Rezensionen

Walk The Moon – Walk The Moon (s/t)

Walk The Moon

Vor knapp eineinhalb Jahren spielten die Amerikaner von Walk The Moon beim rennomierten SXSW Festival und überzeugten sowohl Kritiker als auch Fans. Wir rechneten mit einem baldigen Hype und damit spätestens im Herbst auch in Deutschland von der Band zu hören. Es sollte aber doch etwas länger dauern, aber jetzt sind die Sommer-Sonne-Gute-Laune-Popper auch endlich in Deutschland angekommen. Dafür haben sie ihr erstes auf einem Major Label veröffentlichtes Album dabei, das sie direkt einmal schlicht nach sich selbst benannt haben und natürlich auch den Hit „Anna Sun“, der Anfang 2011 schon die USA verzauberte und nun auch in Deutschland zu einem Radiohit werden könnte.

Der Hit war zwar auch schon auf ihrem selbstproduzierten Debüt enthalten aber Sony dachte sich bei dieser jungen Band das gleiche, wie seinerzeit bei Phantom Planet, deren großer Hit „California“ auch kurzerhand nach dem Durchbruch dank O.C. California auch noch einmal auf ihrem Major Debüt veröffentlicht wurde. Und der Vergleich zu Phantom Planet ist dann auch gar nicht so unpassend. Ihr Albumcover ist ähnlich bunt, wie man das von den Kaliforniern gewohnt ist und auch ihr Sound zeigt sich ähnlich sonnig.

Walk The Moon paaren ebenfalls Synthiesounds mit Indie-Gitarren und einem gehörigen Popeinschlag, der in den Refrains dann auch zum lauten Mitsingen sowohl in der Indie-, als auch in der Großraum-Disco anregt. Das klingt dann auch zwischenzeitlich ganz nett und macht sogar stellenweise Spaß, insbesondere bei erwähnter Hitsingle, aber wer hier Tiefe erwartet, dürfte ziemlich enttäuscht werden. Die Kollegen von Rote Raupe brachten es hier schon ganz gut auf den Punkt: „näheres Hinhören ist nicht zu empfehlen. Ein Beispiel: ‚Jenny’s got a body just like an hourglass. I wanna be the sand in that hourglass.‘ Autsch. Pubertätspoesie. Gedichtet an einem viel zu heißen Sommertag.“ Wer flotte Beats und ein paar kurzweilige Indie-Pop-Songs in bester The Kooks und The Killers Manier mit einem gewissen 80ies Disco Einschlag sucht, die so schnell wieder verflogen sind, wie der hiesige Sommer, der ist mit Walk The Moon gut bedient. Denn die Amerikaner liefern halbgaren Indie-Pop, auf den sich Schwiegermütter und Töchter gleichermaßen einigen können. Wer jedoch Indie-Pop mit etwas mehr Tiefe und einer höheren Halbwertszeit möchte, der sollte sich vielleicht etwas näher mit den French Wives aus Schottland beschäftigen und einen großen Bogen um die Band aus Cincinnati machen auch wenn das natürlich wegen des massiven Radio-Airplays in den nächsten Monaten schwer sein dürfte.


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