Interviews

Codes In The Clouds – Interview

Mit ihrem neuen Album „As The Spirit Wanes“ haben die aufstrebenden, jungen Briten Codes In The Clouds ihre erste Headline-Tour durch Europa erfolgreich gemeistert und waren überrascht über die großen Besucherzahlen auf ihren Shows. Ich sprach mit drei der fünf Jungs vor ihrem Frankfurt-Konzert über das neue Album, den Entstehungsprozess ihrer Songs und warum die Zeit so wichtig für ihre Songtitel ist.

Wie war die Tour bisher?

Joe: Gut, sehr gut! Ich war sehr überrascht über die Größe des Publikums.

Wie ich hörte hattet ihr ca. 400 Zuschauer in Leipzig.

Joe: Das war verrückt, aber es hat unglaublich viel Spaß gemacht.

Ich habe auch gesehen, dass eure Tour von vielen bekannten Radiostationen und Magazinen präsentiert wird.

Jack: Das ist alles Robert (Raths, Erased Tapes CEO) zuzuschreiben.

Wenn ihr an frühere Shows denkt und sie mit den jetzigen vergleicht, welche Unterschiede an euch bemerkt ihr?

Joe: Wir sind nicht mehr so nervös vor Shows.

Jack: Die Leute kennen die Songs mittlerweile.

Ihr hattet auch kaum Support-Bands.

Ciaran: Wir haben 14 Shows gespielt und nur auf einer haben wir eine Vorgruppe gehabt.

Euer Album „As The Spirit Wanes“ hat jede Menge Indie-Einflüsse. Manche Stellen klingen sogar folkig. Zum Beispiel der Song „Reason In Madness“.

(verwirrte Blicke)

Jack: Dieses Album enthält definitiv mehr Einflüsse außerhalb von Post Rock als unser letztes Album. Wir alle hören verschiedenste Musik-Genres und wollten diese nutzen, um etwas Eigenes zu kreieren. Wir haben versucht etwas Blues hineinzubringen.

Wenn ich mir die Stimmung des Albums anhöre, klingt es fast wie ein Sommer-Album.

Ciaran: Wir haben gehofft, es im Sommer zu veröffentlichen, aber mussten es früher veröffentlichen.

Joe: Sonst hätten wir diese Tour nicht machen können. Aber ich bin trotzdem froh, dass es draußen ist.

Ihr hättet sehr einfach Gesang in diese Songs integrieren können. Plant ihr auch für das neue Album eine Remix-Version zu veröffentlichen wie ihr das nach „Paper Canyon“ getan habt?

Joe: Mich würde interessieren, was andere Leute mit den Songs machen, aber ich denke nicht, dass wir ein weiteres Remix-Album veröffentlichen werden. Vielleicht  veröffentlichen wir Remix-Versionen als B-Seiten für Singles.

Ciaran: Die erste Remix-Platte war auch nicht geplant. Nur hatten wir so viele tolle Remixe erhalten.

Joe: Eine solche Platte sollte immer gratis angeboten werden. Wir bekamen so viele tolle Remixe und vor allem der Paul Mullen-Song hat für viel Gesprächsstoff gesorgt. Es ist immer schlecht, Geld mit so einem Album machen zu wollen, also haben wir uns entschieden, damit auf eine gemeinnützige Organisation aufmerksam zu machen.

Erzählt mir davon. Um was ging es da nochmal?

Joe: Wir wollten damit das Umweltprojekt „Friends Of The Earth“ unterstützen. Wir interessieren uns alle für die Umwelt und der Name „Paper Canyon Recycled“ passte auch sehr gut zu dem Thema.

Ciaran: Wir haben daran gedacht, mehr mit anderen Musikern zusammenzuarbeiten.

Mit wem würdet ihr denn gerne zusammenarbeiten?

Joe: Rival Consoles.

Jack: Wir würden gerne mit Musikern zusammenarbeiten, die in eine komplett andere Richtung gehen als wir und Rival Consoles macht sehr gegensätzliche Musik.

Joe: Baked Clouds ist auch ein interessanter Musiker. Wir haben sehr oft mit ihm über eine  Zusammenarbeit gesprochen. Er muss das nur zeitlich hinbekommen.

