Rezensionen

Viet Cong – „Viet Cong“ (s/t)

Viet Cong

Nach dem Ende von Women, und dem Tod von Christopher Reimer, gründeten mit Matt Flegel und Michael Wallace zwei Mitglieder der Band die Nachfolgeband Viet Cong. Mit einer Single und einem Release auf Kassette lieferten sie ihren Fans bereits ein wenig Futter und ab heute gibt es auch endlich das Debüt der Band. Dass sie sich seit dem Ende von Women nicht unbedingt einem ruhigeren, oder weniger sperrigen Sound zugewandt haben, zeigt dann auch gleich der Opener „Newspaper Spoons“. Das Stück beginnt mit dumpf stampfenden Drums, zu denen die Band mit viel Hall im Chor singt. Das geht über fast zwei Minuten so, ehe die Band das Stück sphärisch aushallen lässt. „Pointless Experience“ knüpft genau da an, bietet wieder scheppernde Drums, die nun jedoch von Schrammel-Gitarren und hintergründig verzerrtem Gesang begleitet wird. Die Einflüsse der Band sind nach wie vor Punk und eine gehörige Portion Art-, Prog- und Psychrock. Ganz Punk umfasst das Album dann auch nur sieben Songs, die auf gerade einmal 37 Minuten Spielzeit kommen. Für manche Band wäre das eher eine EP, für Viet Cong ist das fast schon exzessiv, wenn man bedenkt, dass das Debüt von Women damals gerade einmal 29 Minuten umfasste.

In den 37 Minuten Spielzeit bieten Viet Cong dem Hörer eine abwechslungsreiche Reise durch die verschiedenen Einflüsse, ohne sich jemals auf einen der Stile festzulegen. Bestes Beispiel dafür ist „Continental Shelf“. Ein Song, der mit zackigen, hellen Indie-Gitarren und eingängigen Hooks beginnt und im Verlauf zu einem düsteren Stück Post-Punk in bester Joy Division Manier wird. Krönender Abschluss ist dann das elf-minütige „Death“. Ein verschlungenes Stück, das sich durch alle Stile windet. Dabei bietet „Death“ sowohl stampfende Drums und bedrohlich wachsende Soundwände, als auch weite Shoegaze-Sounds und Goth-Elemente. Viet Cong zeigen auf ihrem Debüt eine deutliche Weiterentwicklung des Sounds von Women und präsentieren hier sieben kleine LoFi-Perlen.

Viet Cong live
11. Februar 2015, Berlin, West Germany
15. Februar 2015, Hamburg, Hafenklang

Bandcamp // Label

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