt sein.

Insgesamt wurden also genau 20 Songs gespielt, darunter waren nur 7 von dem neuen Album. Trotzdem standen die Arctic Monkeys nur etwas mehr als eine Stunde auf der Bühne. Für 35€ darf man dann vielleicht doch etwas mehr erwarten. Das heisst nicht, dass das Publkum nicht auf seine Kosten kam. Man sah nach dem Konzert nur begeisterte Gesichter und verschwitzte Jungs, man kann ohne schlechtes Gewissen sagen, dass die Monkeys ihre Fans an diesem Abend mehr als mitgerissen haben. Außerdem hat man deutlich gemerkt, dass sich die Arctic Monkeys musikalisch und vor allem äußerlich verändert und weiterentwickelt haben. Sie sind nicht mehr die vier Jungs aus Sheffield, sondern schon fast erwachsene Männer, denen man ihre Erfahrung mit den Instrumenten und Bühnenshows ansieht, sie sind professioneller geworden.

„Setz dich nicht denn dein Stuhl ist weg!“ Von Sitzen konnte gewiss keine Rede sein!

Fotos: Stephanie WhiteTapes

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