Rezensionen

We Were Promised Jetpacks – These Four Walls

Noch mehr aus Schottland am heutigen Tag. Dieses Mal mit unseren momentanen schottischen Lieblings-Newcomern von We Were Promised Jetpacks (hier auch im Interview). Auf den Release des Albums „These Four Walls“ haben wir ja die letzten Tage hingearbeitet. Aufmerksamkeit, die diese Schotten auch absolut verdient haben, denn „These Four Walls“ hat sich bereits einen festen Platz in unserem Soundtrack dieses Frühjahres erspielt, seit wir das Album vor einigen Wochen überraschend in der Post gefunden haben.

Schon beim Opener „It’s Thunder And It’s Lightning“ verzückt der auffallend schottische Akzent, das gab es das letzte Mal so schön bei The Twilight Sad und Frightened Rabbit. Ein Vergleich, der auch durchaus Sinn macht, sind beide Bands doch Label-Kameraden von WWPJ und zugleich auch großer Einfluss der Band. So ist auch der dramatische Aufbau des Stücks an beide Bands angelehnt. Die Band schrammelt langsam los, um sich im Laufe des Songs immer weiter hoch zu peitschen, sich in beinahe bombastische Höhen zu schwingen, um dann ganz abrupt zu enden. Anders als die beiden genannten haben WWPJ auch eine gehörige Portion Indie-Rock in ihre Musik einfließen lassen. So überzeugt „Ships With Holes Will Sink“ als Monster zwischen zackigen Indie-Riffs und störrischem schottischem Alternative-Rock. Eine Mischung, die allerdings aufgeht und den Song zu einem der stärksten des Albums macht. Dieser Abwechslungsreichtum im stetigen Wechsel zwischen Alternative-Rock, einer Prise Punk und Indie-Rock ist eine der größten Stärken des Albums, denn immer wenn man denkt, man hätte alle Facetten der Band gehört, schütteln sie plötzlich wieder eine Überraschung aus dem Ärmel. Stetige Tempo-Wechsel sind eine andere Stärke, die Band ruht sich nicht nur in sicheren Up-Tempo-Bereichen auf, sondern traut sich auch einmal einen Gang zurück zu schalten, wie im Post-Rock inspirierten „Conductor“. Ein Song, der wunderschön atmosphärisch daherkommt und sich immer mehr entfaltet. Post-Rock ist dann auch das Thema des reinen Instrumental-Stücks „A Half Built House“, dass die Atmosphäre des Albums weiter verdichtet und so den roten Faden weiter spinnt. Das bombastische „This Is My House, This Is My Home“ dürfte auch live für die ein oder andere Gänsehaut sorgen, während das anschließende „Quiet Little Voices“ ein Musterstück britischen Indie-Rocks für die Tanzfläche ist. Insgesamt ist es beinahe beängstigend, welche musikalische Bandbreite diese gerade einmal 20jährigen Schotten da so locker aus dem Ärmel auf ihr Debüt schütteln und es auch noch schaffen, den Spannungsbogen über die gesamte Albumlänge so gelungen zu spinnen. Einziger Kritikpunkt ist höchstens der wenig markante Gesang von Sänger Adam Thompson, aber da er sein Organ dennoch entsprechend einzusetzen weiß, fällt das auch nicht so schwer ins Gewicht.

Rating: ★★★★½
We Were Promised Jetpacks

Video zu „Quiet Little Voices“

Myspace // Label

These Four Walls – bei Amazon.de kaufen

Discussion

  1. […] ihre kleinen Brüder von We Were Promised Jetpacks tun es ihnen nun nach. Nach den beiden Alben “These Four Walls” und “In The Pit Of The Stomach” und damit verbunden stetig wachsendem Erfolg steht nun […]

    Posted by We Were Promised Jetpacks – neuer Song “Peace Sign” (live) im Stream | WhiteTapes | Januar 15, 2014, 9:54 am
  2. […] We Were Promised Jetpacks zwischen ihren ersten beiden Alben “These Four Walls” und “In The Pit Of The Stomach” relativ viel Zeit ins Land streichen ließen und man […]

    Posted by We Were Promised Jetpacks – Live-Album “E Rey” im Stream | WhiteTapes | Februar 19, 2014, 9:56 am

Archive