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Just Us And Jonas – Interview

Gerade befinden sich die Münsteraner von Just us and Jonas auf einer ihrer bisher größten Touren durch Deutschland. Seit einer Woche durchqueren sie nun schon die Nation von Nord nach Süd und West nach Ost, schafften es aber dennoch uns während eines kurzen Zwischenstopps einige Fragen per Email zu beantworten, damit wir euch die Band, die inzwischen in ihr sechstes Jahr als Just us and Jonas startet, einmal noch näher bringen können. Und bevor wir loslegen noch der Hinweis, dass Just us and Jonas am Samstag 13. März zusammen mit den großartigen Black Rust im Münsteraner AMP spielen werden.

Euch gibt es nun bereits fünf Jahre, was recht lang für eine lokale Band ist, wie habt ihr es so lange als Just us and Jonas ausgehalten?

Es war eine Zeit mit Höhen und Tiefen. Unser Debüt spielten wir im Gleis22 mit „The 101“ aus den USA. Später gingen wir dann auf Tour durch Deutschland mit „Rainer Maria“, auch aus den USA. Nach zwei Jahren kam die Phase des Umbruchs. Zwei Leute stiegen aus und wir hatten Mühe Ersatz zu finden. 2008 ging es dann wieder richtig los… mit neuer Besetzung und einigen neuen Songs. Aus zwei wurden drei… und letztendlich vier. Im Juni 2008 spielten wir quasi wieder ein Debüt (der Neubesetzung) mit „The Gaslight Anthem“ im Gleis. Ich glaube, wir haben uns einfach gefunden. Es wird nie langweilig! Ich denke das macht uns einfach aus… und es ist toll zu merken, dass sich Just us and Jonas verändern. Wir entwickeln uns weiter.

Letztes Jahr habt ihr eure neue EP mit dem Titel „Where Do We Go From Here“ veröffentlicht, wo geht’s denn jetzt mit Just us an Jonas hin? Also, was hält das Jahr für euch und eure Fans bereit?

Gute Frage. Ich denke die Antwort und das Ziel liegt verborgen im Titel der ersten EP. Wir wissen es nicht. Ich mag keine Prognose abgeben, wenn Mensch nicht weiß was der nächste Tag bringt. Was ich weiß ist, dass neue Ideen warten. Sie mögen noch sehr durcheinander scheinen, aber sie können etwas Besonderes werden.

In Münster gibt es eine sehr fruchtbare Bandszene, aus der in den letzten Jahren mit Press Gang, Ghost Of Tom Joad und Miyagi auch Bands Alben mit großem nationalen Potential veröffentlicht haben. Auch Videoclub nehmen gerade ihr Album auf und eroberten letztes Jahr mit Coca Cola die deutschen Festivalbühnen, wann wird es bei euch ein Album geben?

Erst einmal find ich es klasse, dass es so gute Bands hier in Münster und Umgebung gibt. Videoclub und die Ghosts kennen wir sehr gut und sind eng befreundet. Ich bin sehr gerne auf deren Konzerten und ich bin mir sicher, dass sie definitiv Potential fürs Internationale haben!

Bis wir ein ganzes Album herausbringen wird es wohl noch ein bisschen dauern. Ich denke, dass wir im Sommer oder Herbst ins Studio gehen. Es kommt natürlich darauf an, wann die neuen, noch „durcheinander klingenden Songs“ fertig sind. Ich hoffe bald!

Aus der lokalen Szene, welche noch nicht genannte Band würdet ihr empfehlen?

Da wir schon mit „Play and Rewind“ auf dem Eurocityfest gespielt haben und sie jetzt wieder auf der Tour getroffen haben, hab ich mich mehr und mehr durch ihre Musik gefressen. Ich ertappe mich immer wieder ihre Songs im Hintergrund laufen zu lassen. Außerdem, obwohl es eigentlich nicht ganz meine Musik ist, bin ich gerne auf den Konzerten von Toolylooly and The McBobbies. Die Stimmung dort einfach nur super und macht automatisch gute Laune. Ska Punk, der echt Spaß macht und zum Feiern einlädt!

Denkt ihr, die Studentenszene in Münster, mit regelmäßig neuen und stetig wechselnden Leuten ist hilfreich dabei, euch immer wieder neuen Menschen vorzustellen, oder hindert sie eher, da ihr euch immer wieder neu vorstellen müsst?

Ich habe das Gefühl, dass sich der Name alleine schon gut verbreitet. Ich weiß nicht wie es passiert, aber ich denke das viele Studis (genau wie wir) auch „Die Drei Fragezeichen“ hören und sich deshalb an die Band oder zumindest den Namen erinnern. Es ist irgendwie Kult… Unser Bandname ist die Hommage an Justus Jonas.

