Rezensionen

Washington – Rouge/Noir

washington-rougenoirWashington sind eine der Bands, die es schon schaffen über ihren Namen extreme Verwirrung zu stiften, erwartet man doch beim Klang des Namens schrecklichste amerikanische Rockmusik im Stile von Kansas oder Chicago. Mit denen haben die drei Norweger von Washington aber so gar nichts zu tun, was sie nun mit ihrem dritten Album „Rouge/Noir“ abermals beweisen. Bezieht man den Namen Washington dann auch auf den Staat und nicht die Stadt, bemerkt man, dass 6,3 % der Einwohner Washington’s norwegischer Abstammung sind. Washington also für so etwas, wie ein Symbol für den sehnsüchtigen Traum steht, eine neue Heimat zu finden, versteht man auch schnell die Namenswahl.

Denn Sehnsucht ist eines der Grundthemen von Washingtion. Sie findet sich in all ihren Nuancen wieder, von leidenschaftlich herbeigeschrien bis desillusioniert betrauert. „Rouge/Noir“ startet mit dem gleichnamigen Track und einer vibrierenden Gitarre, wir streifen durch die immergrünen Wälder Washingtons, halten kurz inne um dem Gesang von Rune Simonsen zu lauschen und wärmen uns ein letztes Mal an der Gitarre. Die Nacht zieht heran, die einzige Lichtquelle ist die rote Glut des Feuers in schwarzer Nacht und Washington machen noch einen gut gelaunten kurzen Brit-Pop Ausflug mit „Something Of A Voyage (Into The Underworld)“, bevor die Sehnsucht vollends einschlägt. Nun beginnt nämlich der sinnierende Teil des Albums, die rote Glut ist erloschen, die dunkle Melancholie entflammt und Washington geben sich ruhigen Klängen der Akustik-Gitarre und vor allem dem mitreißenden, warmen Gesang von Rune Simonsen hin. Der größte Teil des Albums besteht dann auch aus diesen ruhigeren, beinahe sphärischen Stücken, bei denen sich je nach Stück mal eine Trompete, mal das Schlagzeug, oder ein Piano gesellt, oder sich alles zusammen zu einem Gänsehaut erzeugendem Klanggebilde auftürmt, um dann wieder ruhig abzuklingen, wie im Song „Andante“. So zeigt „Rouge/Noir“ wieder einmal das Bild einer Band, die es wie gekonnt versteht, Sehnsucht so wundervoll melancholisch einzufangen.

Video zu „Landslide“ (von „A New Order Rising“):

httpv://www.youtube.com/watch?v=DeILk3Iijf4

Myspace der Band
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