Rezensionen

Wild Nothing – Nocturne

Wild Nothing - Nocturne

Gerade einmal 21 Jahre alt veröffentlicht der Amerikaner Jack Tatum mit „Nocturne“ jetzt schon das zweite Album mit seinem Projekt Wild Nothing. Allem Anschein nach veröffentlicht der ehemalige Student der Kommunikationswissenschaften damit seine bisher dunkelsten Songs. Der Titel „Nocturne“ sowie die Songs „Shadow“, „Midnight Song“, „Disappear Always“ und auch der Titeltrack „Nocturne“ lassen darauf schließen. Auch die Texte drehen sich um das persönliche Scheitern, verlieren sich in tiefer Melancholie und besingen häufig das Ende einer Beziehung.

Jack Tatum also als völliger Trauerkloß? Ganz so schlimm ist es nicht. Auf seinem zweiten Wild Nothing Album verbindet er elegische Texte mit Sounds, die sich fleißig bei Shoegaze, Indie und vor allem Dream-Pop bedienen. Hier hört man Simple Minds, dort The Jesus and Mary Chain und häufig auch Beach House. Das ergibt einen alles andere als dunklen Grundsound, der mit Gitarren, Synthies und Drums warm aus den Boxen wabert und den Hörer in trügerischer Sicherheit wiegt. Dazu der sanft erzählende, hintergründige Gesang Tatum’s.

Eine seiner Stimme häufig inneliegende Traurigkeit bietet einen wunderbaren Kontrapunkt zur warmen Instrumentierung. Das macht aus den Stücken wunderbare kleine Indie-Popper für die nächtliche Autofahrt. Herrlich kuschelige Popsongs mit gehörigem 80ies Charme, die den Hörer flauschig umspannen, während ein trauriger Mann Geschichten aus dem Leben erzählt. Unterhaltsam wie die Lieblingsserie mit immer wieder interessanten Wendungen. Sicherlich kein Album für die Ewigkeit, aber welche Serie läuft schon ewig?

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