Rezensionen

Wonder Coast – Keep Sleeping On The Beach

Wonder Coast - Keep Sleeping On The Beach

Ganz ehrlich, Coverkunst ist ja so eine Sache. Häufig sieht man die immergleichen Bilder, Bandfotos, Grafiken oder ähnliches. Manchmal gibt es aber auch ganz besondere Kompositionen, bei denen man gar nicht mehr weiß, was man denn nun von der Platte erhalten soll. So auch bei Wonder Coast. Auf ihrem Cover prangt im Hintergrund Schloss Neuschwanstein, eines der beliebtesten Postkartenmotive Deutschlands und im Vordergrund surft ein junger Mann auf einer großen Welle. Auch wenn Neuschwanstein auf dem Cover zu sehen ist, stammen Wonder Coast nicht aus Deutschland. Bei der Band handelt es sich vielmehr um ein Quartett aus Malmö in Schweden, das aus zwei Brüdern, die jeweils Gitarre und Gesang übernehmen sowie einem Bassisten und einem Drummer besteht. Eine ziemlich klassische Bandbesetzung also. So altmodisch vielleicht, wie Schloss Neuschwanstein. Altmodisch ist auch in gewisser Weise ihr Sound. Die vier Schweden haben sich nämlich eine Mischung aus Indie-, Garage- und Surf-Rock (daher der Surfer) auf die Fahnen geschrieben. Häufig liest man auch noch eine Band aus New Jersey als Referenz, nämlich The Gaslight Anthem, das liegt wohl eindeutig an den Arbeiter-Rock, die das Quartett noch verarbeitet hat.

Auch in ihren Songs haben die Schweden, ähnlich wie The Gaslight Anthem die Arbeiter-Romantik von Bruce Springsteen verarbeitet, bei der es häufig um’s Ausbrechen und das Durchbrechen alltäglicher Muster geht. „Her papa was a jailer and his house was like a prison / He took away your car keys and said, ‚You can’t marry a musician‘ / So Jenny clumv out of the window“ singen sie in „Jam“. In „New Hope“ heißt es „Evey night I wake up in the middle of the night / Thinking, ‚I gotta leave this place somehow'“. Wonder Coast wollen weg und die große Welt erobern. Sie träumen von Besuchen historischer Schlösser und Surfausflügen mit Kumpels. Und wenn sie das nicht bekommen, singen sie eben von ihrer Heimat, als sei sie das erhoffte gelobte Land.

Der Sound, den sie dafür wählen ist dabei leider auch häufig ähnlich Klischeebeladen, wie die Arbeiter-Romantik des Quartetts, die in den letzten Jahren schon von unzähligen Bands aufgewärmt wurde. Da trifft ein Riff auf das nächste, der Gesang ist druckvoll und erhebt sich häufig ins hymnische. Stellenweise machen Wonder Coast damit durchaus Laune und können den Sound mit einer gewissen frischen Note anreichern, zu häufig verfallen die Schweden allerdings auch in allzu bekannte Klischees und lassen eine Plattitüde auf die nächste folgen. So sind Wonder Coast wohl leider nur eine von vielen Bands, die in ihrer Jugend vielleicht einmal zu häufig Bruce Springsteen von ihren Eltern vorgespielt bekommen haben.

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