Rezensionen

Various Artists – Silent Night, Tiny Lights – Labelsampler zu Weihnachten

Various Artists - Silent Night, Tiny Lights

Ihr merkt es schon, auch bei uns weihnachtet es sehr. Nachdem wir letzte Woche hier den Nettwerk Weihnachtssampler „Isn’t This World Enough??“ vorgestellt hatten und uns gestern in einer Review der zweiten Sufjan Stevens Weihnachts-Collections „Songs For Christmas II (Silver & Gold)“ widmeten stellen wir euch heute einen tollen Weihnachtssampler aus dem Nordosten Englands vor.

Das kleine Indielabel Tiny Lights Recordings hat nämlich seine Künstler gebeten Songs für einen Weihnachtssampler bereitzustellen und veröffentlicht den Sampler nun für einen guten Zweck. Das Ergebnis sind 19 Songs von 19 Künstlern. Darunter euch sicherlich schon bekannte Künstler wie The Union Choir, The Railway Club, The Lake Poets und Blank Maps. Dazu gesellen sich jede Menge Künstler, die auch uns bisher unbekannt waren und gleich zwei besondere Leckerbissen, die Sunderlander von The Futureheads haben nämlich ihre 2010er Weihnachtssingle „Christmas Was Better In The 80s“ zur Verfügung gestellt und die leider aufgelösten A Woman Of No Importance haben sich extra für den Sampler zur Aufnahme eines Songs im Studio zusammengefunden.

Mit den Einnahmen aus dem Verkauf des Samplers wird die Wohltätigkeitsorganisation Smile For Life unterstützt. Die junge Organisation unterstützt behinderte und sozial schwache Kinder dabei staatliche Beihilfen zu bekommen und erfüllt ihnen zusätzlich Herzenswünsche. Kein Wunder also, dass viele Künstler gern dabei waren. Dabei war es ihnen freigestellt einen eigenen Song zu schreiben oder eine Coverversion zu wählen. Fünf Künstler entschieden sich dann auch für ein Cover. The Railway Club coverten den Phil Spector Klassiker „Christmas Baby (Please Come Home)“ und reduzierten den Song dabei auf’s Wesentliche, was ihm eine ungewohnt berührende Note gibt. A Woman Of No Importance entschieden sich für einen Song der Oxforderin Thea Gilmore, der ebenfalls eher ruhige Töne anschlägt. Das Kollektiv von The Union Choir bietet mit seiner Intrepretation von „White Christmas“, die es noch mit Dialogen aus dem Weihnachtsklassiker „Wonderful Life“ würzt, wunderschön besinnliche vier Minuten. Die speziellste Coverversion dürfte allerdings von The Lake Poets stammen. Martin Longstaff entschied sich für den Song „Johnny Guitar“ von Peggy Lee, den Titelsong zum gleichnamigen Western. Ein Stück, das nur entfernt etwas mit Weihnachten zu tun hat und in den letzten Jahren besonders durch den Einsatz im Videospiel „Fallout: New Vegas“ wieder Bekanntheit erlangte.

Neben den fünf Coverversionen finden sich auf dem Album auch noch 14 neue Weihnachtssongs. Den Opener bilden The Futureheads mit ihrer wunderbar nostalgischen Partynummer. Ein echtes Highlight bilden aber auch Blank Maps mit „Stollen“. Ja genau, einem Song über Weihnachtsstollen. Zurückgenommen mit toller, sich gefühlvoll entwickelnder Instrumentierung und sanftem Gesang. Fawn Spots aus York bieten mit „Santa Won’t Get Away With it This Year“ eine herrliche Garage-Rock-Nummer, die sich wunderbar von den meist ruhigen Weihnachtsliedern abhebt. Erwähnung sollten auch Thosebearpaws für „Four Christmases and a Funeral“ finden. Ein Stück mit dem Gitarrenpicking eines Nick Drake mit dunkler Gesangsmelodie. Einen wunderbaren Abschluss bieten Tissue Culture aus Newcastle mit „Santa, Mate. It’s November?“, einer kleinen Rocknummer, die sich nach langem Intro immer weiter aufschaukelt und beinahe Erinnerungen an The Twilight Sad aufkommen lässt. „Silent Night, Tiny Lights“, das macht in der Summe 19 wunderbare Weihnachtssongs, die den kleinen Preis für den guten Zweck mehr als rechtfertigen.

„Silent Night, Tiny Lights“ könnt ihr als Download für 7,5 EUR und physisch für 9,9 EUR bei Bandcamp kaufen


Youtube direkt

Website von Tiny Lights Recordings

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