Interviews

Luke Leighfield – Interview

Kurz vor seinem ersten Deutschland.Konzert im großartigen AMP in Münster und nach einem Soundcheck, der zu einer Bandprobe für die Tourband ausgebaut wurde, da das Trio in dieser Besetzung bisher noch nicht zusammen gespielt hat, nahmen sich Luke Leighfield und seine Begleitmusiker Mike Foster und Dan McDougall etwas Zeit für ein Interview mit uns.

 

Hi Luke, danke dass du dir etwas Zeit für uns genommen hast, um uns kurz vorzustellen, wir sind WhiteTapes.de, Eintrag Nummer 3, wenn du deinen Namen in Deutschland googelst, zumindest Stand 22.8.

 

Luke: Ehrlich? Wicked!

Ok, fangen wir gleich mal an, ist das jetzt eure erste Tour in Deutschland und in Kontinental Europa?

 

L: Jepp, das ist meine erste Tour hier, ist Kontinental Europa, das was ihr als Europa ohne England und so bezeichnet?

 

Ja, ohne diese Insel da nördlich von Frankreich

L: Ja, meine erste Tour hier, jemals. Jemals!

 

Und, wie gefällt es euch bisher?

 

L: Es ist „grim“! (lautes Gelächter der Drei). Wir haben die beste Zeit, wir sind jetzt seit gestern Abend in Münster und haben gestern uhm, Alpinist und Icos im Gleis 22 gesehen.

 

Mike: ICOS, DOOOM!

 

L: DOOOOOM! Ja, wir haben viel Spaß. Heute, äh, heute wurden wir ein wenig durch Münster geführt und hatten viel Spaß. Letzte Nacht waren wir auch noch in einem Nachtclub namens „Klup“. Oh und wir waren bei Döner King, da werden wir heute auch wieder hin gehen.

 

M: Werden wir?

L: Ja, ich will noch viel mehr Döner!

 

Ok, wie hat euch das Gleis 22 so gefallen?

 

L: Oh ja, es ist viel besser als die meisten Clubs in England. In England sind die Clubs schmutzig und dunkel und deine Füße kleben am Boden fest. Hier im AMP ist es auch so schön, alles ist sauber, jeder ist freundlich und alle sprechen besser englisch als in England. Und wir haben gestern etwas zu essen bekommen. Du bekommst nie etwas zu essen in englischen Clubs.

Wenn die Clubs hier in Deutschland nicht auch zumindest einen gewissen Hygienestandard erfüllen, würden sie geschlossen.

 

L: Echt, cool, ich wünschte, das gäbe es auch in England, wir müssten dann nicht mehr in Burnsley oder Huddersfield spielen. Das ist eine großartige Idee.

 

Wie kommt es eigentlich, dass ihr heute hier im AMP spielt? Wisst ihr, dass Dartz hier im März gespielt haben?


L: Ja, das wurde uns erzählt, hmm, wie kommt’s, dass wir heut hier sind? Weiß ich eigentlich gar nicht, das hat eine Booking Agentur gemacht, wir tauchen dann einfach nur auf.

Wir haben gelesen, ihr hattet einige Probleme mit Straßendieben in Belgien?

 

L: Oh ja, da waren diese Typen, die haben Mikes Kamera gestohlen, Mike ist denen hinterher gerannt und schrie nur „Oi Fuckers! Gimme back my fucking camera or I’m gonna fucking kill you!“. Die haben uns die Kamera dann auch einfach zurück gegeben, ganz ohne große Auseinandersetzung.

Die sind nicht weg gerannt oder so?

 

L: Nein, die sind einfach nur weiter gegangen, um ehrlich zu sein, einer von denen war richtig fett. Das waren fette blöde Straßendiebe.

 

M: Ok, um es offen zu sagen, ich hatte meine Kamera auch einfach nur am Gürtel befestigt ,die hing da ganz offen herum und die sind an uns vorbei gelaufen und haben die genommen. Ich meinte dann erst nur „Mon camera! Sil vous plait, mon camera, sil vous plait“. Die meinten dann nur “Nö. Nö.”. Da dachte ich: ICH WERDE MEINE KAMERA ZURÜCK BEKOMMEN! Also habe ich die Schimpfworte rausgekramt und sie kam zurück in meine Hände.

