Interviews

Sky Larkin – Interview

Seit Mitte des Jahres sind Sky Larkin unermüdlich auf Tour durch ganz Europa und vor allem England, haben zwischenzeitlich ihr Album aufgenommen und befinden sich nun auf ihrer zweiten Tournee durch Deutschland. Bei so intensivem Touren mussten sie inzwischen den vorübergehenden Ausfall eines wichtigen Bandmitglieds hinnehmen und erleben allerlei andere spannende Geschichten, von denen sie uns im Interview erzählen wollten.

Hallo zurück in Köln, wie geht’s Horse eurem Van?

Äh, tatsächlich wieder gut, wir haben ihn gerade erst reparieren lassen ihn aber nicht mitgebracht, da wir uns einen Van mit Lovvers teilen. So sind wir jetzt 9 in dem Van, das macht mehr Sinn beim Fahren, weil es auch so große Entfernungen zwischen den einzelnen Konzerten sind, wenn du von einem Land ins andere fährst.

Bei eurem letzten Besuch in Deutschland habt ihr mit Conor Oberst gespielt. Wie war die Tour mit ihm?

Ja, echt klasse. Die Anfrage kam eigentlich aus dem Nichts und das war natürlich toll, weil wir haben noch nie so eine große Tour gespielt und auch noch nicht in solch großen Locations. Von den Leuten wurden wir auch sehr herzlich empfangen, wie Conor Oberst Fans eben so sind. Wir haben tolle Orte gesehen und ein paar Tage in schönen Städten verbracht.


Weißt du, warum das Mannheim Konzert abgesagt wurde?

Oh, ich weiß nicht, wie die offizielle Begründung lautete, aber zu dem Zeitpunkt waren wir auch sehr erschöpft und froh einen Tag frei zu haben. Wir hatten gerade ein paar Tage auf Tour mit denen und die waren schon eine ganze Weile unterwegs und haben noch beinahe ein halbes Jahr vor sich und dann hingen alle schon etwas durch. Da waren auch alle etwas krank, besonders Conor und dann wurde wohl entschieden, lieber eine kleinere Show abzusagen, statt die größeren und vor allem den Rest der Tour zu gefährden. Genau weiß ich das eigentlich auch gar nicht mehr, aber wir hatten dann eben einen freien Tag, ich glaube in Frankfurt.


Wir haben dann auch über euer Köln-Konzert mit Conor Oberst geschrieben und euch „Katie, Doug und Duracell-Häschen Nestor“ genannt.

Oh ja, das benutzen wir auf unserem Myspace


Genau, wie habt ihr das gefunden?

Ganz ehrlich, ich weiß es gar nicht, ich denke, man kann ja so ein Google-Alert einstellen, da kannst du nachgucken, wann immer auf einem Blog über dich geschrieben wurde. Wahrscheinlich hab ich’s da her und ich fand es eben sehr witzig. Du suchst immer nach einer tollen Myspace-Headline und das ist echt die beste Beschreibung, die wir bisher von Nestor gehört haben. Viele schreiben nämlich, er sei erschreckend und bringt Kinder zum Weinen…


Oder isst Babys?

Ja, genau so’n Zeug. Was echt witzig ist, weil er ein tierisch netter Kerl ist, der keiner Fliege was zu Leide tun könnte. Er legt eben alle Aggressionen, die er hat in sein Schlagzeug-Spiel.


Ihr seid nun schon die meiste Zeit des Jahres auf Tour, warum habt ihr beschlossen, so viel zu touren, statt erst ein Album zu veröffentlichen?

Ich glaube, das war zum Einen, weil Katie erst ihren Abschluss gemacht hat, dadurch hatten wir noch eine kleine Lücke zu füllen. Danach wollten wir uns erst noch einen Namen erspielen und danach ein Album veröffentlichen. Jetzt haben wir schon sechs Monate Tour seit den Album-Aufnahmen hinter uns und freuen uns natürlich drauf, dass die Menschen, jetzt wo sie von uns gehört haben dann auch das Album kaufen. Es ist cool, wir haben unsere Jobs gekündigt und können nun davon leben, aber so heißt ja auch die Tour, wir haben zwar keine Tattoos, aber dafür Spaß.