Ciaran: Er hat bereits zwei brilliante Remix-Songs für uns gemacht.

Rival Consoles hat „As The Spirit Wanes“ mitproduziert.

Joe: Ja, er war der Hauptproduzent des Albums. Er hat viel Neues zu dem Album beigetragen. Zum Beispiel das Ende des ersten Tracks- das war auch er. Live hört man das nicht.

Was haltet ihr denn von seinem neuen Album? („Kid Velo“, Anm. d. Verfassers)

Alle einstimmig: Es ist unglaublich. Wir lieben es.

Ihr müsst das jetzt sagen, schließlich seid ihr auf dem gleichen Label. (Erased Tapes, Anm. d. Verfassers).

Ciaran: Sein Album lief auf der Fahrt hoch und runter.

Wie entwickelt ihr eure Songs?

Joe: Wir haben keine bestimmte Formel dafür. Manchmal haben Steve oder Jack eine kleine Gitarrenmelodie und dann fangen alle an drumherum zu arbeiten. „Look Back, Look Up“ entstand durch’s herumblödeln. Ich spielte „Summer Loving“ vom Grease-Soundtrack. Als die anderen mit ihren Instrumenten einstiegen, hatten wir einen neuen Song.

Woher bezieht ihr eure Einflüsse? Wie ich höre aus den verschiedensten Bereichen.

Ciaran: Wir wählen unsere Einflüsse nicht bewusst. Wir denken nicht über Bands, die wir nachahmen wollen. Wir schreiben Songs und erst dann werden wir mit anderen Bands verglichen.

Joe: Die einzige Stelle des Albums, die ich bewusst auf eine bestimmte Weise klingen lassen wollte ist das Schlagzeug-Intro des zweiten Songs. Ich wollte, dass es an Motown erinnert. Sie hat überhaupt nichts mit Post Rock zu tun, sondern hat ein 60ies-Feeling.

Jack: Das Gute an unserer Band ist, dass niemand alleine an einem Song sitzt. Jeder steuert etwas zum Songschreiben bei.

Wie sehen die musikalischen Geschmäcker der verschiedenen Band-Mitglieder aus.

Joe: Es gibt eine Gruppe von Bands aus verschiedenen Genres, die wir alle mögen. Aber jeder von uns hat auch seine ganz eigenen Vorlieben.

Würdet ihr eure Musik immer noch als Post Rock beschreiben? Oder nervt euch diese Beschreibung?

Joe: Es ist sehr einfach geworden, diese Bezeichnung für Musik zu verwenden. Ich persönlich denke nicht so viel darüber nach, aber andere Leute bezeichnen uns als Post Rock-Band.

Ciaran: Unser erstes Album war sehr Post Rock und seitdem werden wir diese Beschreibung nicht los.

Joe: Es ist natürlich nicht schlimm so bezeichnet zu werden.

Ciaran: Es ist sogar schön, mit einem bestimmten Genre in Verbindung gebracht zu werden als mit keinem.

Ihr habt interessante Songtitel. Wie kommen diese zustande?

Joe: Sie haben alle eine Bedeutung. Es kommt auf die Zeit an, in der wir die Songs schreiben. Besonders auf diesem Album sind diese sehr persönlich.

Ihr hört euch also die Songs nicht an und denkt „Dieser Song braucht einen fröhlichen Titel“?

Joe: Nein, es geht nur darum, wann wir die Songs geschrieben haben. Wir wollen mit dem Songtitel auch nicht zuviel über die Songs verraten, wollen sie nicht zu offensichtlich klingen lassen.

Aus welcher Zeit stammt dann „Washington“?

Joe: (lacht) Das hat den blödesten Grund. Wir haben eine Version des Song geschrieben, welches  wir auf einem unserer Konzerte gespielt haben und das war zu dem Zeitpunkt als Obama als Präsident der USA eingeweiht wurde. Es war ein großer Moment in der Geschichte.

Was sind eure Ziele für die Zukunft?

Ciaran: Mehr touren.

Joe: Und hoffen, dass Erased Tapes uns weiterhin so toll unterstützen.

Fotos: Patricia Jankowski

Discussion

Comments are closed.

Archive