Interviews

Look See Proof – Interview

Foto: Ariane WhiteTapes

Auf ihrem zweiten Konzert ihrer ersten Deutschland-Tour haben sich die fünf Jungs von Look See Proof einige Minuten Zeit für uns genommen.

 

Erstmal Hallo in Münster! Hattet ihr die Möglichkeit heute was von der Stadt zu sehen?

 

LSP: Ja Münster ist eine sehr nette Stadt. Sehr viel sauberer als England.

 

 

Ist das das erste Mal, dass ihr in Deutschland seid, oder wart ihr schon mal hier?

 

LSP: Wir waren schon einmal hier als wir das Obstwiesen Festival in Ulm gespielt haben. Das war sehr gut.

 

Wie läuft die Tour bisher?

 

LSP: Sehr gut. Ehrlich gesagt, sogar besser, als wir erwatet hatten. Alles läuft wirklich wie geplant. Wenn wir in England spielen, ist es oft so, dass das eine Konzert mehr als gut besucht ist und an einem anderen Abend sind dann kaum Leute da. Während der Tour jetzt war tatsächlich jedes Konzert gut besucht. Eine sehr schöne Erfahrung.

 

Foto: Ariane WhiteTapes

Nun ja, das hier heute Abend ist erst euer zweites Konzert jetzt in Deutschland…

 

LSP: Ja das stimmt. Das vierte aber insgesamt.

 

 

Wie war euer Konzert im Ekko in Utrecht in den Niederlanden?

 

LSP: Oh das war sehr gut (Gelächter). Die Leute haben Crowdsurfing gemacht und wir hatten sogar eine Stage Invasion. Das war richtig cool! Nach dem Konzert haben wir The Wombats aufgelegt, ich glaube wir waren alle sehr betrunken nachher… Wir haben die ganze Nacht lang nur immer gedacht: Oh man, passiert das wirklich? Tue ich das jetzt gerade im ernst?

Ihr wisst wie das ist…

 

 

Allerdings.

 

LSP: Und dann fragt man sich irgendwann warum man das eigentlich macht (Gelächter)

 

 

 

Gestern habt ihr in Hamburg auf dem Reeperbahn Festival gespielt. Habt ihr da was von Hamburg und/oder der Reeperbahn sehen können?

 

LSP: Wir müssen zugeben, wir haben gar nicht so viel gesehen. Wir sind ein wenig rumgelaufen und haben ein paar Bars und Shops gesehen. Auch Sexshops, in die einige von uns auch einen Blick geworfen haben (Gelächter). Aber wir haben The Rakes, Bon Iver und Ben Weaver gesehen. Und da war noch eine Band aus Schweden, The Asteroids Galaxy Tour, die hatten die heißeste Sängerin, die wir je gesehen haben, aber auch der Typ sah sehr gut aus. Die waren wirklich gut! Ansonsten haben wir nicht wirklich viel gesehen. Leider.

 

 

Wie habt ihr Bon Iver empfunden? Wir werden Justin Vernon am kommenden Dienstag sehen.

 

LSP: Die waren sehr gut, ihr könnt euch auf das Konzert freuen! Aber es war auch voll. So voll, dass wir zwar in den Club reingekommen sind, wir das Konzert aber über eine Leinwand verfolgen mussten, weil man einfach keine Chance hatte, weiter rein zu kommen.

 

 

Einer eurer Songs heißt „Local Hero“. Ist der Song jemand bestimmten gewidmet und was denkt ihr, macht jemandem zu einem Helden?

 

LSP: Es geht da um den Typen, der in unserm „Casualty“ Video ist. Ja es geht wirklich um ihn. Der ist irgendwie ein lokaler Held.

 

Video zu „Casualty“:

 

 

 

Habt ihr irgendwelche Helden?

 

LSP: Oh viele. Weezer zum Beispiel, Rivers Cuomo, The Cribs und Bloc Party auch.

 

 

Was inspiriert euch im Besonderen eure Songs bzw. eure Musik zu schreiben?

 

LSP: Eigentlich alles. Wir touren viel, sehen also eine ganze Menge kleiner, verschiedener Dinge, die dann im Kopf hängen bleiben. Wenn man immer mit den gleichen Leuten zusammen ist, wie wir wenn wir auf Tour sind, dann fängt man auch an, über bestimmte Sachen einfach nachzudenken. Man könnte also sagen, wir schreiben im Grunde über das Leben selbst.

