Rezensionen

Young Rebel Set – Crocodile

Young Rebel Set - Crocodile

Schon lange vor dem Release ihres Debüts „Curse Our Love“ zeigte die Erfolgskurve für Young Rebel Set immer nur steil nach oben. Einer ausverkauften Single folgte die ausverkaufte selbstbetitelte Debüt-EP, die nur als Vinyl erhältlich war und natürlich mehrere Dutzend ausverkaufte Konzerte in ganz Deutschland, auf denen stets der Hit „If I Was“ gefeiert wurde. Gerade in Deutschland haben die Briten mittlerweile eine riesige Gefolgschaft und durften sich sogar über eine Top 100 Platzierung in den deutschen Albumcharts für ihr Debüt freuen. In ihrer britischen Heimat war man da etwas reservierter und so waren die Reaktionen der Presse dort mit 5 von 10 Punkten im NME und 1 von 10 Punkten bei Drowned In Sound, sagen wir mal, eher zurückhaltender.

Man könnte nun meinen, dass Young Rebel Set mit ihrem zweiten Album versuchen, mit aller Macht auch die britische Presse für sich zu gewinnen. Die Band setzt auf „Crocodile“ aber lieber auf ihre Stärken, Fans in England kommen irgendwann von selbst, haben sich die legendären Live-Shows der Band doch ebenfalls schon auf der Insel rumgesprochen.

Für die Aufnahmen zu „Crocodile“ begaben sich Young Rebel Set in das Chem 19 Studio in Glasgow, wo ihnen niemand geringeres als Paul Savage als Produzent zur Verfügung stand. Treue Leser unserer Seite kennen ihn natürlich schon als Mitglied von The Delgados sowie Produzent von Mogwai, Franz Ferdinand, Arab Strap, RM Hubbert, Admiral Fallow und vielem mehr. Gemeinsam nahmen sie dort ein Album auf, dass Young Rebel Set gewohnt stark zeigt. Ein Album, das in elf Songs deutlich mehr ausdrückt, als die Nicht-Review dazu bei Intro, die in sechs Sätzen nur Klischees und von der Review zum ersten Album übernommene Plattitüden bietet und damit vermuten lässt, dass sich die Band eigentlich nur wiederholt. Schon der Opener „Yesca And The Fear“ zeigt Young Rebel Set ein wenig nachdenklicher, als gewohnt. Den Grund für diese nachdenklicheren Töne liefert Sänger Matt in der Presseinfo selbst: „Wir sind nicht mehr die sechs Typen, die sich auf der Bühne jeden Abend betrinken“ sagt er dort beinahe entschuldigend. Vor allem aber als Emanzipation von der Vergangenheit.

Young Rebel Set wollen mehr als nur eine Partyband sein, deren Konzerte stets auch von vielen bierlaunigen Vorstadtkids besucht werden, die den Abend als Anlass für ein gepflegtes Besäufnis nehmen und sonst zu Mumford & Sons mitgröhlen. Das wird auch unterstützt durch die völlige Abwesenheit eines Mumford & Sons Moments, der in Form von „Measure Of A Men“ den Tiefpunkt des Debüts darstellte. Ihre wilde Seite haben Young Rebel Set aber natürlich behalten. Nur sind sie nun eben erwachsener. Die aktuelle Single „The Lash Of The Whip“ beispielsweise bietet tolle Country-Elemente gepaart mit rotziger Gesangsnote und einem treibenden Rhythmus, der auch heute noch zu Schweißausbrüchen in den Konzertschuppen Deutschlands einlädt. Deutschland ist ein gutes Stichwort. Im Song „Berlin Nights“ haben sie ihre besondere Beziehung zum Land von Truck Stop und Heino festgehalten. Ein zunächst sehr zurückgenommenes Stück, bei dem sich die Band ungewohnt poppig zeigt und sich immer weiter aufschwingt. Eine Power-Pop-Ballade mit nachdenklichem Unterton und einer zerbrechlichen Note in der Stimme von Matty Chipchase. Ein Stück, das jedoch eher die Ausnahme darstellt. Denn Young Rebel Set machen auf „Crocodile“, wie Eingangs erwähnt, vor allem das, was sie am besten können. Und das ist Rockmusik. Häufig mit starkem Folkeinschlag und geprägt von Matt’s rauchiger Stimme. Immer hauchdünn am Schmalz vorbei und über elf Songs ein eindeutiges Versprechen für einen packenden Konzertherbst, bei dem Young Rebel Set sich wieder einmal den Arsch wund touren.

Young Rebel Set auf Tour

28. September 2013, Hannover, Faust
29. September 2013, Berlin, Sommerloft (ausverkauft)
30. September 2013, Magdeburg, Moritzhof
02. Oktober 2013, Bremen, Tower
03. Oktober 2013, Münster, Sputnikhalle
04. Oktober 2013, Köln, Gebäude 9
05. Oktober 2013, Saarbrücken, Garage
06. Oktober 2013, Erlangen, E-Werk
08. Oktober 2013, München, Ampere
09. Oktober 2013, A – Wien, Flex
11. Oktober 2013, Reutlingen, FranzK
12. Oktober 2013, CH – Zürich, Bogen F
13. Oktober 2013, CH – Bern, Rössli Reitschule
15. Oktober 2013, Wiesbaden, Schlachthof
16. Oktober 2013, Essen, Zeche Carl
17. Oktober 2013, Leipzig, Werk 2
18. Oktober 2013, Dresden, Beatpol
19. Oktober 2013, Karlsruhe, Substage
28. Dezember 2013, Bielefeld, Forum
30. Dezember 2013, Berlin, Postbahnhof

Tickets gibt’s im GHVC Ticketshop


Youtube direkt

Facebook // Myspace // Homepage

Musik von Young Rebel Set bei Amazon.de kaufen

Discussion

  1. […] Young Rebel Set – Crocodile 12 Traams – Grin 13 Motorama – Calendar 14 Arcade Fire – Reflektor 15 The […]

    Posted by WhiteTapes Record Of The Year 2013 – das Ergebnis | WhiteTapes | Januar 1, 2014, 2:10 pm

Archive