Bei euch singt ja mit Katie ein Mädchen, denkt ihr die Kritiker könnten da eine Art Rivalität zwischen euch und den Blood Red Shoes draus kreieren? Besonders hierzulande, da englische Indie-Bands mit Sängerinnen hier noch recht ungewöhnlich sind.

Ja, in England ist das auch noch relativ selten, aber ich denke, sie hat sich da ihren Platz erkämpft und geht da auch super mit um. Nun, ich denke es ist etwas komisch, da viele Bands ja anders besetzt sind, so zieht sie auch eine Menge männlicher Fans an, was toll ist, wir können uns etwas zurück lehnen. Es ist toll, es bringt andere Herangehensweisen in unsere Musik. Die meisten Bands sind eben Typen, das siehst du auch in unserem Van, den wir mit Lovvers teilen. Da sind wir 8 Jungs und Katie. Sie fühlt sich vielleicht ab und zu etwas gefangen, aber sie geht damit echt cool um. Sie hört dann eben Musik oder beschäftigt sich mit anderen Dingen, wenn wir Jungs uns über Dinge unterhalten, über die Jungs halt mal so reden. Bei Los Campesinos! ist das ja noch recht ausgeglichen, aber sie kommt toll damit klar.

Ariane WhiteTapes

Foto: Ariane WhiteTapes

Auf der Popkomm seid ihr bei den Leuten sehr gut angekommen und man hört sonst nur Gutes über euch, ohne das ihr als Hype gehandelt wird. Wie geht ihr damit um, so etwas wie ein Insider-Tipp zu sein?

Ja, ich glaube, die Leute sind echt sehr überrascht, wenn sie kommen, um uns zu sehen. Wir spielen unsere Stücke live etwas härter, als wir auf CD klingen. Wir lieben unser Album und unsere Singles, aber live sind wir ziemlich anders. Es ist zwar auch immer noch ziemlich neu hierher zu kommen und für euch zu spielen, aber wir könnten uns dran gewöhnen. Es kommen zwar nicht wirklich viele Leute zu unseren Konzerten hier, aber die Leute die da sind, gehen dann wirklich mit und empfehlen uns dann auch weiter, das merkst du, weil beim nächsten Mal dann wieder mehr Leute da sind. So langsam haben wir auch so etwas wie Fans in Deutschland, was echt toll ist, weil wir auch noch nicht oft hier waren.


Ihr habt euer Album in Seattle zusammen mit John Goodsmanson aufgenommen, der auch das neue Los Campesinos! Album produziert hat. Haben Los Campesinos! ihn euch empfohlen, oder wie seid ihr auf ihn aufmerksam geworden?

Nein, das war anders. Ok, wir haben von ihm gehört, weil er ihr erstes Album gemischt hat und er hat schon mit Death Cab For Cutie, Sleater Kinney und Bikini Kill gearbeitet, alles etwas abseits des Mainstream, alles Dinge, die wir mögen. Als wir dann bei Wichita Records unterschrieben haben und es darum ging, einen Produzenten auszuwählen, haben wir uns unsere Plattensammlung angeguckt und nach Namen gesucht, die immer wieder auftauchen. Seiner war einer davon und Mark los Campesinos! hatte nur gute Dinge über ihn zu sagen. Das mit Los Campesinos! war dann auch ein Zufall, wir hatten gerade unseren letzten Tag im Studio und fragten, John, was tust du als Nächstes? Da sagte er, morgen kommen Los Campesinos! Wir wussten nichts davon, aber das war natürlich cool.

Bei Wichita Records, seid ihr da befreundet mit einigen Bands, wie jetzt Los Campesinos?

