Rezensionen

Wild Nothing – Life Of Pause

Wild Nothing - Life Of Pause

Als Jack Tatum nur ein Jahr nach seinem Debüt als Wild Nothing im Jahr 2012 sein zweites Album „Nocturne“ veröffentlichte, brach um ihn plötzlich ein kleiner Hype los. Trotz des „düsteren“ Titels bat er darauf verträumte Popsongs mit interessanten Wendungen und cleveren Songstrukturen. Nach der kurzen Zeit zwischen den ersten beiden Alben ließ er sich für sein drittes Album als Wild Nothing nun etwas mehr Zeit und präsentiert jetzt erst, knapp dreieinhalb Jahre nach „Nocturne“ sein nunmehr drittes Album.

Passend zu dieser etwas längeren Pause hört das Album auf den Titel „Life Of Pause“ und bietet auch – abgesehen vom Titel – eine Pause von dem, was man eventuell von Wild Nothing gewohnt ist. Das Album entstand in Stockholm mit der Hilfe von John Eriksson und Pelle Jacobsson vom Swedish Radio Symphony Orchestra, ein deutlich anderer Ansatz, als noch beim Debüt, das Jack selbst produzierte und bei „Nocturne“, das mit Hilfe von Nicolas Vernhes (Animal Collective, Deerhunter, Spoon, The War On Drugs, Dirty Projectors und mehr) entstand und vielleicht auch deshalb ein so großer Erfolg war.

Die Zusammenarbeit mit zwei Vertretern eines Symphonie-Orchesters bedeutet aber für „Life Of Pause“ nicht, dass man es auf dem Album mit vielen Arrangements zu tun bekommt, in denen klassische Instrumente zuhauf eingesetzt werden. Genau genommen sucht man diese vergebens. Stattdessen herrschen Synthie-geschwängerte Arrangements mit poppigen Beats und tanzbaren Rhythmen vor. Gepaart mit verträumtem Gesang und entspannter Grundstimmung. Dadurch lässt sich „Life Of Pause“ am ehesten als Synthie-Pop ohne 80er Jahre Schmalz beschreiben. Mit hoher Detailverliebtheit und einem spürbaren Perfektionismus. Man merkt, alles sitzt so, wie es sich Tatum wünschte und er ist mit Wild Nothing da angekommen, wo er hin wollte. Das ist vielleicht ein anderer Ort, als der, den sich seine Fans nach den Vorgängeralben wünschten, aber das macht nichts. Man spürt nämlich in jedem Song, dass sich Tatum wohlfühlt und er genau das erreicht hat, was er wollte.

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