Interviews

Hatcham Social – Interview

Ihr seid ja nun schon eine Weile auf Tour, wie ist es bisher?

Toby: Sehr unterschiedlich. Vor ein paar Wochen in München war es extrem warm, heute ist es sehr englisch. Aber die Shows werden glaub ich immer besser. Wir waren in den letzten drei Monaten vielleicht eine Woche zu Hause, es ist aber sehr spannend.

Jerome: Am schlimmsten war bisher die Fahrt von Italien nach Hause, da waren wir 2 Tage unterwegs und 15 Stunden zusammen gerechnet auf der Straße.

Plant ihr auch bereits eine ausgedehntere Deutschland-Tour?

Toby: Ich weiß nicht, wäre natürlich schön. In Europa macht uns das so aber im Moment auch viel Spaß, wir spielen ein paar Shows hier, ein paar da und danach können wir dann wieder zu Hause spielen. Erst einmal steht als nächstes Amerika an für uns und danach glaube ich wieder eine England-Tour.

Ihr freut euch schon sehr auf Amerika?

Toby: Ja klar, New York wird bestimmt klasse. Wir waren noch nie da und da freuen wir uns umso mehr. Das werden ca. 4 Wochen, wir hoffen, wir haben einen guten Van, der uns von A nach B bringt, zur Not spielen wir halt blinde Passagiere bei den Charlatans, mit denen wir drüben zusammen spielen werden lacht

Mit den Charlatans hast du auch schon ein gutes Stichwort gebracht. Ihr habt ja schon eine Weile Singles und EPs veröffentlicht, bevor ihr Ende des Jahres letzten zusammen mit Tim Burgess von den Charlatans euer Album aufgenommen habt. War es euch wichtig euch mit möglichst vielen Konzerten erst einen Namen zu erspielen, bevor ihr euch an euer Album macht?

Toby: Ich weiß nicht, ich glaube, das war eben unser Weg, wir haben da nicht groß drüber nachgedacht. Wir haben einige EPs und ein Mini-Album veröffentlicht, auf denen waren auch die meisten der Lieder des Albums schon drauf. Wir haben das jetzt zum Album-Release mit mehr Promotion-Unterstützung aufgezogen bekommen und Tim war dabei natürlich auch eine große Hilfe.

Schon ab dem Moment eurer ersten Single schien die britische Presse sich um euch zu reißen, der Guardian hat euch gelobt, der NME schien euch adoptieren zu wollen und auch im Independent waren ein paar positive Kritiken zu euren Singles. Habt ihr bei den Aufnahmen einen gewissen Druck verspürt?

Toby: Nein, nicht von der Presse. Den meisten Druck haben wir uns selbst gemacht. Das waren wir und Tim im Studio und wir wollten das Beste hinkriegen, was uns möglich war. Dabei war uns letztlich egal, was die Presse später drüber schreibt, natürlich ist es nett, wenn es ihnen gefällt, im Endeffekt war uns aber einfach nur wichtig ein Werk zu veröffentlichen, hinter dem wir vier stehen können.

Wie war es letztlich das fertige Werk in Händen zu halten?

Jerome: Toll!

Toby: Klar, super. Schon bei unserem Mini-Album, das wir auf Kassette veröffentlicht haben, war es toll. Das hatten wir damals in zwei Tagen eingespielt und das so etwas wie der Grobentwurf zu „You Dig The Tunnel, I’ll Hide The Soil“. Es fühlte sich aber noch einmal besser an, die Ideen nun mit guter Produktion und den entsprechenden Mitteln noch einmal so in Händen zu halten, wie wir uns das richtig vorstellten. Da dachten wir, wir sind den Songs nun gerecht geworden.

Laut eurem Myspace-Profil seid ihr auch sehr von Literatur beeinflusst. Ihr habt ja auch eine Version von Lewis Carrol’s „Jabberwocky“ für euer Album eingespielt, warum ausgerechnet dieses Gedicht?

Toby: Ja klar, du kannst als Musiker natürlich nicht nur von Musik beeinflusst sein, das ist glaube ich beinahe wie Inzest. Insbesondere, wenn du Texte schreibst, sind solche Einflüsse wichtig. Den „Jabberwocky“ fand ich da eben immer besonders klasse.

Gibt es irgendwelche anderen Werke, die ihr mal aufnehmen möchtet?

Toby: Ja, „Charlie And The Chocolate Factory“ wäre doch toll.

Jerome: Klar, aber wir sind eben so viel auf Tour, da haben wir für so etwas im Moment keine Zeit. Aber wenn wir wieder zu Hause sind, wollen wir gern neue Sachen aufnehmen.

Toby: Wir machen da grad eine Art Hörspiel, das wir mit Musik versehen und auf Kassette raus bringen wollen.

Ah, mal was anderes. Ihr seid ja auch mit den Horrors befreundet, die mit ihrem zweiten Album ja quasi auch was völlig anderes gemacht haben. Wie gefiel euch das zweite Album?

Jerome: Ganz ehrlich, mich hat’s nicht überrascht. Es ist anders klar, aber es ist toll. Sie sind auch eine der besten englischen Bands. Zur besten Band gehört natürlich auch Wandlungsfähigkeit.

Wenn ihr auf das Jahrzehnt zurück blickt, welches Album würdet ihr als euren Favoriten wählen?

Toby: „You Dig The Tunnel, I’ll Hide The Soil“, weil ich da echt viel Arbeit rein gesteckt hab. Nein im Ernst, vielleicht „Is This It“ von den Strokes? Nein, keine Ahnung, frag mich in 10 Jahren noch einmal, ok? Lacht

Foto 1: Myspace der Band
Foto 2: Ariane WhiteTapes, mehr hier

Discussion

Comments are closed.

Archive