Rezensionen

White Lies – To Lose My Life…

whiteliesthumbEngland hat seinen ersten großen Hype für 2009. Der hörte bis vor eineinhalb Jahren noch auf den Namen „Fear Of Flying“, wurde aber Anfang 2008 in White Lies umgetauft und aus Angsthasen wurden düstere Rocker. Ein ganz sympathischer Name also und so debütierte das Trio nach reichlich hypigem Rauschen im englischen Blätterwald nun ganz oben in den Charts mit dem Debüt-Album „To Lose My Life…“. Da ist es nun an der Zeit für uns kurz nach dem UK-Release und knappe 2 Monate vor dem Release hierzulande schon einmal die Musik der Band abzuklopfen. Steckt hinter gutem Namen und Hype auch noch Substanz? „Durchaus!“, das sagt der erste Höreindruck. „Genügend“, sagt das Barometer nach einigen Durchgängen.

Harry McVeigh (Vocals, Guitar), Charles Cave (Vocals, Bass) und Jack Lawrence-Brown (Drums) holen sich ihre Inspiration aus den 80ern, wie so viele der aktuellen britischen Jungspunde. Dabei hätten sie sich keine bessere Zeit für ihren leicht düsteren Sound auswählen können, England brettert in die schlimmste Rezession seit Anfang der 80er, die Zeit in der Joy Division, Depeche Mode und Co. auf der Bildfläche erschienen. Beide Bands sind auch wichtige Referenzgrößen für White Lies, allerdings schaffen sie es, wie Interpol, oder die Editors ihren ganz eigenen Sound zu entwickeln, der angereichert durch Brit-Pop-Einflüsse eine durchaus mitreißende Dynamik entwickelt. Natürlich hört man „To Lose My Life…“ an, dass White Lies nach höherem streben, nicht kleckern, sondern mit Bombast klotzen heißt hier die Devise. Das mag alles schwer nach den Killers klingen, ist aber im Gegensatz zu Brandon Flowers & Co. bei weitem nicht so peinlich, was auch an dem durch die Herkunft bedingtem sehr englischen Sound der Band liegen kann, oder einfach daran, dass White Lies trotz Bombast noch ein gewisses Maß an Zurückhaltung bieten und der Melodie in ihrem Synthie-Pop-Sound und nicht dem Pathos viel Raum einräumen. Auch wenn das Album für eine ewige Liebe wahrscheinlich nicht genug Tiefe hat, reicht es für einen schönen Flirt.

Video zu „Death“

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