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Enter Shikari – Interview

Wie wir gestern bereits berichteten, haben sich Enter Shikari letzte Woche mit brandneuen Songs auf deutschen Bühnen zurück gemeldet. Nach einer schweißtreibenden Show in der Bochumer Zeche war Bassist Chris Batten so freundlich uns am Tag darauf mit einem Kater gezeichnet, ein paar Fragen zu beantworten.

Euer neues Album „Common Dreads“ wird im Juni veröffentlicht. Wir konnten schon ein wenig reinhören und haben das Gefühl, dass es etwas direkter ist. Was habt ihr dieses Mal im Studio und im Songwriting anders gemacht?

Chris: Nun, ich glaube der Hauptunterschied war, dass wir jetzt viel mehr Zeit für die Aufnahmen und das Songwriting hatten. Beim letzten Album haben wir die Songs schon eine ganze Weile live performt, bevor wir sie aufgenommen haben. Dagegen war es dieses Mal so, dass wir uns mehr oder weniger für ein paar Monate eingeschlossen haben und uns nur dieser einen Sache gewdimet haben. Ich glaube, das Songwriting hat sich insofern geändert, dass wir alle viel mehr ins Schreiben involviert waren.

Man liest als Genre-Bezeichnung für eure Musik häufig „Trance Punk“, oder auch „Happy Hardcore“. Würdet ihr euren Sound kategorisieren können, oder wollen und denkt ihr, er hat sich mit eurem neuen Album geändert?

Chris: Nein, wir versuchen ungern unsere Musik zu beschreiben. Wir haben viele Einflüsse und sehen es nicht als erstrebenswert, alles unter einem komischen Genre-Namen zusammen zu fassen. Unser Sound hat sich auf dem neuen Album glaube ich zum Besseren verändert. Wenn die Leute sich unser Album anhören, wird ihnen auch deutlich werden, dass wir uns nicht zurück gehalten haben. Wir haben dafür mit einem Dance Produzenten zusammen gearbeitet, da wir diesen Aspekt unserer Musik noch weiter heraus arbeiten wollten.

Um „Common Dreads“ zu promoten habt ihr bereits den Song „Antwerpen“ verschenkt. Denkt ihr, es ist inzwischen zu einer Sitte, oder sogar einem Muss für Musiker geworden vor dem Release eines neuen Albums einen Song zu verschenken?

Chris: Ich glaube nicht, dass es schon ein Muss geworden ist. Es ist jetzt einfach mehr so, dass Bands machen und veröffentlichen können, was sie möchten. Uns kann niemand davon abhalten einen Song zu verschenken, es gibt keine festen Spielregeln mehr im Musik-Business. Für uns war das auch ganz schön, weil wir schon etwas länger als geplant für die Album-Aufnahmen brauchten und wir die Leute wissen lassen wollten, dass wir noch immer da sind. Da war das ein schönes Geschenk an alle Leute, die vielleicht schon etwas frustiert vom Warten waren.

Über das Internet habt ihr auch Leute gesucht, die euch eine Aufnahme des Satzes „We must unite“ schicken. Wie war die Reaktion der Leute und habt ihr letztlich genügend Material zusammen bekommen?

Chris: Oh ja, es hab jede Menge Leute, die uns Audio-Dateien in allen möglichen Sprachen geschickt haben. Es ist echt Schade, dass wir nicht alle nutzen konnten. Du könntest also sagen, dass die Reaktionen verdammt gut waren. „Common Dreads“ ist ein Album für unsere Fans, da ist es natürlich schön, dass wir ein paar Leute direkt mit einbinden konnten. Da möchten wir diese Chance natürlich auch gern nutzen, uns bei allen zu bedanken, die mitgemacht und uns so tolles Feedback gegeben haben.

Ihr seid zurück von einer Tour durch Japan, wie sehr unterscheidet sich das Publikum von dem in Europa?

Chris: Klar, da gibt es jede Menge, das anders ist als in Europa. Ich glaube wir finden das Publikum in Japan immer extrem freundlich. Während der Songs flippen die total aus, aber während der Stücke könntest du eine Stecknadel fallen hören, weil die so versessen darauf sind, jedes Wort dessen zu hören, was wir sagen, auch wenn sie es vielleicht nicht einmal verstehen. Aber natürlich lieben wir es in Europa zu spielen. Es ist natürlich viel näher und du fühlst eine stärker Verbindung mit dem Publikum überall in Europa.

In eurem Blog schreibt ihr über Dinge, die eure Band betreffen, Alltagsbeobachtungen und sogar politische Themen. Denkt ihr, es ist eure Pflicht, oder eure Vorbildfunktion, die euch bewusst die Aufmerksamkeit der Leute auf bestimmte Themen lenken lässt?

Chris: Ja, ich denke, wir haben kapiert dass, egal ob wir es mögen oder nicht, die Leute in gewisser Weise zu uns aufblicken. Wir möchten aber keinesfalls predigen, aber allein unsere Lyrics beschreiben häufig ja bereits, wie wir manche Dinge inzwischen sehen. Daran glauben wir auch. Die Leute können dann natürlich so viel, oder so wenig reinlesen, wie sie möchten.

Nun bereits zur letzten Frage. Wir suchen derzeit das Album des Jahrzehnts. Welches Album würdet ihr für euch persönlich als Lieblings-Album der vergangenen Dekade wählen?

Chris: Ich wähle einfach zwei wenn das ok ist. Das erste wäre „The Shape Of Punk To Come“ von Refused und das zweite „Relationship Of Command“ von At The Drive In. Das sind zwar beides nicht wirklich Alben, die in diesem Jahrzehnt entstanden sind, aber sie lebten auch in diesem weiter.

Fotos: Myspace der Band

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