 

L: Ja, die haben bestimmt gedacht, wir wären Fußball-Hools oder so. Wir hatten aber noch keine Probleme in Deutschland, es sei denn Dani (das Mädel, bei dem die drei in der Nacht zuvor ein Quartier gefunden hatten) ist heute mitten in der Nacht aufgestanden und hat etwas aus unseren Taschen genommen. Ich schwöre dir, wenn ich nach der Tour nach Hause komme und auch nur ein paar Socken weniger habe, rufe ich sie an und sage „Oi fucker! I want my socks back!“

 

Du wirst sie dann bestimmt auf eBay finden.

L: Oh yeah, ich gebe ihr ein paar Benutzte.

Auf eurer Tour, worauf freut ihr euch am Meisten?

 

L: Vermutlich Russland, weil es echt weit ist bis dahin, aber alles ist besser als England. Da kommt niemand zu den Konzerten und niemand mag mich.

 

So wie Drowned in Sound?

L: Oh ja, Drowned in Sound, ganz große Fans…

 

Dazu kommen wir auch später noch.

 

L: Echt, ich kann’s kaum erwarten… Das ist als würde man Britney Spears zu ihren Minirock Erfahrungen befragen. Ok, also Russland und Schweden, auch wenn wir in Schweden nur bei einer Haus-Party spielen. Aber wir freuen uns, das wird echt cool. Aber wie gesagt, überall ist es besser als in England. Ich war auch in noch keinem dieser Länder.

 

Red Hunter (Peter and the Wolf), vielleicht kennst du seine Musik?

 

L: Äh, nein, hab noch nie von ihm gehört.

 

Macht nichts, er ist ein Songwriter aus Texas, er hat gesagt, wir Musiker „sind nur ein Haufen Typen, die Spaß haben möchten und versuchen den Leuten das Leben etwas einfacher zu machen, wenn sie können“, denkst du, das beschreibt deinen Beruf?

 

M: Also Luke macht mein Leben zur Hölle.

 

L: Hmm, ich denke nicht, dass man so Musik schreiben kann, also klar, ich mag es Leute zu treffen, ich mag es nach Deutschland zu kommen und so was. Deshalb mache ich das ja auch, aber vor allem möchte ich keine „Grim Times“.

 

Gut, Tracey Lowe vom Big Cheese Magazine hat dich als “männliche Version von Lilly Allen” bezeichnet und Gaz Hughes nannte dich “male Kate Nash”, mal abgesehen davon, dass es ein Running Gag zu sein scheint, dich mit Frauen zu vergleichen, wie würdest du dich und deine Musik beschreiben? Immer noch als „Ich bin nur ein sehr englisch klingender Typ, der auf seinem Klavier rumspielt“?

L: Oh, das ist eine sehr alte Beschreibung.

 

Ja, das hast du 2006 zum BBC gesagt.

 

L: Ah, BBC, das war als ich gerade angefangen habe. Also bezogen auf meine Alben, bin ich besser als Lilly Allen und Kate Nash, das kannst du gern irgendwo so zitieren. Ich bin wahrscheinlich besser als beide zusammen. Ich meine, ich bin ein Mann, das macht doch schon was aus?

 

(Gelächter)

 

L: Ok, also ich würde mich wohl beschreiben als, hmm wahrscheinlich Sexist (alle lachen). Aber nicht als Rassist. Hmm, es ist geniale Pop Musik, ein bisschen wie „A final Countdown“ (von Europe, erklang seit einigen langen Minuten im Radio), aber anders. Hmm, Hilfe! Kann mir mal jemand helfen?

 

Dan: Hmm, es ist Piano Pop!

 

L: Oh ja, Pop, Piano Pop, Pop Magie!

D: Und ziemlich “grim”.

L: Grim Pop!

Piano Pop wie bei Corey Haim?

