Rezensionen

We Were Strangers – Beneath A Broken Sky

We Were Strangers – Beneath A Broken Sky

Manchmal geht es ganz schnell. So beispielsweise bei Stefan Melbourne aus Manchester. Erst vor relativ genau zwei Jahren trat er mit dem Release der Debüt-EP „Before“ erstmals unter dem Namen We Were Strangers auf den Plan, den er nach dem gleichnamigen 40er Jahre Film mit Jennifer Jones entliehen hat. Wie im Film, klingt in seiner Musik immer eine gewisse Sehnsucht mit dem Willen nach Ausbruch mit. Eine Mischung die ankam, weshalb man bereits ein halbes Jahr später die Gelegenheit hatte, We Were Strangers auf einer wirklich umfangreichen Deutschland-Tour live zu sehen. Es folgten weitere Singles und auch eine Tour als Support von Martin Longstaff alias The Lake Poets, ehe sich Stefan Melbourne Ende letzten Jahres im Studio einfand, um sein Debüt-Album aufzunehmen. Das Album entstand innerhalb von zwei Wochen und zeigt den in Manchester lebenden britischen Singer-Songwriter in zahlreichen Facetten. Der Opener „Darling I“ steht dabei für die empfindsame, nachdenkliche Seite. Das Stück baut sich behutsam um die Stimme auf, die er sanft und mit viel Gefühl einsetzt. Ergänzt um leicht hallende Gitarrenklänge und tropfende Pianonoten, zieht das Album den Hörer gleich in diesen ersten drei Minuten in seinen Bann.

Den direkten Kontrast bildet die aktuelle Single „Giving It All Away“. Ein üppig instrumentierter Indie-Pop-Song mit Folk-Anleihen, der gerade im Refrain kraftvoll daher kommt und ein wohlig warmes Gefühl erzeugt. Trotz seiner fünf Minuten Länge entwickelt der Song einen derart kurzweilig, dass er im Nu verflogen scheint. Neben diesem neuen Bandsound, sieht man eine andere neue Seite an We Were Strangers bei dem bereits im November veröffentlichten „Unforgiving War“. Die ruhige Ballade ist nämlich das erste Stück, das vollständig am Piano geschrieben wurde. Melbourne singt mit zerbrechlicher, doch starker Stimme zu seichten Gitarrenakkorden, die um Pianoklänge und im Hintergrund leicht hallende Drums sowie Streicher arrangiert sind, sodass es einem wohlige Schauer über den Rücken jagt. Eine Gänsehaut weiß auch das sich in einem Duett zu treibendem Bandsound auftürmende, sechs Minuten lange, „13/11“ zu erzeugen. Nach langsamem Beginn schaukelt sich die Band auf und bietet wieder treibende, von Folk angehauchte, Sounds mit einer guten Portion Dramatik. Ein weiteres Highlight ist auch das mit viel Hall, effektvoll als Duett arrangierte „Come Alive“, bei dem sich Stefan Melbourne und sein weiblicher Counterpart stimmlich regelrecht umgarnen und damit eine Wirkung ähnlich einiger Songs des ersten The Xx Albums erzielen, ohne aber vom Sound zu sehr in die Nähe zu kommen. Im Anschluss klingt das Album dann immer leiser und spärlicher instrumentiert aus, bis am Ende bei „Old Ideas“ nur noch eine Gitarre und die Stimmen von Sänger und Begleitung bleiben. Ein Stück, das von einer Direktheit lebt, die auch die Live-Shows von We Were Strangers ausmachen.

We Were Strangers auf Deutschland-Tour

21. März 2017, Schlosskeller – Darmstadt
22. März 2017, Wohngemeinschaft – Köln
24. März 2017, Generator Hostel – Hamburg
25. März 2017, Prinz Willy – Kiel
26. März 2017, Monarch – Berlin
27. März 2017, Bedroomdisco – Nürnberg
29. März 2017, Clash – Wien
30. März 2017, Soncircle – Wien

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