Interviews

Port O’Brien – Interview

Seit einem Jahr ist das Quintett von Port O’Brien, um das Gründerpärchen Cambria Goodwin und Van Pierszalowski nun schon beinahe ununterbrochen auf Tour. Bei ihrem Abstecher in Bochum, im Rahmen der Christmas in Adventure Parks Tour mit Get Well Soon stand uns Cambria ein wenig Rede und Antwort zu „All We Could Do Was Sing“ und ihren weiteren Vorhaben in 2009.

„All We Could Do Was Sing“ wurde diesen Sommer veröffentlicht. Kannst du uns die Dinge nennen, die euch am Meisten beim Schreiben beeinflusst haben?

Ja, das Album ist größtenteils von den Jobs beeinflusst, denen ich und Van in Alaska für 3 bis 4 Monate während der Lachssaison nachgehen. Verdammt harte, schwierige Jobs, bei denen du dann aber genug verdienst, um dich den Rest des Jahres über Wasser zu halten.


Wir hatten überlegt, euch für diese Frage die Prämisse zu geben, diese Frage ohne die Worte Alaska, Fischerboot und Lachs zu beantworten, das aber als gemein empfunden.

Das könnte ich tun, aber da bliebe nicht mehr viel übrig und das wäre dann auch nicht ehrlich denke ich.


Und was werden die Dinge sein, die in euer nächstes Album einfließen?

Ähm, das Leben auf Tour, in einem engen Van, in meinem Fall mit vier nicht immer wohlriechenden Jungs. Das Rumkommen weltweit und die Dinge, die wir gesehen haben. Wir werden im Februar mit den Arbeiten daran anfangen, dann werd ich das wahrscheinlich genauer wissen.


M. Ward hat gesagt, ihr wäret seine liebste neue Band, hat euch das geholfen ein paar Türen zu öffnen und voran zu kommen?

Oh, wir fühlten uns natürlich sehr geehrt, da jeder in der Band großer Fan seiner Musik ist. Es war auch dieses kleine Namedropping, das uns wirklich geholfen hat, ja. Vorher waren unsere Konzerte eher klein und es kamen nicht viele, aber danach haben wir uns ein Management suchen müssen und haben viele Leute kennen gelernt. Zum Beispiel die Leute um die Bright Eyes, die uns einiges beigebracht haben.


Und welche ist deine liebste neue Band?

Oh Mann, ich hab da wirklich den Anschluss verloren, was neue Bands betrifft. Hmm, ich glaube meine liebste Entdeckung aus diesem Jahr ist Bon Iver, wir haben im Frühling ein Konzert mit ihm gespielt und ich war beeindruckt von seiner Show.

Abgesehen von diesem Namedrop von M. Ward, was war ein anderes Highlight für euch dieses Jahr?

Wir haben Neil Young getroffen. Das war echt klasse für uns alle, da er für jeden von uns wohl das größte musikalische Idol ist. Wir haben dieses Sommer ein Konzert mit ihm und seiner Frau gespielt und das war ganz fantastisch. Auch, weil wir jeden kennen gelernt haben, auch seinen Hund und toll ist auch, wenn du jemanden kennen lernst, den du echt verehrst und der ist dann wirklich so nett und ehrlich und kein Arschloch.


In einem anderen Interview habt ihr, ich glaube eigentlich Van, gesagt, ihr würdet viel Zeit im Internet verbringen, um zu checken, was die Leute da so über euch schreiben. Was war das Schlimmste, das ihr dabei bisher gefunden habt?

Oh ja, das war Van, ich bin nicht wirklich viel am Computer. Aber Van hat mir heute morgen erzählt, dass jemand irgendwo geschrieben hätte, er würde uns nicht mögen, weil wir wieder nur eine dieser Indie-Rock Bands sind, die nach Kanada auswandert, weil das alle tun. Das Problem daran ist wohl offensichtlich, wir sind nämlich weder nach Kanada gezogen, noch würde mir spontan irgendeine Indie-Rock Band einfallen, die das getan hat. Ich kenn zwar Bands aus Kanada, aber die kamen da ja auch schon immer her. Ich selbst lese aber nie Reviews oder schaue, was über uns gesagt wird, das überlasse ich Van.


Über eines eurer Konzerte habe ich einmal gelesen, es sei wie eine Mischung aus der Energie von Nirvana und dem Folkgeist von Neil Young, wie würdest du euch beschreiben?

Oh, das ist schön. Ich würde glaube ich sagen, sehr spastisch vielleicht und gefährlich, weil ich immer Angst habe, dass Zebede mich mit seiner Gitarre am Kopf erwischt.

Wenn du an Nirvana denkst, was war euer größter Rockstar-Moment?

Hmm, ich glaube, das wäre eher eine Frage an die Jungs, ich bin da eher etwas Großmütterlich, trinke Tee und gehe früh ins Bett. Ich bin wohl einfach nicht in der Situation so etwas zu tun. Wir wurden ein paar mal an der kanadischen Grenze von der Polizei gefilzt, aber ich glaube das zählt nicht.


Ihr spielt ja heute mit Get Well Soon, die haben dieses Jahr eine Weihnachts-EP veröffentlicht, würdet ihr so etwas auch mal gern tun?

Ja, wir sind auch alle riesige Fans von Weihnachten. Darüber haben wir auch schon gesprochen, wir hatten leider nur noch keine Zeit dazu. Vielleicht ja nächstes Jahr um Weihnachten. Dann mit uns als Headliner auf einer Weihnachts-Tour mit Get Well Soon. Wir sind auch froh, dass wir jetzt hier sein dürfen, weil Weihnachten in Deutschland ist echt klasse, mit diesen kleinen Märkten und dem Glühwein.


Welchen Song würdet ihr für so eine Weihnachts-EP covern wollen?

Uh, das ist schwer, da gibts viele, die ich echt toll finde, aber ein bestimmter fällt mir jetzt leider nicht ein, tut mir leid.


Ihr beginnt ja bald mit den Aufnahmen an eurem zweiten Album. Welche Unterschiede wird es zu „All We Could Do Was Sing“ geben?

Äh, ich hoffe einige, weil ich die Stücke echt nicht mehr ausstehen kann im Moment, seit ich die jetzt zig Mal live gespielt haben und die uns schon eine ziemlich lange Zeit begleiten. Ich hoffe natürlich, das andere Leute sie noch gern hören. Wir nehmen dieses Mal in einem zentralen Studio auf. Das letzte haben wir in Kalifornien und Alaska mit zwei Tontechnikern und zwei Produzenten aufgenommen, das Zweite wird dann wohl mehr aus einem Guss klingen.

Wenn du ein Stück vom Album wählen solltest, das das gesamte Album repräsentiert, welcher wäre das?

Das wäre „Fisherman’s Son“, weil der sehr autobiographisch ist und alles beschreibt, was uns als Band auszeichnet, auch vom Klang her, das folkige und das rockigere ist da glaube ich sehr gut kombiniert.


Danke, zum Abschluss, worauf freust du dich 2009?

Obama, da freue ich mich drauf, wir touren in Australien und ich bekomme einen kleinen süßen Welpen, das sind die drei Dinge, auf die ich mich freue.

Fotos: Myspace der Band, Fotos vom Konzert in Bochum hier

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