Viele Bands nutzen immer stärker alle möglichen Social Networks, wie Twitter, Facebook, oder Last.fm, was hält euch davon ab, euch da stärker zu engagieren und zu vernetzen?

Hmm. Ja, Ich weiß nicht. Wir sind auch bei Twitter und Facebook und bei MySpace ja sowieso. Ehrlich gesagt weiß ich bei Facebook gar nicht weiß wer diese Fan-Seite gemacht hat.

Ich finds okay, aber ich mag meinen Freunden nicht andauernd damit auf dem Geist gehen, ständig irgendwas zu posten damit sie merken, dass es uns gibt und wir tatsächlich noch Musik machen. Na ja, einige mögen es, andere nicht. Ich poste auf diesen Plattformen ja auch von Zeit zu Zeit…

Wir haben euch das erste Mal mit Cargo City gesehen, der euch zuvor auch im Interview sehr lobend erwähnte. Ihr habt auch bereits mit einer Reihe anderer namhafter deutscher Bands gespielt, denkt ihr, die deutsche Indie-Szene ist so langsam dabei, sich von den britischen Vorbildern zu emanzipieren und kann inzwischen wirklich ernst genommen werden?

Ja, mit Simon von Cargo City war’s echt schon etwas sehr, sehr Cooles. Nicht nur, weil ich seine Musik sehr mag. Es hat einfach „gepasst“ zwischen uns. Den ehemaligen Drummer Max kannten wir noch von unserem Konzert mit Days and Grief. Müsste 2006 gewesen sein. Eine Band die Mensch sehr gerne als Freund hat. Auch als Freunde im StudiVZ! Um noch mal auf die letzte Frage zurück zu kommen.

Ich denke, dass es jede Menge großartiger Bands gibt, die durch MySpace dümpeln, aber eigentlich schon mehr verdienen und durchaus den Großen international Paroli bieten können! Und kleine Clubkonzerte haben doch einfach mehr Atmosphäre… finde ich. Die deutsche Indie-Szene kann es absolut mit der britischen aufnehmen.

Zu einer Größe der deutschen Szene, Get Well Soon. Konstantin Gropper sagte in einem Interview, er würde es ernster nehmen, wenn in der Kunst eine klare Trennung zwischen Autor und Werk statt findet. Ihr scheint da genau anders ranzugehen und schreibt sehr biographische Texte. Ist es euch wichtig, euch in euren Stücken wieder zu finden?

Es ist mir manchmal unheimlich etwas in Songs mitzuteilen, was sowieso jeder denkt. Ich schreibe fast nur „Insider“ in Texten, die es Vielen ermöglicht sich persönlich darin wieder zu finden. Es ist die Erfahrung, die ich selber gemacht habe, aber nicht genau ins Detail ausgeschmückt! Jeder darf selbst darüber entscheiden wie er/sie das verarbeitet und kennt!! Ich will eigentlich keine Geschichten erzählen mit Musik im Hintergrund! Na gut, manchmal schon. Das ist dann aber eine Ausnahme.

Wie kommt es zu dieser persönlicheren, biographischeren Note eurer Songs?

Hmm… „Hass“ manchen Menschen gegenüber. Viel erlebt… und ich muss ja nicht jeden mögen. Wobei es ja irgendwie nicht soooo zu der „guten Laune-Musik“ passt. Vielleicht ist das der Schlüssel zu dem Wirrwarr in unserer Musik. Mensch weiß es nicht…

Nun abschließend noch zu unserer Kategorie „6 Richtige“, 6 kurze Fragen, auf die wir 6 spontane Antworten suchen:

1. Wenn du dir eine legendäre Bands aussuchen könntest, in welcher hättest du gern gespielt?

Ganz ehrlich? – Led Zeppelin!

2. Welches Album war der Soundtrack deiner Teenager-Zeit, bzw. welche CD kommt dir zuerst in den Sinn, wenn du an diese Zeit zurück denkst?

Tocotronic – Hamburger Schule

3. Die letzte Platte / CD, die du gekauft hast?

Muff Potter – Gute Aussicht (Eins der genialsten Werke!!!)

4. Die beste Stadt, in der du je gespielt hast?

Die Nummer 1 ist definitiv Münster!

5. Was packst du als erstes in deine Tasche, wenn du dich auf eine Tour vorbereitest?

Meinen MP3 Player und ein gutes Buch mit mehr als 500 Seiten.

6. Was wolltet ihr schon immer einmal in einem Interview gefragt werden und was wäre die Antwort darauf?

Wieso gewinnt ihr vor jedem Konzert das Kickern mit anderen Bands?
– Weil wir die Bälle ins Tor gucken! Ganz einfach!

Zusatzzahl: Warum sollten die Leute zu euren Konzerten kommen und eure Platten kaufen?

Weil Sie und wir einen Mords Spaß haben werden! (…um auch mal an die Kalauer zwischen den Songs zu denken)

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