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Wavves – Wavvves

Erst 2008 gründete der Gitarrist Nathan Williams zusammen mit Drummer Ryan Ulsh das Projekt Wavves. Seitdem veröffentlichte das Duo bereits 5 Singles, eine EP auf Tape, ein schlicht „Wavves“ betiteltes und selbst veröffentlichtes Debüt-Album und nach etwas mehr als einem Jahr Bestehen der Wavves bereits das offizielle Debüt-Album, das auf den Namen „Wavvves“ hört. Die Band ging mit ihrem Beach-Punk seit ihrer Gründung also quasi durch die Decke, kein Wunder, dass sie so auch bereits ihren ersten kleinen Skandal hinter sich haben, Sänger Nathan war nämlich durch einen Cocktail aus Valium und Ecstasy während des Primavera Festivals zusammen gebrochen, nachdem er das Publikum und Drummer Ryan aufs übelste beleidigt hatte und das Set abbrechen musste. Es folgte die Tourabsage für ganz Europa und das Geständnis der Alkoholabhängigkeit. Aber Skandale gehören nun einmal zu echten Punks dazu. So auch das Gerücht, das der Roskilde Auftritt abgesagt werden musste, weil Drummer Ryan angeblich die Band verlassen hat. Aber bei allem Hype und Skandalen rund um die Band soll natürlich die Musik nicht in den Hintergrund treten. Seinen Sound sieht Nathan als Verneigung vor seinen großen Idolen Sonic Youth und den Beach Boys.

Das bedeutet, in bester Shitgaze-Tradition hat man es hier mit viel Krach, Feedback und scheppernden LoFi-Sounds zu tun. Laut der BBC ist das Ergebnis nicht nur „schlecht, sondern auch noch dumm“. Auch wenn die BBC im Gegensatz zu den deutschen Öffentlich-Rechtlichen häufig richtig liegt lohnt es sich dennoch einmal weiter zu forschen, was Nathan hier präsentiert. Natürlich zeugen langgezogene „I’m soooooooo boooooooored“ Refrains nicht gerade von hoher textlicher Tiefe, aber darum geht es bei Wavves wohl auch nicht. Hier geht es darum eine gute Zeit zu haben. Vielleicht am Besten mit Drogen, die tauchen nämlich nicht gerade selten in den Lyrics auf. Das heißt, wenn man die Lyrics auch versteht, der Gesang wird nämlich hinter lauten schrammelnden Feedback-Gitarren und scheppernden Drums versteckt. So entwickelt sich ein stetiger Kampf zwischen Krach und Melodie, ein Kampf, der wohl die eindeutige Verneigung vor Sonic Youth ist. Unter den Gesang mischt sich zusätzlich noch das Surf-Rock typische „Uuhuhu“. Das ganze wird zusammen gehalten vom Nathan’s Anspruch dem Beachpunk ein gewisses Maß an Tiefe zu verleihen, zu dem man trotzdem Spaß haben kann. Die Grundzutaten sind also vermischt, rechtfertigen sie auch einen Hype? Klares Jein, denn im Grunde ist die geschilderte Mischung zwar durchaus vorzeigbar, schafft es aber nie wirklich den Anspruch des Sängers in Form wirklicher Klassesongs wieder zu spiegeln. Die meisten Songs sind dann auch nur Krach, hinter dem sich eine wenig originelle Melodie versteckt, die zwar Potential besitzt, allerdings so sehr von der beinahe zwanghaft aufgesetzten coolen LoFi-Geste übertönt wird, dass sie kaum eine Chance hat sich fest zu setzen. Einzig „No Hope Kids“ scheint sich ein wenig abzusetzen, vielleicht auch, weil dem Gesang hier ein wenig mehr Entfaltungsspielraum gewährt wird. Insgesamt tändelt das Album immer zwischen beinahe toll und ein wenig anstrengend hin und her, wobei das anstrengend dann leider doch häufig überwiegt. Zum Urteil nicht nur „schlecht, sondern dumm“ kommen wir dadurch nicht, denn die Songs wirken durchaus clever arrangiert, den Hype rechtfertigen sie aber auch nicht.

Rating: ★★☆☆☆
Wavves

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