 

 

Was dudelt in eurem Tourbus rauf und runter im Moment?

 

LSP: Wir hören im Moment viel Dizzy Rascall aber auch Drum n Base Sachen, oder Bruce Springsteen. Fleetwood Mac.

 

 

In eurem Blog auf MySpace haben wir auch gelesen, dass ihr das neue Los Campesinos! Album mögt.

 

LSP: Oh ja das stimmt. Aber das gilt nicht für alle von uns. Hauptsächlich Jaime mag die. Johnny würde nicht mal einen Song von denen erkennen, wenn man ihm sagen würde, was er gerade hört sei von ihnen…

 

Es ist ja auch nicht so, als hätten Los Campesinos was Großes, Neues geschaffen. In Teilen sind die Songs nicht mal richtig gut. Aber sie funktionieren. Auch wenn sie alles andere als perfekt sind.

 

 

Auf dem Frequenzy Festival habt ihr mit einer mit uns befreundeten Journalistin gesprochen und gesagt, ihr eure Musik sei wie die der Wombats, nur nicht so gut. Seht ihr das immer noch so? Oder hat sich da angesichts der erfolgreichen Tour jetzt was dran geändert?

 

LSP: (Gelächter) Och wir sind besser geworden seitdem (wieder Gelächter). Nein, das war eigentlich eher ein Scherz. Einfach nur, weil uns eben genau das oft gesagt worden ist. Wir mögen die Wombats. Sehr nette Typen sind das.

 

 

Die gleiche Journalistin hat euch auch ein paar Kondome mitgegeben. Sie würde gerne wissen, wies mit denen aussieht.

(Gelächter)

 

Sagt nicht, die sind für Peaches Geldof drauf gegangen…

 

LSP: Ahhh, das wär gut gewesen (Gelächter). Nein, die haben wir sogar noch. Also, die Kondome, nicht Peaches (Gelächter)

 

 

Zurück zur Musik. Der NME und einige andere Musikmagazine in England mochten euer Album „Between Here and There“ jetzt nicht gerade.

 

LSP: Das ist wirklich nur deren Meinung.

 

 

Aber ihr seit immer noch eine so junge Band. Fühlen sich solche Reviews da nicht wie ein Schlag ins Gesicht an? Immerhin beeinflusst der NME gerade viele jüngere Leser.

 

LSP: Nein gar nicht. Das ist einfach deren Meinung. Wir haben genug gute Reviews über unsere Platte gelesen. Und wie ihr schon gesagt hab, der NME beeinflusst die jüngere Leserschaft, nicht unbedingt unsere Zielgruppe. Im Grunde ist das auch gar nicht übel, beides zu haben, gute und schlechte Reviews. Denn erstens, wird es immer Menschen geben, denen das, was du machst, nicht gefällt – es gibt sogar Menschen, die das neue Kings Of Leon Album schlecht finden und andere, die das ganz toll finden. Und es wäre natürlich langweilig, wenn letzteres immer der Fall wäre. Eine gute Balance muss herrschen. Dann läuft auch alles.

 

 

Das neue Kings Of Leon Album haben wir gehört. Aber das ist nun wirklich sehr gut.

 

LSP: Das ist es wirklich. Aber es gab so viele, die sich direkt drüber her gemacht haben…Manche können auch gar nicht anders.

 

 

Noch mal zurück zum NME. Hatte deren Review irgendeinen Einfluss darauf, wie die Leute euch wahrgenommen haben?

 

LSP: Natürlich entstehen so Meinungen über die Band, die man dann erst wieder revidieren muss, aber das macht auf eine Art auch Spaß. Die jungen Leser des NME sind da vielleicht ein wenig festgefahren, aber alle anderen sind offen und hören sich trotz des NME dann die Platte an oder kommen auf Konzerte und erfahren das Gegenteil. Wir haben auch das Glück, dass unsere wirklichen Fans sehr loyal sind. Die scheren sich gar nicht um solche Reviews. Die haben ihre Meinung auf Grund von Erfahrungen gebildet.

 

 

Ihr seid bei Weekender Records.

 

LSP: Jap.

 

 

Seid ihr mit anderen Bands auf dem Label befreundet?

