Rezensionen

Walter Schreifels – An Open Letter To The Scene

Ein offener Brief ist eine Möglichkeit, Gefühle rauszulassen, Ehrlichkeit zu zeigen und mit Personen und Geschehnissen abzurechnen. Genau das hat Walter Schreifels in seinem ersten Solo-Debüt getan. Mit „An Open Letter To The Scene“ besinnt er sich auf das Nötigste, um sein Herz auszuschütten, was auch im Booklet des Albums zu sehen ist. Ein Mann, eine Gitarre, umgeben von einem leeren Raum. Nicht einmal Schuhe hat er an.

Sein Name durfte an keinem Musik-Enthusiasten vorbeigegangen sein. Die Liste der Bands in denen der Wahl-Berliner schon verkehrte, liest sich wie ein „Who is Who“ der Hardcore-Szene: Gorrilla Bisquits, Quicksand, Youth Of Today.

Mit seinen jüngsten Bands Rival Schools und Walking Concerts hatte sich Schreifels bereits merklich vom Sound seiner frühen Bands entfernt. „An Open Letter To The Scene“ geht einen Schritt weiter und bekehrt ihn zum Singer-Songwriter. Aber auch dieser Titel steht ihm sehr gut. Bodenständig ist der Herr geworden, hat dabei aber nicht seine Power verloren. Seine Songs sind vielseitig und verpacken den melancholischen Inhalt in ein positiv klingendes Gewand. Die Schreifels-typischen, geistreichen Songtexte begleiten hübsche Melodien, griffige Rhythmen und seine charismatische Stimme.

Dieses Album stellt eine Rückblende auf Schreifels bisheriges Leben dar. Er erwähnt verflossene Liebschaften, zum Beispiel in dem herzerwärmendem „She Is To Me“. Auch wird sein verstorbener Freund, der Love-Frontmann Arthur Lee erwähnt. So ganz kann Walter Schreifels jedoch nicht vom Hardcore ablassen und räumt Platz für das Agnostic Front-Cover „Society Suckers“, das er gelungen in den „harmloseren“ Album-Sound intergriert.

Rating: ★★★★½
Walter Schreifels


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