Rezensionen

Wild Beasts – Present Tense

Wild Beasts - Present Tense

Nach dem stetig wachsenden Erfolg ihrer letzten beiden Alben „Two Dancers“ und „Smother“, mit dem sie sogar Platz 17 in den britischen Charts erreichten, brauchten Wild Beasts erst einmal eine Pause. Nachdem sie quasi das gesamte Jahr 2011 und 2012 auf Tour verbrachten wollten sie 2013 nur im Studio verbringen. Dabei entschieden sie sich auch ein stückweit für eine Neuausrichtung. Trotz des wachsenden Erfolgs trennten sie sich zum Beispiel von Produzent Richard Formby, der für die letzten beiden Alben an den Reglern saß. Stattdessen engagierten Wild Beasts für ihr neues Werk „Present Tense“ Session-Musiker, Komponist und Carl Barât, Brett Anderson, Sparrow and the Workshop und Frightened Rabbit Produzent Leo Abrahams. Er sollte helfen, die auf „Smother“ eingeschlagene elektronischere und synthielastigere Richtung mit einem direkteren und vielleicht auch aggressiveren Sound anzureichern. Dabei wollen Wild Beasts sich wohl laut Albumtitel nicht zu sehr auf die Vergangenheit berufen, sondern beziehen ihre Kraft aus dem, was sie jetzt sind. „Present Tense“ ist die Gegenwartsform eines Verbes und eben auch das, was die vier Musiker aus dem britischen Kendal heute sind.

Der Opener „Wanderlust“ zeigt Wild Beasts dann auch direkt etwas düsterer als gewohnt. Die Synthies bilden einen dunklen Teppich, ein bedrohlicher Chor untermalt das Stück und die Beats pluckern kraftvoll aus den Boxen. Dazu singen Hayden Thorpe und Tom Fleming mit ihrem gewohnten Wechsel aus Falsett und tiefer Stimme. Ein gelungener Song, der eine wunderbar druckvolle Note der Band zeigt. In der Folge entwickeln Wild Beasts auf diese Art Songs, die sich im Zwiespalt zwischen Romantik und Verzweiflung herumtreiben und am ehesten als kunstvoller Pop bezeichnet werden können. „Sweet Spot“ ist ein gutes Beispiel dafür. Ein Song mit düsteren und auch hellen Momenten, der süßliche Popmelodien mit kalter Elektronik verbindet und vor allem vom Wechselgesang des Gesangduos lebt. Schaut man sich die Mittel an, die Wild Beasts auf „Present Tense“ einsetzen, sind diese mit Blick auf ihre Vergangenheit alle nicht neu. Doch der Einsatz ist so einfach er ist häufig von seltsamer Schönheit. Das fasst die Band mit dem repetitiven „Simple, Beautiful“ in „A Simple Beautiful Truth“ dann auch ganz gut zusammen und macht uns das Fazit zu „Present Tense“ damit extrem leicht.

Wild Beasts auf Tour (Support: M O N E Y)

05. April 2014, Köln – Gebäude 9
06. April 2014, Berlin – Lido
07. April 2014, Hamburg – Knust
09. April 2014, München – Strom
12. April 2014, Zürich – Plaza

Interview // Facebook // Website // Myspace // Label

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Discussion

  1. […] veröffentlichten die Briten von Wild Beasts vor kurzem ihr nunmehr viertes Werk “Present Tense”, mit dem sie wieder einmal an ihre bisherigen Erfolge anknüpfen konnten. Derzeit sind sie damit […]

    Posted by Wild Beasts – Video zu “A Simple Beautiful Truth” | WhiteTapes | April 9, 2014, 9:33 am

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