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We Were Promised Jetpacks – Interview

Am Freitag erscheint mit „These Four Walls“ das mit Spannung erwartete Debüt-Album der schottischen Indie-Rocker von We Were Promised Jetpacks, die wir euch ein paar Tagen bereits vorstellten. Darauf vermengen sie schottischen Alternative-Rock mit jeder Menge Post-Rock und modernem Indie-Rock. Wir sind bereits jetzt schwer verliebt in die Scheibe, die die Band zusammen mit Produzent Ken Thomas (David Bowie, Sigur Ros) und Mischer Peter Katis (Frightened Rabbit, The Twilight Sad und The National) in Glasgow eingespielt hat und freuten uns deshalb um so mehr, Sänger und Gitarrist Adam Thompson zum Interview bitten zu dürfen.

Hi Adam, vielen Dank für das Interview. Bist du eigentlich aufgeregt so kurz vor dem Release des Albums?

Adam: Es geht, also ich hab mir das schlimmer vorgestellt, das liegt vermutlich auch daran, dass das Album vor einigen Monaten ins Internet gelangt ist und ich deshalb auch schon viele positive Meinungen dazu gehört habe.

Wie war es für dich, das Album im Internet zu finden?

Adam: Eigentlich ganz witzig, also irgendwie. Meine Mama hat das gefunden und rief mich ganz aufgeregt an, dass sie das Album gefunden hat und es sich gleich angehört habe. Ich weiß noch, ich hab gesagt „aber Mama“ und sie meinte nur, „ja, das ist ja auch schade, aber die Songs sind echt toll geworden“. Da war ich schon ein wenig stolz und ich glaube auch nicht, dass wir dadurch jetzt so einen riesigen finanziellen Schaden haben. Es ist eigentlich auch eine gute Werbung, wenn dadurch dann auch mehr Leute von uns hören und zu den Konzerten kommen.

Denkst du, euer Name hilft da auch als Werbung? Er ist doch sehr einprägsam und überraschend, wie kamt ihr darauf euch so zu nennen?

Adam: Ja klar. Das war ganz komisch. Es ist nun einmal sehr schwer einen Bandnamen zu finden und dann haben wir da diesen Titel einer Abhandlung gefunden, der ist hängen geblieben und so kam es dann dazu.

Hattet ihr noch einen bestimmten Anspruch an einen Namen, oder fandet ihr den einfach cool?

Adam: lacht Nein, wir fanden halt einfach das klingt sehr cool und auch ein wenig albern. Da haben wir gar nicht weiter drüber nachgedacht. Wir hoffen eben er prägt sich gut ein und ringt den Leuten vielleicht auch ein Lächeln ab.

Euer Album heißt „These Four Walls“, ist das eine gewollte Anspielung auf die typisch schottische Heimatverbundenheit?

Adam: Ja klar, also diese Heimatverbundenheit ist mir schon wichtig, klar ist sie glaube ich auch typisch für Schottland. Der Titel deutet auch auf die Bescheidenheit der Schotten hin, wir sind zufrieden wenn wir vier Wände zum leben haben, eine tolle Familie und ein paar gute Freunde mit denen wir uns treffen können. In unserer Musik schwingt glaube ich auch noch dieser Humor mit und eine warmherzige Note. Ja, ich glaube es ist schon sehr schottisch geworden. lacht Schottland ist eben auch ein großartiger Landstrich, das schlägt sich auch bei uns nieder.

Verlief die Arbeit am Album eigentlich so wie geplant, oder musstet ihr während der Aufnahmen einiges umschmeißen, weil ihr gemerkt habt, dass einige Dinge so keinen Sinn machen?

Adam: Nein, wir hatten diese Songs ja schon eine ganze Zeit. Nur ein paar haben wir im Studio geschrieben, das lief aber auch ganz natürlich ab. Fat Cat hat uns da auch viel Freiheit gelassen. Weil wir auch sehr live orientiert sind, haben wir die Songs quasi im Proberaum live aufgenommen.

