Konzertberichte

Alarmstufe Ocker – Münster, Gleis 22, 23. August 2008

Die Sommerpause im Gleis 22 ist immer eine schwere Zeit für die Indieszene in Münster, nicht nur, weil das Angebot an Konzerten plötzlich drastisch sinkt, sondern auch weil mit Infectious Grooves immer eine der besten Indieparties der Stadt pausiert. Nach dem Ende der Sommerpause haben sich dieses Jahr die Macher von Infectious Grooves etwas ganz Besonderes überlegt. Statt wie sonst „einfach“ nur Party zu machen wurden kurzerhand noch zwei hochkarätige Acts auf die Bühne gezaubert, um den heißen Partyherbst einzuläuten.

Eröffnet wurde an diesem Abend von Songwriter und Miyagi-Drummer Daniel Ortega, der nebst Miyagi-Bassist Assel und einigen anderen Musikern ein kurzweiliges Set eigener Songs, ein paar Coverversionen, u.a. von Friska Viljor und The Ghost Of Tom Joad (hier zeigte er sogar, dass auch Kompositionen von Ghost Of Tom Joad richtig gut sind, wenn sie richtig vorgetragen werden) und mit Bad Penny sogar einem Song von Miyagi. Mit 45 Minuten spielte er eine überaus unterhaltsame Show, mit der er es sogar schaffte, viele der Raucher, die an der Reling auf Alarmstufe Ocker warteten, ins Gleis 22 zu locken. Eine kleine Überraschung hielt er am Ende des Sets für das gut gefüllte Gleis 22 bereit, als die Mädels von der Alarmstufe Ocker ihn tatkräftig bei „Bad Penny“ unterstützten.

Nach einer kurzen Umbaupause stürmten dann die Queens und der König of Indie-Chanson (zumindest was den Hit „Le Crocodile“ angeht) von der Alarmstufe Ocker die Bühne. Anna zwar noch sichtlich nervös, aber dennoch mit dem Charme, den die Alarmstufe auf ihrer EP so schön rüber gebracht hat. Dass Alarmstufe Ocker nach einer handvoll gespielter Konzerte noch keine große Routine ausstrahlen werden war zu erwarten, die Bühnenpräsenz der Band ist dennoch schon sehr ausgeprägt. Die kleinen Pannen während des Sets, als etwas das Schlagzeug kurz nicht mit machen wollte, machten den Auftritt dann nur noch charmanter. Der Münsterindiediscohit „Le Crocodile“ war natürlich der größte Kracher des Sets, aber auch die ganz neuen Songs zündeten gut, auch wenn Anna nach einem Song über Inga Humpe, in dem ihr Name an die 5 mal fällt, erklären sollte, über wen der Song gerade war. Nach ca. 40 Minuten „Ock’n’Roll“ war die Alarmstufe auch schon durch, ließ sich aber noch einmal auf die Bühne bitten, um zusammen mit Daniel Ortega und Band ein lang gestrecktes Cover von „Lemon Tree“ zu spielen. Auf der anschließenden Infectious Grooves Patry blieb das Gefühl zurück eine der kommenden Indiebands aus Münster gesehen zu haben und die Gewissheit, dass das Konzert am 14. November im AMP nur großartig werden kann.

Myspace von Daniel Ortega mit Gratisdownloads
Myspace von Alarmstufe Ocker mit Gratisdownloads

Fotos von Ariane, mehr hier

Iain WhiteTapes

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