Rezensionen

Windmill – Epcot Starfields

Kinderaugen sehen die Welt doch immer noch am schönsten, voller Faszination wird die Umwelt aufgesogen. So prägen uns Eindrücke für unser restliches Leben, insbesondere glückliche Erinnerungen haben auf diese Art später immer einen schillernd güldenen Glanz, der, wenn man an diese schönen Tage der Kindheit zurückdenkt immer noch die Augen wässrig werden lässt und für eine wohlige, nostalgisch schöne Gänsehaut sorgen kann. Gerade Künstler beziehen aus derlei Erinnerungen eine große Inspiration. Vor kurzem veröffentliche bereits Menomena Mitglied Brent Knopf mit „Intuit“ ein solches Album und nannte das Projekt dann auch gleich Ramona Falls, ganz nach seiner Kindheitserinnerung. Auch Matthew Thomas Dillon, Kopf hinter Windmill, bezieht große Kraft aus seinen Erinnerungen und verarbeitet eine solche in seinem mittlerweile zweien Album „Epcot Starfields“.

Die Epcot Starfields sind Teil der Walt Disney World in Florida und bieten einen Themenpark Zukunft, mit Space Shuttle Simulatoren und allem, was dazu gehört. Für den jungen Matthew eine faszinierende Traumwelt, die als er sich während der Aufnahmen an neuen Songs zurück erinnerte, eine Lawine der Kreativität auslösten und im Konzeptalbum „Epcot Starfields“ mündeten. Aus der verklärten Erinnerung erschuf er eine Geschichte von den letzten Tagen der Menschheit. Musikalisch macht er da weiter, wo er sich bereits mit seinem Debüt „Puddle City Racing Lights“ positionierte. Große Klaviermelodien, gepaart mit Dillon’s quäkender Stimme. Diese Zutaten mischt er mit einem breiten Spektrum an Emotionen. Im Opener „Airsuit“ gibt es im Grunde nur ein Klavier und seine Stimme, die in einem weiten Raum umherschweben und traurig eine Geschichte erzählen. Lässt man sich auf Dillon’s Stimme ein ist das absolut herzergreifend und einfach nur schön und wenn sich der Song gegen Ende etwas verdichtet und steigert ist sogar eine wohlige Gänsehaut drin. Mit „Big Boom“ zeigt Dillon dann erstmals auf „Epcot Starfields“ seine bombastischere Seite, bei denen er von Streichern begleitet ein großes Stück Piano-Pop erschafft, das mitreißt und begeistert. Ein wenig erinnert er hier sogar an die Flaming Lips, allerdings mit einer noch größeren Dosis Pop-Appeal. Aber gerade diese zusätzliche Portion Kitsch gibt „Epcot Starfields“ eine faszinierende Note und erschafft eine nostalgisch angehauchte Klangwelt, in die man sich nur zu gern hineinversetzen lässt.

Rating: ★★★★☆
Windmill

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