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Asobi Seksu – Interview

Der Name Asobi Seksu klingt nach viel, aber wahrscheinlich so gar nicht nach New York. Dennoch kommt das Duo aus der Weltmetropole, aus der sich immer wieder Musiker aufmachen, die Welt zu erobern. Die Herkunft des seltsam klingenden Bandnamens lässt sich aber auch schnell erklären, Sängerin Yuki ist nämlich ihres Zeichens Japanerin wählte für die Band den Namen Asobi Seksu, was wie momentan auch in allen Reviews zum neuen Album „Hush“ zu lesen ist, soviel wie „verspielter Sex“ bedeutet. Egal, was es in der Übersetzung bedeutet, für uns heißt Asobi Seksu schon seit einigen Jahren spielerischer Dream-Pop mit vielen Shoegazeeinlagen und sphärischen Melodien. Bei ihrem Besuch in Münster trafen wir nun das New Yorker Duo zu einem kurzen Gespräch.

In euren Songs geht es häufig um das Thema Liebe, was denkt ihr, welche Erfahrungen, oder Emotionen muss man schon erlebt haben, um eure Musik richtig, oder vollständig zu begreifen?

Yuki: Hmm, weiß ich nicht. Ich denke die Wahrnehmung von Musik ändert sich mit den Erfahrungen, die du machst, ich glaube nicht, dass man unsere Musik nur versteht, wenn man mal Liebe erfahren hat, es ist eher so, dass man sie dann vielleicht anders versteht. Die Wahrnehmung ändert sich also, je nachdem, wie wir uns verändern.

James: Ja, wir spielen auch viel damit Emotionen zu schichten und zu kombinieren, damit jeder sich etwas rausnehmen kann, wie er das versteht.

Yuki: Genau, wir experimentieren damit mit Stimmungen zu spielen, so kann hoffentlich jeder unsere Musik genießen, oder auch nicht, also denke ich.

Für die Musikszene in New York, also MGMT, The Strokes oder Yeah Yeah Yeahs, ist euer Stil ja schon ziemlich anders, wie habt ihr euren Stil gefunden?

James: Hmm, ja ich denke, das sind alles Bands, die mich beeinflusst haben, als ich aufgewachsen bin, die ich schon ewig gehört habe und von denen ich Fan bin…

Yuki: Von MGMT, Strokes und den Yeah Yeah Yeahs?

James: Ah, nein von all diesen britischen Bands, die Strokes haben mich jetzt nicht beeinflusst. Wir nehmen das von denen, die wir mögen.

Yuki: Ja, wir schauen uns an, was mögen wir, sagen wir mal an My Bloody Valentine und sagen uns dann, vielleicht kann man das ja einbauen. So sind wir über die Jahre in unseren Sound reingewachsen und haben eine Ecke gefunden, wo wir uns wohlfühlen.

Foto: Myspace der Band

Fühlt ihr euch als Teil der New Yorker Szene?

Yuki: Nein, ich denk nicht.

James: Stimmt, du kannst wahrscheinlich jede Band in New York fragen und die würden dir alle das Gleiche sagen, es gibt viele Bands in New York, aber keine wirkliche Szene.

Yuki: Ja, das ist so, wir haben zwar Freunde, die in Bands spielen.

James: Haben wir? Also Stewie hat aufgehört.

Yuki: lacht Hmm, na gut, also, wir haben viele Bands, die auch bei uns in der Ecke leben, viele gehen jetzt aber auch nach Brooklyn.

Ich habe irgendwo gelesen, eure Musik würde klingen, wie schmutziger Sex mit Hello Kitty im Keller von Kevin Shields, was denkt ihr darüber?

James: Das klingt seltsam.

Yuki: Ich versteh den Hello Kitty Teil nicht…

James: Das bist du!

Yuki: Hmm, das ist eklig…

James: Und ich bin dann der Bestandteil schmutziger Sex?

Yuki: Also, das ist schon eine leicht kranke Beschreibung von dem, was wir tun, aber Leute werden unsere Musik immer so beschreiben, wie sie es für richtig halten. Das wird dann jetzt vielleicht unsere Myspace Headline, wer weiß.

img_4680Man liest auch ständig, ihr sollt die neuen My Bloody Valentine werden, wo seht ihr euch?

Yuki: Nein, also ich glaube nicht, dass wir die neuen My Blood Valentine werden, die wird es nie geben. Die sind eine Begriff für sie, keine Band kommt da wohl je ran, das wollen wir eigentlich auch gar nicht versuchen. Wenn Leute finden, wir könnten da heranreichen, dann ehrt uns das, aber ist trotzdem nicht das, was wir erreichen wollen. Wir haben letztes Jahr My Bloody Valentine live gesehen, danach dachten wir, wir können im Vergleich zu denen ja gerade mal unsere Instrumente spielen…

James: Ja, die bringen vermutlich jeden, der denkt er könnte jetzt abheben wohl auf den Boden zurück.

Würdet ihr gern mal mit denen spielen?

Yuki: Klar, aber wir träumen auch von Sonic Youth.

James: Und Mogwai. Aber Sonic Youth sind auch schon klasse, „Sister“ hat mich schon stark beeinflusst. Ich wollte ja auch immer mit den Smiths spielen, die habe ich immer gehört, wenn ich depressiv war, das hat aber nicht geholfen.

Yuki: lacht Bei Konzerten in Kalifornien denke ich immer, dass ich da mal gern mit Pavement spielen würde, das wäre toll.

Wenn ihr eure Homebase verlegen könntet, wo würdet ihr hingehen?

Yuki: Also, die coolste Stadt, in der ich je war, das war Rom. Da haben wir bei Freunden gewohnt, in der Nähe der spanischen Treppe und das war das absolute Gegenteil von New York, wunderschön, alles ist alt und die Italiener sind nett, ganz anders als in New York.

Fotos: 1 & 2 vomMyspace der Band, 3 von Ariane WhiteTapes.

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