Rezensionen

Wire – Change Becomes Us

Wire - Change Becomes Us

Ganze 36 Jahre sind die Londoner von Wire nun schon in der Musikszene aktiv und dürfen wohl ohne Zweifel ebenso wie Gang Of Four, XTC und Joy Division als eine der wichtigsten Bands des Post-Punk bezeichnet werden. Ihr Debüt „Pink Flag“ ist bis heute ein Klassiker, der in der Sammlung eines Musiknerds ebensowenig fehlen darf, wie „Unknown Pleasures“. Ganz ehrlich, unsere Kenntnis von Wire geht dann leider auch nicht wirklich über „Pink Flag“, „Chairs Missing“ und „154“ hinaus. Diese Alben schätzen wir dafür jedoch sehr. Aus irgend einem Grund fehlte aber immer Zeit und Interesse, sich tiefergehend mit der Band zu beschäftigen.

„Change Becomes Us“, das 13te Album der Band, die nach einer knapp zwölfjährigen Releasepause 2003 zurück kehrte und seitdem wieder regelmäßig Alben veröffentlicht, gibt nun wieder einen Anlass, sich wieder etwas mehr mit Wire zu beschäftigen. Und die Beschreibung zum Album klingt direkt vielversprechend. Bei den Stücken handelt es sich nämlich um Songs, die Ende der 70er als Ideen entstanden sind und erstmals auf dem 1981er Live-Album „Document and Eyewitness“ erschienen.

Zum 35ten Geburtstag hat sich die Band nun mit diesen Stücken im letzten Jahr im Studio eingefunden, um diese Songs auf ein Studio-Album zu bannen. Der Titel „Change Becomes Us“ ist dann auch ziemlich treffend gewählt, sind Wire doch bekannt für ihre Experimentierwut, die sogar dazu führt, dass sie live ganze Songs umwerfen und trotz Post-Punk-Vergangenheit immer wieder mit Industrial, Elektronik und Advantgarde experimentieren. Veränderung ist also ein stetiger Bestandteil, den Wire mehr als verinnerlicht haben. So ist dann auch „Change Becomes Us“ kein einfacher Aufguss der Punk-Vergangenheit, in denen die Songs entstanden sind. Zum Glück sind die Stücke nun mehr als 30 Jahre später auch noch einmal genau von der Band abgeklopft und sortiert worden. In ihrer Entstehung waren sie teils nicht viel mehr als Skizzen und gewagte Experimente. Für „Change Becomes Us“ wurden sie nun aufpoliert und in ein zeitgemäßes Gewand gepackt. Das ergibt zwar kein Album, das wie aus einem Guss klingt, dafür aber beinahe so etwas wie eine Werkschau. Wire zeigen ihr gesamtes Spektrum. Angefangen bei Breitwand-Rock über Punk und Hard-Rock hin zu Art-Rock und hypnotischem Pop auf „Love Bends“. „Change Becomes Us“ setzt die Tradition von Wire Alben fort, auf die man sich einlassen muss. Hat man das getan wird man mit einem kaleidoskopischen Trip durch die Soundwelt der Londoner Kultband belohnt.

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