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Gregor McEwan – Interview

Am Freitag erschien mit „Houses and Homes“ das erste Album von Gregor McEwan. Ein berührendes Werk mit vielen tollen Momenten, die beste Kost für Freunde akustischer Gitarrenmusik darstellen. Nun kurz nach Release und Tourstart baten wir ihn zu einem kurzen Frage- und Antwort-Spiel, damit ihr den jungen Halterner noch etwas besser kennen lernen könnt.

Du hast dir für dein Solo-Projekt den Künstlernamen Gregor McEwan gegeben. Warum dieser Name?

Das frage ich mich auch manchmal.

Dein Künstlername klingt urschottisch. Hast du einen Bezug zur, oder eine Neigung für die schottische Musikszene?

Eine Neigung schon. Hat aber jetzt nichts mit der Wahl des Künstlernamens zu tun. Aber ich mag Bands wie Travis, Idlewild oder Teenage Fanclub.

Dein Solo-Debüt heißt „Houses and Homes“. Auf deinem Myspace gibst du 4 Orte als Heimat an. Kann ein Mensch sich eigentlich an so vielen Orten heimisch fühlen?

Ich brauche gar keinen Ort um mich heimisch zu fühlen, sondern gute Menschen.

Wo besteht für dich der Unterschied zwischen deinem Haus und deinem Zuhause? Was bedeutet „Zuhause“ für dich?

In einem Haus wohnt man. Man kann es sich zwar so einrichten, dass man dort gerne wohnt und lebt, aber es ist dann nicht unbedingt dein Zuhause. Mein Zuhause ist eine Situation, ein Moment, der sich gut anfühlt.

Auf Promofotos sieht man dich unter anderem im Wald, wie du ein Kitz fütterst. Bist du sehr naturverbunden?

Ich bin auf dem Land groß geworden, gehe gerne angeln und mag Tiere. Ja… ich glaube ich bin ein naturverbundener Mensch!

Beschreibe bitte den Entstehungsprozess deines Albums. Wie hast du den Kontakt zu deinem Label hergestellt, wie ist der Aufnahmeprozess gelaufen?

Das Album ist über die Jahre entstanden. Ich glaube der älteste Song darauf wurde 2005 geschrieben. Manche Stücke habe ich bewusst recht “nackt“ gelassen, andere wurden durch die Zusammenarbeit mit meiner Band und dem Erschaffen von Atmosphäre durch Instrumente und Soundsamples zu den Songs, die sie jetzt sind. Die Arbeit im Studio lief wunderbar und war wirklich sehr inspirierend, da man sich dort wirklich sehr sehr wohl gefühlt hat. Auch da schließt sich dann wieder der Kreis: Zuhause!

Der Kontakt zum Label kam zustande, als Tom Liwa nach einem meiner Konzerte in einer seltsamen Kostümierung auftauchte. Er ist ja ein Meister der Verkleidung. So weit ich mich erinnere, trug er einen langen weißen Bart, eine Perücke und Stars and Stripes-Bermudas. Er wirkte als wäre er nicht von dieser Welt, kicherte die ganze Zeit durch seine gelben Zähne und erzählte irgendwas auf Englisch von “crack the international market“. Dann gab er mir einen Zettel mit seiner Telefonnummer und dem Wort ‚mithrandir‘. Ich hab nicht wirklich geglaubt, dass das mit seinem Label was wird. Aber drei Tage später hatte ich seine “rechte Hand“ Giulia am Telefon und alles wurde auf einmal viel plausibler. Ich weiß bis heute nicht, wer bei Ludwig die Entscheidungen trifft, glaube aber schon, dass Liwa es selber macht und nur halb so durchgeknallt ist wie er tut. Mit Sicherheit eins der schrägsten Labels der Welt…

Wie würdest du dein Album beschreiben?

Als ein richtiges Album!

Allmählich scheint es bei neuen Alben zur Pflicht zu werden, dass Künstler es vor dem Release streamen. Manche Fans scheinen das sogar regelrecht von Künstlern zu verlangen. Was hältst du davon und von Streaming-Diensten wie Spotify? Denkst du da liegt die Zukunft des Musikkonsums?

Ich befürchte es. Denke aber auch, dass das sehr Genre-abhängig ist. Da ich ja handwerkliche Musik mache hoffe ich, dass die Leute, denen meine Musik gefällt auch gerne ein schönes Booklet in der Hand halten. Ich glaube ja an die guten Menschen. Wenngleich ich diesen Verlust der Unwissenheit über Entstehungsprozesse in der Kunst schon grausam finde. Ich meine, wieso sollten die Leute da draußen dieses Interview lesen, wenn sie den Inhalt sowieso schon aus einem Blog kennen? Da wo z.B. Aufnahme-Sessions ins Netz gestellt oder Songtexte erklärt werden, nimmt man der Musik das fesselnde… die Magie. Der Spagat zwischen der Aufmerksamkeit, die man als Künstler braucht, um überhaupt wahrgenommen zu werden und dem respektvollen Erhalten der Fantasie in der Kunst ist einfach ein schwieriger.

Du nennst dich bei Facebook augenzwinkernd „King Of Folk“. Folk erlebt derzeit ein großes Revival, was denkst du, woran liegt das?

An “Mumford And Sons“ und an “Hennes And Mauritz“. (lacht!)

Welche Musiker haben dich in deinem Sound beeinflusst?

In dieser (chronologischen) Reihenfolge: Alfred Stein, Per Gessle, Noel Gallagher, Fran Healy, Ryan Adams, John Kristjan Samson, Damien Rice und viele, viele mehr.

Du bist bald auf Tour, was können die Leute von deinen Konzerten erwarten?

Am besten gar nichts. Sie sollen sich einfach nur darauf einlassen.

Gregor McEwan auf Tour:

14.11.2010 Erlangen – Strohalm
15.11.2010 Würzburg – Wunschlos Glücklich
16.11.2010 Dortmund – Bam Boomerang (Im Takt der Stadt)
17.11.2010 Stuttgart – Zwölfzehn
18.11.2010 Münster – Radio Q (Interview & Acoustic Song)
18.11.2010 Münster – Teilchen & Beschleuniger
19.11.2010 Köln – Stadtgarten (Lagerfeuer Deluxe)
20.11.2010 Leipzig – Wärmehalle Süd
26.11.2010 Krefeld – Asta Keller (Krefeld Unplugged)
09.12.2010 Hamburg – Thalia Theater (Zentrale)
10.12.2010 Berlin – radioeins (Interview & Acoustic Song)
10.12.2010 Berlin – Sputnik Kino*
15.12.2010 Nürnberg – Südpunkt
16.12.2010 Schrobenhausen – Alte Nähfabrik
17.12.2010 CH-Zürich – Kafi fürDich
18.12.2010 CH-Baden – Café Cava
05.01.2011 Hamburg – Haus III&70
07.01.2011 Tübingen – Zimmertheater
08.01.2011 Schwäbisch Gmünd – Theaterwerkstatt
14.02.2011 Hannover – Theater In Der List (Loge 13)
26.02.2011 Haltern – Trigon
27.02.2011 Köln – Blue Shell(Lied United)

Fotos: Max Lewe

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