Konzertberichte

Admiral Fallow + Slow Down, Molasses – FZW, Dortmund, 23. September 2012

Admiral Fallow

Lange mussten wir darauf warten, dass das schottische Musikerkollektiv von Admiral Fallow sich endlich von den britischen Inseln wagt, um auch im Rest Europas ein paar Konzerte zu geben. Vor mehr als zwei Jahren veröffentlichte die Band um Songwriter Louis Abbott nämlich bereits ihr Debüt „Boots Met My Face“ und wusste uns damit mehr als zu begeistern. Nur ein Jahr später durften sie den Rerelease auf neuem Label feiern. Auf der Erfolgsleiter ging es danach konsequent weiter nach oben. Im letzten Jahr nahmen Admiral Fallow ein neues Album auf, das in diesem Jahr mit dem Namen „Tree Bursts In Snow“ auf ihrem neuen Label Nettwerk erschien. Erstmals auch mit voller Promo in Europa und im Herbst diesen Jahres dann auch endlich mit Deutschland-Tour.

Den Start feierten sie zunächst in Hamburg und Berlin, bevor sie endlich auch für zwei Termine nach NRW kamen. Nämlich zunächst in die Westfalen-Metropole Dortmund und anschließend in die Rhein-Metropole Köln. Bei ihrem Termin in Dortmund hatte die Band harte Konkurrenz, denn zufällig feierte auch der erste Tatort aus Dortmund an diesem Abend mit Jörg Hartmann in der Hauptrolle Premiere. Als der um kurz nach 8 startete stand mit Slow Down, Molasses auch schon der Support-Act des Abends auf der Bühne. Das Sextett aus dem kanadischen Saskatoon war für seine kurze Europa-Tour mit Auftritten in den Niederlanden, Berlin und dem Reeperbahn Festival zu viert angereist und startete mit einem atmosphärischen Instrumentalsong, bei dem sie eine laute Gitarrenwand aufbauten.

Slow Down, Molasses

In der Folge ging es eher ruhig zu. Die Band spielte Indie-Rock, wie man ihn aus Kanada kennt. In den Momenten in der die Bassistin den Gesang übernahm erinnerten Slow Down, Molasses stark an ihre Landsmänner und -frauen von Arcade Fire, war der Gesang doch ähnlich hoch wie der von Regine Chassagne und auch die Stücke jeweils ähnlich ruhig und folkig instrumentiert. Besondere Erwähnung muss hier natürlich auch die hervorragende Kleiderwahl des Gitarristen finden, der das Set stilsicher in einem Owen Pallett T-Shirt bestritt. Knapp eine halbe Stunde dauerte das Set der Kanadier, die sich durch ihren stark elektrischen Sound doch ein wenig von den üblichen Kanada-Folk- / Indie-Rock-Truppen abhob. Wirklich spannend war das Set der Band allerdings auch nicht, weshalb sie so schnell wieder vergessen sein dürften, wie sie kurz nach Einlass plötzlich auf der Bühne standen. Die anschließend Umbaupause gestaltete sich dann auch wirklich kurz und bereits um 10 nach 9 standen die sechs Schotten dann auch schon auf der Bühne. Mit „Tree Bursts“ spielten sie dann den „Titeltrack“ ihres neuen Albums und machten dabei gleich klar, dass sie auch live eine ähnliche Intensität, wie auf den Albumaufnahmen bieten. Aber natürlich erzeugt eine Band zu sechst ja auch einigen Druck. Knapp fünfzig Besucher hatten sich zu diesem Zeitpunkt ins FZW verlaufen und trauten sich auf Einladung von Sänger Louis Abbott, der ganz offensichtlich kurz vor Tourstart seinen Vollbart geopfert hat, näher vor die Bühne. Dort bekamen sie eine tolle Mischung aus Songs des ersten und zweiten Albums und ruhigen, sowie schnelleren Songs geboten.

Admiral Fallow

Das erste Highlight folgte zweifelsohne mit der zweiten Albumsingle „The Paper Trench“. Das stärkste Stück des Albums erzeugte live eine ähnlich einnehmende Atmosphäre, wie bei den Aufnahmen. In der folgenden Pause, war es ruhig wie in allen Pausen. Eine Stille, die nur von den kurzen, leicht schüchternen Ansangen von Louis unterbrochen wurde. In dieser Pause hatte er besonders viel Redebedarf, denn er bat die Besucher darum, den Refrain von „Isn’t This World Enough?“ mitzusingen und gab auch eine kurze Einführung. Während des Songs hatte das dann eine seltsame Religions-Unterricht-Atmosphäre zur Folge, nebst mitklatschen und Chorgesang. Aber auch das ist mal eine neue Erfahrung für ein Konzert und die übliche „He’s got the whole world in his Hands“ Peinlichkeit blieb aus.

Ein weiteres Highlight war wie alle schnelleren Stücke sicherlich die Single „Guest Of The Government“. Mit der marschierte die Band ordentlich nach vorn und traute sich in der Folge auch wieder einen deutlichen Bruch zu. „Four Bulbs“ stand nämlich auf dem Plan. Und das sangen die sechs Schotten nur von einer Akustik-Gitarre begleitet hübsch in Reih und Glied stehend akustisch in der Mitte der Bühne. In der Folge sollten noch drei Songs folgen, bevor sich Admiral Fallow für eine kurze Pause von der Bühne begaben, um dann mit „Old Balloons“ eine mitreißende Zugabe zu spielen. Fast eineinhalb Stunden dauerte der Auftritt von Admiral Fallow an diesem Abend. Eine Länge, an der man schon sieht, dass die Band nun wirklich keine Newcomer sind, auch wenn sie vom FZW als solche angekündigt wurden.

Noch einen Besuch der Schotten werden wir uns also auf keinen Fall entgehen lassen, dann gerne auch mit etwas mehr Gesellschaft im Publikum, damit der Chor bei „Isn’t This World Enough“ noch ein wenig lauter wird.

Fotos: Ariane WhiteTapes, mehr von Admiral Fallow hier und mehr von Slow Down, Molasses hier

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