Erinnert ihr euch noch an dem Moment, an dem ihr gemerkt habt, jetzt ist das Album fertig und wir müssen an keiner Stelle mehr schrauben?

Adam: Ja, das war ganz einfach. Wir haben das live in meinem Zimmer durchgespielt und alles machte genau so Sinn, da haben wir gemerkt, das können wir dann auch genau so auf dem Album stehen lassen. Das kommt hoffentlich auch auf dem Album rüber, also dieses organische, offene Live-Gefühl, aus der Umgebung, in der das Album aufgenommen wurde. Wir sind glücklich über das Ergebnis und freuen uns sehr, das in Handarbeit geschaffen zu haben.

Wie sehr hat sich euer Sound eigentlich verändert, seit ihr als Band angefangen habt?

Adam: lacht Oh, extrem. Wir haben mit 15 Jahren angefangen und amerikanischen Highschool Rock gespielt. Da haben wir uns natürlich weg entwickelt, von 90 sekündigen Popsongs zu Songs, die größer werden und sich mehr nach uns anfühlen.

Wer hat euch dabei beeinflusst?

Adam: Vor allem schottische Bands, besonders The Twilight Sad und Frightened Rabbit. Das ist auch toll, mit denen jetzt auf einem Label zu sein und arbeiten zu dürfen. Franz Ferdinand auch, in der Zeit, als sie hier in Glasgow anfingen. Also vor allem schottische Bands waren da wohl sehr wichtig für uns. Ich glaube auch, im Moment ist schottische Musik auch sehr im kommen, mit Dananananaykroyd, Broken Records, uns und noch ein paar anderen kommen da auch im Moment viele tolle Debüt-Alben raus. Klar gibt es da auch andere Boom-Regionen. Aber hier ist da gerade diese gewisse Bewegung junger Bands, die unter einem gewissen Geist vereint scheinen. Außer dem Akzent hat die schottische Szene denke ich auch eine Menge zu bieten. Ich weiß zwar nicht, wie die Szene in London ist, aber hier werden auch immer verstärkter lokale Bands unterstützt. Statt zu Oasis zu gehen, kommen die Kids lieber zu kleinen intimen Konzerten und schauen sich uns, oder eben Broken Records an, weil die auch wissen, dass sie auch für nur 5 Pfund eine gute Zeit haben können, statt 50 für Oasis aus zu geben.

Wie war eigentlich das SXSW für euch? Das war doch bestimmt ganz anders als zu Hause.

Adam: Klar, das war eine ganz andere Welt. Auch klasse für uns, weil wir so in Texas spielen konnten, eine Chance, die du nicht jeden Tag bekommst. Toll war daran dann auch, dass wir ein paar Shows in New York und drum herum angeboten bekommen haben und so plötzlich eine kleine Tour in Amerika hatten. Die Reaktionen waren auch klasse und die Leute haben uns glaube ich gut aufgenommen. Als Schotte fällst du da eh auf mit deinem Akzent, aber man hat auch gemerkt, dass die auf unsere Musik abfahren. Es war auch ein toller Urlaub für uns, klar.

Plant ihr auch schon eine Deutschland-Tour?

Adam: Hmm, ich weiß nicht, ich glaube, das müsste Ende des Jahres sein, da wir bald wieder in England touren und dann in Amerika. Aber wir möchten natürlich unbedingt auch in Europa touren.

Wir freuen uns schon drauf. Zum Abschluss suchen wir noch dein Lieblings-Album des Jahrzehnts?

Adam: Oh, wow. Hmm, schwere Frage. Aber ich glaube, ich nehme Frightened Rabbit, also deren Debüt-Album. Das hatte tolle Melodien und eine dichte Atmosphäre. Meiner Meinung nach auch die Perfektion von deren Sound und auch ein Album, das uns aufgezeigt hat, was wir als Band machen wollen.

Fotos: Myspace der Band

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