Rezensionen

Waxahatchee – „Out in the Storm“

Waxahatchee – Out in the Storm

Es gehört zum Leben dazu, dass man sich auch stürmischen Phasen entgegenstellen muss. Sei es es im Job oder im Privatleben. Trennungen sind ein Faktor, die einen Sturm der Gefühle auslösen können. Einer, bei dem man sich nicht nur mit dem Ende der Liebe auseinandersetzt, sondern auch in eine Auseinandersetzung mit sich selbst kommen kann. Katie Crutchfield alias Waxahatchee hat das gerade hinter sich. Auf „Out in the Storm“ beschäftigt sie sich mit dem Ende einer Beziehung. Nicht nur damit, sondern auch mit den genannten Selbstzweifeln, die damit einhergehen.

„A running theme on the album is accepting your own imperfections that you’ve been trying really hard to hide“ sagt sie deshalb über das Album. Das Werk ist das mittlerweile vierte Album der jungen Musikerin, die seit 2010 aktiv ist und sich nach dem Waxahatchee Creek in Alabama benannte. Seitdem sie das erste Mal auf den Plan trat, durfte sie sich mit jedem Release über wachsende Beachtung freuen und ist spätestens seit dem 2015er „Ivy Tripp“ auch in hiesigen Indie-Kreisen für ihren LoFi-geschwängerten Indie-Rock bekannt.

Nicht nur an der Lebenssituation von Katie Crutchfield hat sich einiges geändert, auch musikalisch versucht sie sich nun an neuen Wegen. So hat sie beispielsweise für „Out in the Storm“ erstmals die Produktion komplett aus den Händen gegeben und Produzentenlegende John Agnello überlassen, der schon für Kurt Vile, Dinosaur Jr., Sonic Youth, The Hold Steady und Andrew WK an den Reglern saß. Doch das heißt bei weitem nicht, dass von Waxahatchee, wie man das Projekt kannte, nichts übrig geblieben ist. Der Opener „Never Been Wrong“ bietet mit seinem zackigen College-Rock und starkem Refrain einen unbeschwerten Einstieg, der direkt die Angst zu nehmen weiß, dass es hier nur um Gefühlsduselei ginge. Aber wer sagt auch, dass man keine knackigen Gitarren erwarten darf, wenn eine Frau über ihre Gefühle singt. So zeigt sich auch der Großteil des Albums mit einer eingängigen Mischung aus 90er Indie-Rock, einer Prise Grunge und ein wenig Punk der Riot Grrl Bewegung. Für die musikalische Finesse hat sie dabei zusätzlich Musiker versammelt, die in ähnlichen Soundsphären unterwegs sind. Zu nennen ist dabei etwa ihre Zwillingsschwester Allison Crutchfield und Katie Harkin (Sängerin / Gitarristin von Sky Larkin, Live-Mitglied von Sleater Kinney und auch gerne immer wieder mit Wild Beasts auf Tour). Gemeinsam erschaffen sie hier ein Album, das neben dichtem Gitarren-Pop auch ruhigere, atmosphärische Momente bietet, bei denen es Katie Crutchfield auch einmal zulässt, ihre verletzliche Seite zu zeigen. Dadurch ergibt sich ein vielseitiges Album mit hoffnungsvollem Grundton, durch den das Album sogar eine sommerliche Färbung erhält und so ob des Releasezeitpunkts für viele sicherlich zum Soundtrack des Sommers werden dürfte.

Waxahatchee auf Deutschland-Tour

17. September 2017, München – Milla
22. September 2017, Schorndorf – Manufaktur
23. September 2017, Hamburg – Reeperbahn Festival
28. September 2017, Berlin – Musik & Frieden
30. September 2017, Dortmund – FZW Club

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Photo by Jesse Riggins

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