Rezensionen

We Were Promised Jetpacks – Unravelling

We Were Promised Jetpacks- Unravelling

Ganze fünf Jahre sind nun schon vergangen, seit die Schotten von We Were Promised Jetpacks ihres Debüt „These Four Walls“ mit Hits, wie „It’s Thunder And It’s Lightning“, „Quiet Little Voices“ und „Roll Up Your Sleeves“ veröffentlicht haben. Ein Album, das der Band einen festen Platz in den Playlists der Indie-Discos bescherte. Im Anschluss hat die Band viel erlebt. Im Positiven, wie auch im Negativen. Die Schotten durften sich über eine weltweit wachsende Fangemeinde und eine ausverkaufte US-Tour freuen und bekam vom Label schnell die Möglichkeit, ein zweites Album aufzunehmen. Die Gesundheit von Michael Palmer machte dem allerdings einen Strich durch die Rechnung und die Band musste die Krebsdiagnose des erst Anfang 20-jährigen Mitmusikers und Freundes verdauen. Eine Zeit, die maßgeblich den Titel und die Themen auf dem Zweitwerk „In The Pit Of The Stomach“ geprägt hat. Ein Album, auf dem sich We Were Promised Jetpacks deutlich gereifter zeigten. Zackigen Indie-Rhythmen standen nun fettere Gitarrenwände gegenüber und die Klangteppiche waren weiter und ausladender. Die Band versuchte nicht verzweifelt den Hits des Vorgängers nachzueifern, sondern hatte den Mut mit Klangflächen zu experimentieren und im Zweifel auch Fans, die nur „Quiet Little Voices“ abfeierten im Zweifel auch vor den Kopf zu stoßen.

Manch ein Fan kritisierte dann auch das Fehlen direkter Indie-Hits, doch der Erfolg und zahlreiche positive Kritiken gaben We Were Promised Jetpacks Recht. Es folgten weitere ausgedehnte Tourneen quer über die Kontinente und eine noch weiter wachsende Fanschar. In der Folge tat es die Band dann auch ihren Labelmates The Twilight Sad und Frightened Rabbit gleich und veröffentlichte Anfang letzten Jahres ein Live-Album, auf dem auch schond as neue Stück „Peace Sign“ vertreten war, das schon lange auch zum Live-Repertoire von We Were Promised Jetpacks gehörte. Seitdem auch neu dabei ist Stuart McGachan, der die Band zu einem Quintett machte und sie an Gitarre und Keyboards unterstützt. Ein Element, das gemeinsam mit dem Produzenten Paul Savage von The Delgados in den Chem19 Studios in Glasgow ins neue Album „Unravelling“ eingebaut wurde.

Ein Album, auf dem We Were Promised Jetpacks ihren Weg konsequent weiter gehen und zeigen, dass ihnen die einfachen Zutaten aus zackigen Gitarren, polternden Drums und Mitgröhl-Refrains schon lange zuwider sind. Stattdessen lässt das Quintett den Songs nun noch mehr Zeit, sich zu entfalten, baut sie langsam auf, verschachtelt sie stellenweise und baut Soundwände auf, in denen sich die verwobenen Elemente wieder entwirren und trotz fetter Gitarren eine neue Bescheidenheit offenbaren. Nämlich die der einzelnen Bandmitglieder. Hier steht nämlich niemand im Vordergrund, jedes Instrument bekommt seinen Raum und trägt zum vollen Gesamtklang von „Unravelling“ bei. Sänger Adam Thompson etwa setzt seinen Gesang nun noch gekonnter ein, singt sanft und nimmt sich zurück, wo es der Song erfordert und setzt im nächsten Moment wieder überraschende Akzente, indem er zu sägenden Gitarren alles aus seinem Organ heraus holt. Zusammen mit dem noch stärker ausgeprägten Mut zu vertrackteren Klängen und kleinen Experimenten macht das „Unravelling“ zum bisher reifsten und vor allem konsequentesten Album des Quintetts, mit dem We Were Promised Jetpacks spätestens ihren festen Platz in der Spitzengruppe der schottischen Indieszene einnehmen werden.

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