L: Yeah, wie Corey Haim. Wer ist Corey Haim?

Äh, Corey Haim hat so mitte der 90er Popmusik mit seinem winzigen Keyboard gemacht.

D: Ah, dieser Piano Pop Typ?

L: Hat er das gemacht, weil er so klein war, so eine Art Piano Pop Zwerg?

 

Die Thrills haben einen Song über ihn geschrieben „What ever happened to Corey Haim?“

 

L: Oh, ich mag die Thrills, aber ich denke nicht, dass ich deshalb Corey Haim mag, nicht wenn er echt klein ist und vor allem nicht, wenn er offensichtlich keine guten und bekannten Songs geschrieben hat.

 

Es gab da noch ein Zitat, von John Wright vom Johnfold Magazine, er meinte, deine Musik würde seine 28 Jahre alten Ohren umschmeicheln, wie ein kleiner Hund, der sich an einem Bein reibt, ist dass das witzigste Zitat, dass zu einem deiner Alben je geschrieben wurde?

 

L: Oh ja, das war wohl eines der Besten.

 

D: Oh, Johnfold Magazine ist großartig!

 

L: Johnfold Magazine ist eine Lüge! Ich hab einen Freund, er heißt John und spielt auch in einer Band, er sagt manchmal Dinge und zitiert sie dann als Johnfold Magazine. Das ist als würde ich sagen, „das hier ist das beste Restaurant aller Zeiten“ – lukeleighfield.com, aber das werde ich nicht sagen, denn das ist keine richtige Website und wenn ich alles Bescheuerte, was ich sagen würde, auf meine Website schreiben würde, das wäre einfach unmöglich, ich würde sprechen und gleichzeitig tippen müssen. Ok, das war das beste Zitat, aber leider nicht echt.

 

Ah, schade.

 

Ja, wir haben jetzt gedacht, die britische Presse sei wirklich witzig und originell.

 

L: Sorry.

 

Abgesehen vom NME

 

M: Nein, der NME ist wirklich witzig!

 

L: „Pounding Love Pop“, die haben mein Genre als „Pounding Love Pop“ bezeichnet, was auch immer das ist, das klingt irgendwie kitschig.

 

D: und „Grim“.

 

Gut, lass uns einmal auf deine größten musikalischen Einflüsse zu sprechen kommen.

 

L: Mike Foster! Und dann äh, Ben Folds, ich liebe seine Musik.

 

Wir finden ihn etwas langweilig.

 

L: Ich bin auch langweilig, warum kommt ihr dann hier her? Er hat einen Song der heißt „BItches ain’t shit“. Übrigens, Mike Foster ist nicht mein größter Einfluss, hört euch auf keinen Fall seine Musik an!

 

Du hast schon in einigen Bands gespielt, z.B. auch bei „Get Cape. Wear Cape. Fly!“, warum hast du dich letztlich für ein Soloprojekt entschieden?

 

L: Hmm, bei GCWCF war es echt gut, es gab viele Möglichkeiten. Ich habe auch mal bei Sam Isaac mit gespielt, und in vielen kleinen Bands, die zählen aber nicht. Ich habe mir einfach gedacht, wie kann ich das Beste tun und so viele Menschen wie möglich erreichen und das geht am einfachsten, wenn ich meine eigene Musik mache.

 

Das ist auch der Grund für dein eigenes Label?

 

L: Jepp.

 

Oder war das, um eine Musik irgendwie zu veröffentlichen?

 

L: Ja, auch weil das niemand sonst tun wollte. Na ja und Album ist ja auch nur so ein Wort, niemand wollte es veröffentlichen, da hab ich das eben selbst gemacht. Es gibt mir außerdem die Chance, Musik anderer Bands zu veröffentlichen, etwas von Dan und Mike, die haben eine Band namens „Kid Cosmic“ (in Kürze hier mehr), die machen so eine Mischung aus „Reel Big Fish“ und „Slipknot“. Das solltest du zitieren als „Luke Leighfield Magazine“, dann kommen alle und sagen, aha, die klingen wie Slipknot? Wicked!