Klar, mit Los Campesinos! verbindet uns einiges, unsere erste Tour war auch deren erste Headlining-Tour und seitdem verstehen wir uns gut und da es sieben von denen gibt, die alle unterschiedliche Individuen sind, hast du natürlich immer jemanden zum Reden. Es ist toll zu sehen, dass sie auch hier so einen Erfolg haben. Wenn wir zurück nach England kommen, touren wir mit Those Dancing Days, mit denen wir uns auch gut verstehen. Wir kennen The Cribs vage und im Büro triffst du natürlich auch mal auf Bloc Party und so, es ist eben so etwas wie eine Label-Familie. Das ist ihnen da auch sehr wichtig und es ist toll da zu sein.


Wenn ihr ein Jahr zurück denkt, was waren da eure Pläne als Band?

Oh, lass mich mal überlegen, was wir da überhaupt getan haben. Ähm, wir haben wahrscheinlich gedacht, wir würden gern noch mehr Musik machen und dem noch mehr Platz in unseren Leben geben können. Wir hatten da schon selbst ein paar Singles veröffentlicht und dachten uns, es wäre echt toll mal ein Album aufnehmen zu können. Anfang des Jahres war dann klar, dass wir das machen können und danach haben sich die Dinge so nach und nach geändert und jetzt sind wir hier.


Was war das aufregendste, das ihr im letzten Jahr erlebt habt?

Hmm, Seattle war echt toll und natürlich New York, wo wir unser Video gedreht haben. Und dann noch einmal nach New York zu dürfen, um noch ein Video aufzunehmen. Die Conor Oberst Tour war dann auch sehr cool, wir waren erst ein paar Monate beim Label und dann wurden wir gefragt, ob wir das machen möchten, da haben wir uns gedacht, kann man ja mal machen.


Video zu „Fossil, I“:

Und wo seht ihr euch in einem Jahr?

Hmm, keine Ahnung, vielleicht auf Nr. 1 in England. Nein, quatsch. Ich hoffe, wir dürfen das hier dann noch machen und können dann noch etwas besser davon leben. Es ist echt ein Privileg nur von der Musik leben zu können und das ermöglicht zu bekommen. Wir möchten auf jeden Fall noch mehr auf Tour gehen und noch einige Male nach Europa kommen. Wäre auch cool, wenn wir einen gewissen Bekanntheitsgrad in Deutschland erreichen könnten, bisher waren die Deutschen immer echt cool zu uns und es würde uns freuen, hier unsere eigene Tour zu spielen.

Ariane WhiteTapes

Foto: Ariane WhiteTapes

Ihr habt diesen Song „I Was A Teenage Hand Model“, ein Queens Of The Stone Age Cover, wie kam es dazu?

Als wir wussten, dass wir ein Album aufnehmen werden, wollten wir erst einmal nicht noch eine Single veröffentlichen, da sind wir ins Studio gegangen und haben einige Stücke aufgenommen, die wir einfach einmal covern wollten. Der war einer davon. Da gibt es eine bunte Mischung verschiedener Coverversionen auf der EP, einige 60ies, einige neuere Cover. Wir haben beim Aufnehmen auch beschlossen, die Originale nicht anzuhören und unser eigenes Ding nur aus dem zu machen, wie wir meinen, die Songs zu kennen. Davon haben wir dann 50, oder 100 Schallplatten gepresst und die relativ schnell über Myspace verkauft. Aber vielleicht bringen wir die Sachen alle noch einmal als B-Seiten raus.


Wie heißt denn jetzt eigentlich euer Album?

Oh, ja! Das dürfen wir jetzt sogar sagen. Also, es heißt „The Golden Spike“ und kommt im Januar raus. Nach einer amerikanischen Überlieferung wurde, als die Union Pacific gebaut wurde, von Osten nach Westen und aus der entgegen gesetzten Richtung, ein goldener Pfahl in die Verbindungsstücke gehauen, um zu feiern, das sich die Gleise da getroffen haben. Der Titel soll dieses Zusammentreffen symbolisieren, da auf dem Album neuere Stücke auf ältere treffen und da ein Album wirklich ein toller Zeitpunkt ist, wollten wir das auf diese Art feiern.

Fotos: Myspace der Band, falls nicht anders angegeben

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