 

LSP: Nicht wirklich, nein. Wir sind nur mit der Band Kingsize befreundet. Das ist dann aber auch so ziemlich alles. Obwohl, wir haben Eight Legs mal auf der Straße getroffen. Nette Jungs (Gelächter). Nein, deren Musik ist wirklich typisch Indie. Nicht schlecht, aber es gibt auch keine wirklichen Höhepunkte in den Songs.

 

 

Eight Legs haben vor einer Woche in einem anderen Club hier gespielt.

 

LSP: Wirklich? Habt ihr euch die angeschaut?

 

 

Wir haben die Eight Legs auch interviewt, also ja.

 

LSP: Auch live? War es voll?

 

 

Ja wir haben die dann nachher auch live gesehen. Es war ziemlich voll, viele junge Scenesters.

 

LSP: Hhmmm, klar. Wir haben heute sogar schon um die 40 Tickets verkauft. In Deutschland werden scheinbar auch bei Clubkonzerten die Tickets im Vorfeld gekauft. In England ist das ganz anders. Da tauchen die Leute dann einfach auf. Das eine ganz andere Erfahrung für uns, dass Leute sich Tickets kaufen und wir können praktisch sehen, wie viele am Abend da sein werden. Die Tatsache, dass die die Tickets kaufen um uns zu sehen… das macht einen schon stolz. In England wissen wir bis kurz vor der Show meistens nie, ob es voll sein wird, oder ob nur ein paar Leute da sein werden. Und dann gehen wir in Europa auf Tour und haben Crowdsurfer und Stageinvasions. Der Wahnsinn! Vielleicht spüren die Deutschen aber auch unser Blut, Davids und Lees Großmutter ist Deutsche.

 

 

Früher wart ihr zu viert, nun ist Jaime dabei. Warum und wie kam es dazu?

 

LSP: Wir haben Jaime von der Straße aufgegabelt. Er sah ein wenig hilflos aus, da haben wir ihn aufgenommen. Nein mal im Ernst, Er war vorher für unsere Gitarren verantwortlich und irgendwann war er dann mal richtig bei einer Tour dabei und seitdem sind wir eigentlich zu fünft. Er spielt auch noch in einer anderen Band die Lindas Nephew heißt. Wir dachten die sind cool, also haben wir Jaime gefragt, ob er mit uns spielen will (Gelächter). Wir haben ihn dann an das Keyboard gestellt. Liegt doch nahe wenn jemand Gitarrist ist.

 

 

Jemand hat mal gesagt, eure Musik selber ist nicht das Besondere an euch, die Art wie ihr sie spielt sei es aber.

 

LSP: Unser Album ist wirklich nicht so was Besonderes und eigentlich auch nicht so, wie wir es haben wollten. Aber wir wussten nicht was wir taten und wir wussten nichts über den Aufnahmeprozess und alles. Beim nächsten Album wird das so sein, dass wir so viel wie möglich selber machen und unser Produzent nur der Co-Produzent sein wird. Wir wussten damals auch gar nicht, was wir genau wollten, alles war neu und aufregend.

 

 

Also, abgesehen davon, dass ihr mehr selber machen wollt, was wird sich mit dem zweiten Album ändern?

 

LSP: Es wird größer sein auf eine Art und Weise. Wir wollen in Allem mehr. Wir haben letztens mit den Wombats gesprochen und die meinten, deren alte Songs wäre sehr tanzbar und kantig, die neuen hingegen seien epischer, auf gewisse Elemente reduziert aber nicht langweilig, einfach mehr. Unseres wird möglicherweise ein wenig technischer werden mit Key-Changes und so was. Es wird auf jeden fall anders werden.

 

Foto: Ariane WhiteTapes

 

Ihr könnt das nicht wissen, aber Eight Legs haben letzte Woche genau das gleiche gesagt.

 

LSP: Ja aber wir meinen das auch. Aber es wird sich nichts an unsere Liveshows ändern. Die Energie und der Zusammenhalt werden sich nie ändern. Egal wie sehr wir alles andere verändern mögen oder auch nicht, wobei wir nicht in den ProgRock abdriften werden (Gelächter) oder mit weißen Hemden und Schuhe auftreten werden. Das haben andere schon getan.

 Fotos: Myspace der Band, falls nicht anders angegeben

Discussion

Comments are closed.

Archive