 

M: Stimmt ja nicht!

 

Wir haben dein Profil bei so gut wie jeder Community gefunden, wie virb.com, myspace.com, last.fm und facebook.com, denkst du, diese Communities geben dir die beste Möglichkeit, so viele Menschen wie möglich über alle Kanäle zu erreichen?

 

L: Ja, genau das, ich meine, hier in Deutschland nutzt ihr echt viel Last.fm, in England macht das fast niemand. In England nutzt dafür fast jeder Faceboook, da habe ich sogar Freunde in ganz Amerika. Ich finde, du musst alles nutzen, um jeden zu erreichen. Auf Last.fm habe ich heute gesehen, dass ihr einen Event Eintrag für jedes meiner Konzerte habt, das gibt es in England nicht so viel, in England sind die Communities echt faul.

 

Kommen wir zu der Drowned in Sound Frage: die haben geschrieben, „deine Fans reagieren wahrscheinlich sehr abfällig, militant und abwehrend, wenn sie gesagt bekommen, dass du in Wahrheit gar nicht so gut bist“, wie siehst du deine Fans?

 

L: Hmm, attraktiv! Ja, in erster Linie attraktiv. Also, ich mag jeden, der meine Musik mag, das ist meine Regel, wenn du meine Musik nicht magst „finde ich es schwer dich zu mögen“ (Drowned in Sound).

 

Hast du einen bestimmten Stereotypen von Fan?

 

L: Wie gesagt, attraktiv! Eigentlich habe ich sehr unterschiedliche Fans, ich habe weiße Fans, schwarze Fans, asiatische Fans, reiche Fans, arme Fans…

 

D: Orphans!

 

Oxfams!

 

(Gelächter)

 

Ok, also das letzte Zitat war aus einer Review zu „Fan the Flames“

 

(Dan kugelt sich in der Ecke vor lachen).

 

Liest du alle Reviews zu deinen Alben?

 

L: Ja, manchmal gebe ich meinen Namen bei Google ein und schaue, was da so komm. Ich lese ständig alles über mich. Ich werde das hier am Montag googlen, Google.de Deutschländ mit einem “grim tone”.

 

Kennst du eigentlich deutsche Bands, mal abgesehen von Rammstein?

 

L: Oh ja, Rammstein: DU HAST. Äh, nein.

 

Ok, also auch nicht Tokio Hotel, die sollen ja schon in ganz Europa Stars sein, zumindest sagen das unsere Medien?

 

M: Oh, Tokio Hotel, ist das mit diesem Typen, der aussieht wie ein Mädchen.

 

Ja, genau.

M: Oh, der ist heiß!

 

Was sind eure weiteren Pläne für dieses Jahr?

 

L: Erholen! Eindeutig. Dann noch ein paar Konzerte in England spielen, um zu merken, dass es hier viel besser ist. Dann vielleicht noch ein Album aufnehmen,10 Hits und ein Füllsong. Vielleicht kaufe ich mir auch noch ein neues Auto, meins fällt nach der Tour bestimmt auseinander. Vielleicht lasse ich mir auch noch ein zwei mal die Haare schneiden und veröffentlich dann noch eine Single.

 

Eine Christmas Charity Single?

 

L: Ja, vielleicht, ich nehme eine Charity Single über meine letzte Charity Single auf, so viel hat sich nämlich leider noch nicht getan, die Menschen hungern immer noch.

 

Du könntest sie einfach re-releasen wer das bei „Last Christmas“ getan wird. Oh Du könntet „Last Christmas“ auch covern!


L: Könnten wir, werden wir nicht. Ich hab mal in einer Band gespielt, da hatten wir ein „Last Christmas“ Cover, das war ganz gut. Wir werden aber auf der Tour „Fascination“ von Alphabeat covern, also etwas später auf der Tour, wir haben das noch nicht genug geübt, es ist schwer genug meine Songs mit diesen beiden Typen zu spielen.

 

Danke dir, wir sind dann jetzt durch.

 

L: DANKE euch.

Fotos von Ariane

 

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