Rezensionen

William Fitzsimmons – Lions

William Fitzsimmons - Lions

Knapp sechs Jahre sind nun schon seit unserem ersten Kontakt mit dem Amerikaner William Fitzsimmons vergangen. Damals veröffentlichte er gerade sein drittes Album „The Sparrow and The Crow“. Damals zehrte der Songwriter wie sein Kollege Cary Brothers von seiner Bekanntheit bei Myspace, einer Plattform, die 2008 bereits im Sterben lag. Doch Fitzsimmons schaffte den Sprung vom Myspace-Star zum anerkannten Singer-Songwriter, durfte sich über angemessene Tourerfolge, Vergleiche mit Iron & Wine, Sufjan Stevens und Elliott Smith sowie Platzierungen seiner Songs in Fernsehserien wie Grey’s Anatomy und One Tree Hill freuen.

„Lions“ ist nunmehr sein sechstes Album. Produziert wurde es von Chris Walla von Death Cab For Cutie. Trotz des großen Raubtiers auf dem Cover hat William Fitzsimmons auf „Lions“ nichts von seiner Ruhe und Gelassenheit eingebüßt. Majestätisch wie die Großkatze schleicht der Amerikaner auf Samtpfoten durch die Songs und bietet Fans das, was sie am meisten an ihm lieben.

Das wird schon im Opener „Well Enough“ klar. Mit sanften Gitarrenspiel und typisch gehauchtem Gesang zelebriert der Songwriter die Eleganz der Stille. Alle Stücke haben viel Raum und entfalten sich in diesem. Darüber schafft Fitzsimmons eine große Intimität, die insbesondere von seiner ganz speziellen, einfühlsamen Gesangsart geprägt wird. Die Themen von Fitzsimmons sind dabei so bekannt, wie sein Sound. Er singt von Liebe, Trennung, Emotionen, Sehnsüchten, Selbstfindung und Selbstmitleid. Beschreibt alle Geschichten in wohl überlegten Worten und hüllt sie in ein Soundgewand, bei dem weniger mehr ist. Dabei wirkt er trotz wisperndem Gesang nie weinerlich und instrumentiert auch gern mal in positiven Dur-Tonarten, was in schönem Gegensatz zur Traurigkeit der Stimme steht. Wenn man William Fitzsimmons Böses will, könnte man ihm vorwerfen, dass er auf „Lions“ eigentlich nichts macht, was er nicht schon auf seinen anderen fünf Alben getan hätte. Das stimmt auch, doch macht Fitzsimmons das so intim und fesselnd, dass man ihm das nicht wirklich übel nehmen mag. Zwanghaftes neu erfinden tut schließlich auch nicht jedem Künstler gut.


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